Klinische Forschergruppe für
Rheumatologie, Universitätsklinik Freiburg
Zusammenfassung
Durch Fusionierung von B-Lymphozyten eines Patienten mit rheumatoider Arthritis mit einer Heteromyelomzellinie wurden Hybridome gewonnen, die monoklonale IgMk und IgMl-Antikörper produzieren. Im ELISA sowie mit SDS-PAGE, FACS, Immunfluoreszenz, Immunhistologie und RIA wurde gezeigt, daß es sich bei den kappa-Klonen um polyspezifische (kreuzreaktive) Autoantikörper handelt, während die lambda-Klone auf die meisten getesteten Autoantigene nicht reagierten. Die kappa-Klone (z.B. G1.B6) erkennen beispielsweise Aktin, BSA, eine Subpopulation von Maus-B-Zellen, Cytokeratin, Desmin, Fibronectin, g-Fc, hCI, hCII, hCIV, hCV, hsp65, Hu-Alb, Insulin, mCII, Ov-Alb, Pepsin, Rattenmyosin, Somiten im Mausembryo, Tg, TPO, TSH-Rezeptor, Vimentin, Z-Ag. Sie erkennen nicht HEp2 Zellen und Gelatine. Die kappa-Kette des Klons G1.B6 (EMBL Accession-Number
X94431, ID HSG1B6IGK) besitzt ein V-Segment der VkI-Familie, die Sequenz ist gegenüber dem Keimbahngen O2/O12 kaum mutiert (1 stille Mutation). Das J-Segment der kappa-Kette ist ein J1-Segment, die Sequenz ist gegenüber dem Keimbahngen unmutiert. Die VJ-Sequenz zeigt eine weitgehende Übereinstimmung mit der leichten Kette eines pathologischen humanen Autoantikörpers gegen das Erythrozyten-Antigen i. Die schwere Kette des Klons G1.B6 (EMBL Accession-Number
X94432, ID HSG1B6IGM) besitzt ein V-Segment aus der VH1-Familie (bis auf 1 bp in Keimbahnkonfiguration, Gen DP75/HumHV1L1). Die CDR3-Region ist durch eine D-D Fusion (DXP4 + DK4, beide zu 100% in Keimbahnkonfiguration) ungewöhnlich lang. Als J-Segment wird JH5b verwendet (100% in Keimbahnkonfiguration).
Es handelt sich um einen typischen "natürlichen" Autoantikörper, der zudem einige für TPO-Autoantikörper charakteristische Eigenschaften besitzt, und somit ein ideales Studienobjekt für weitere Studien zur Bedeutung der natürlichen Autoantikörper und deren Beziehung zu pathologischen Autoantikörpern darstellt.
