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Klick dich gesund – Sprechstunde im Internet

Von Volkart Wildermuth

Deutschlandradio, Wissenschaft im Brennpunkt am 16. April 2000

Sprecher: Autor

Webmaster, evtl. "computerisierte" Stimme

Sprecherin, bei den Zitaten auch computerisiert?

Geräusche Tastenklicken, immer bei Rahmen unterlegen.

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Webmaster, Tastenklicken unterlegen

www Punkt dradio Punkt de

 

Sprecherin

Wissenschaft im Brennpunkt. Klick dich gesund – Sprechstunde im Internet. Von Volkart Wildermuth.

 

Autor

"Sie haben Lymphdrüsenkrebs, Morbus Hodkin", so erfuhr Anja Forbirger 1995 ihre Diagnose. "Heilungschancen 90%" beruhigte die Ärztin noch, dann eilte sie weiter auf dem Flur des Krankhauses. Anja Forbriger blieb geschockt zurück. Niemand beantwortete ihre Fragen. Was ist eigentlich Morbus Hodkin? Wie wird behandelt? Abends dann hatte sich die Bibliothekarin so weit gefasst, dass sie selbst nach Informationen suchen konnte, und zwar im Internet, in dem sich aus beruflichen Gründen auskannte.

O Ton 1 Forbriger

An dem Abend habe ich gedacht, so ein dicker, daumendicker Ausdruck war das, hab mir das kurz überflogen und angeschaut und hab dann gemerkt, mit dem Wissen komme ich weiter. Es wird alles gut werden. Und der ausschlaggebende Moment war eigentlich gar nicht so die Fakten sondern ich habe mich dann angemeldet in einer Mailingliste die es dort über diese Seite gibt und dort schreib mir dann ein amerikanischer Patient oder survior wie das da ja auch heißt, Steve aus Salt Lake City , dass ich sollte, dont panic, also wirklich keine Panik haben und its going to be tough also es wird wirklich hart werden aber ich schaffe das, und ich überlebe das und er hätte das auch gehabt vor 15 Jahren, das schien mir ewig weit weg zu sein und dann noch einmal ein Rezidiv vor 7 Jahren das war nicht so schön die Miteilung aber immerhin, das war auch schon wieder 7 Jahre her und die wichtigste Meldung war er müsste jetzt aufhören, es ist Neuschnee gefallen und er müsste jetzt Skilaufen und da hab gedacht so hab ich wirklich in die Tastatur geheult, weil ich dann gedacht habe, wenn der Skilaufen kann, wenn man da leben kann damit, dann gibt es für mich auch so ne Möglichkeit ein Umgang damit zu finden.

 

Autor

Information und Emotion, das kann das Internet bieten, gerade auch auf dem Gebiet der Gesundheit. Immer mehr Menschen suchen im Internet medizinisches Wissen. Nach einer Marktforschungsstudie liegt die Gesundheit an dritter Stelle der Beliebtheitsskala amerikanischer Netuser, direkt nach dem Shoppen und den online Nachrichten. Interessanterweise ist in der Männerwelt des Internets der Bereich Gesundheit eine Domäne der Frauen. Die Patientinnen, die sich durch World Wide Web klicken, leiden meist an einer chronischen Erkrankung oder auch an Krebs, sie haben einen hohen Leidensdruck und wollen sicher sein, keine Informationsmöglichkeit zu übersehen. Und medizinische Informationen bietet das Internet wirklich genug. Unter dem Stichwort Gesundheit findet die Suchmaschine Altavista allein im deutschen Netz über 650.000 Seiten, beim Stichwort Krebs immerhin noch knapp 45.000. Da gibt es Internetapotheken, Cyberdocs, wissenschaftliche Fachbibliotheken, Selbsthilfegruppe und jede Menge Gesundheitsmagazine.

 

Webmaster

www Punkt almeda Punkt de www Punkt lifeline Punkt De www Punkt gesundheit Punkt

 

Sprecherin

Hier findet sich die virtuelle Version der Gesundheitsseiten der Boulevardpresse. Die Seiten sind optisch aufwendig aufgemacht, die bunten Werbefenster gehören zum Design. In diesen elektronischen Äquivalenten zur Hausapotheke findet sich meist ein Lexikon medizinischer Fachbegriffe, es gibt Gesundheitsshops für ätherische Öle und Drogerieartikel, einen Nachrichtenticker zum Thema Medizin und vor allem Tipps, Tipps, Tipps, zu Alltagsbeschwerden und Wellness, Beauty und Ernährung. Die Unterhaltung steht im Vordergrund, nicht die umfassende Information.

 

Autor

Jeder interessiert sich für Gesundheit. Die neue Diät, eine experimentelle Krebstherapie, das aktuelle Umweltgift. Diese Themen machen Auflage und Quote. Das wird wohl auch für das Internet gelten. Wer aber wirklich auf medizinische Informationen angewiesen ist, der wird bei den allgemeinen Gesundheitsmagazinen nicht weit kommen. Die meisten Patienten geben zunächst den Namen ihrer Krankheit in eine Suchmaschine ein. Beim Stichwort Krebs findet sich da das Deutsche Krebsforschungszentrum genauso wie ein Rezept für Krebssuppe und diverse Wunderheiler. Auf den ersten Blick wirkt alles gleich interessant, gleich seriös. Einer Internetseite kann man nicht ansehen, woher sie kommt, ob es sich um Werbung handelt, um Information oder um den Bericht über ein Einzelschicksal. Wer hier auf Abwege gerät kann durchaus wertvolle Zeit mit wirkungslosen Behandlungskonzepten verlieren. Es braucht Erfahrung, um die Spreu vom Weizen zu trennen.

 

Webmaster

http doppelpunkt Doppelslash yi Punkt com Slash home Slash Eysenbach Gunter

 

Sprecherin

Gunther Eysenbach bietet eine Art Grundkurs "Medizin im Internet". Der Heidelberger Arzt leitet die Forschungsgruppe Cybermedizin, die die Gesundheitsseiten im Word Wide Web untersucht und neue Konzepte für die Medizininformation in Netz entwickelt. Für Patienten sind die FAQs das wichtigste, das englische Kürzel steht für die häufigsten Fragen der Webuser. Für sie hat Eysenbach einen Beipackzettel zu Risiken und Nebenwirkungen, aber auch Chancen, des Internets für Patienten und Mediziner zusammengestellt.

O Ton 2 Eysenbach

Man sollte erst mal kucken, wer ist der Autor der Information und was ist die Intention des Informationsangebotes. Will der etwas verkaufen oder scheint es eben doch objektive ausgewogene Information zu sein. Man sollte kucken, ob alle Seiten einer bestimmten Therapie oder Behandlungsweise dargestellt werden mit Risiken und potentiellen Benefits und es wird auch immer geraten auch auf das Datum der Website zu achten, weil man oft auch sehr alte Informationen im Internet antrifft. Also Information, die länger als drei Jahre zurückliegt, das sollte man mit Vorsicht genießen. Und dann empfehle ich auch immer, sich mehrfach abzusichern, auf verschiedenen Websites zu einem bestimmten Thema nachzulesen und dann sieht man recht schnell wo so die Außenseitermeinung sind und der letzte Punkt der sicher auch ganz sicher ist, dass man alles, was man jetzt umsetzt in sein Gesundheitshandeln dass man das schon mit seinem Hausarzt auch durchspricht.

 

Autor

Besonders bei Meldungen über Wundermittel und sensationelle Erfolge sollte man vorsichtig sein. Das eine Mittel gegen Krebs hat noch keiner gefunden und die Erfahrungen anderer Patienten lassen sich nur selten direkt auf den eigenen Fall übertragen. Wer sterbenskrank ist, klammert sich leicht an jeden Strohhalm. Gerade deshalb sollte man bei allzu euphorischen Berichten im Internet aber doppelt skeptisch sein und immer den eigenen Arzt fragen. Wer aber die Tipps von Gunther Eysenbach beherzigt, der dürfte im Internet fündig werden, wenn er sich Zeit nimmt, und sich nicht entmutigen lässt. Suchmaschienen sind dabei nur ein Weg ins Internet. Einfacher betritt man das Cyberland über sogenannten Portale, die versuchen, alle relevanten Informationen zu einem Thema zu sammeln. Für medizinische Fragen ganz allgemein ist das deutsche Medizinforum eine gute Adresse. Die beste Hilfe bieten aber spezialisierte Portale.

O Ton 3 Weber

Ich glaube nicht, dass das Internet ein Selbstmedium sein wird, niemals. Das heißt, bei uns kann jeder auf der Website, es gibt da ein Formular, das kann ich wie eine e-mail wegschicken und kriegt dann postwendend, hoffentlich zumindest innerhalb von ein paar Tagen, manchmal muss man international recherchieren, eine Art Gutachten oder Unterlagen. Spezifisch für genetisch bedingte Erkrankungen wobei der Radius sehr weit ist, das kann ja auch Asthma sein, das kann ja auch Diabetes sein, bestimmte Krebserkrankungen.

 

Autor

Christopher Weber ist Arzt und Medienexperte. Er hat Mosaico Medico gegründet, ein Portal für genetisch bedingte Erkrankungen. Obwohl die Erbkrankheiten insgesamt mit bundesweit etwa 5 Millionen Betroffenen recht häufig sind, gibt es von jeder einzelnen Erkrankungen oft nur sehr wenige Patienten. Viele der Leiden sind fast unbekannt, im Schnitt vergehen deshalb sieben Jahre, bis zur korrekten Diagnose. Auch die richtige Behandlung ist nur schwer zu bekommen, spezialisierte Labore und medizinischen Experte sind dünn gesät, manchmal ist eine optimale Beratung nur in den USA zu bekommen.

 

Webmaster

www Punkt Mosaicomedico Punkt de

 

Sprecherin

Mosaico Medico will eine Plattform sein, die Patienten und Ärzte zusammenbringt. Auf den Seiten mit dem preisgekrönten Design, schwarzer Grund, weiße Schrift und ein bunter Klötzchenturm als Navigationshilfe, finden Patienten und Angehörige vielfältige Information zu genetischen Krankheiten. Neben den biologischen Grundlagen und Links zu den führenden medizinischen Institutionen kann man sich vor allem zu den vielen Selbsthilfeorganisationen leiten lassen.

O Ton 4 Weber

Wir haben die Erfahrung gemacht und in Amerika ist das auch schon sehr durch Studien gefestigt, man hat in diesem Bereich die beste Versorgung nicht von Arzt zu Patient eventuell sondern von Patient zu Patient und es kommt ganz einfach daher, weil es seltene Erkrankungen sind und ich oft monatelang brauche bis ich mir einen Überblick über sämtliche Fakten gemacht habe, das kann ein Hausarzt unter dem Druck unter dem er heute steht, selbst ein Facharzt gar nicht leisten.

 

Webmaster

www Punkt Inkanet Punkt de

 

Sprecherin

Inkanet steht für: Informationsnetz für Krebspatienten und ihre Angehörige. Es wurde von Anja Forbirger gegründet, nachdem sie ihre eigene Krebserkrankung besiegt hatte, auch mit Hilfe aus dem Internet. Inka bietet nur wenig eigenständige Informationen. Entscheidend ist die ausführliche und kommentierte Sammlung von Verknüpfungen zum Thema Krebs. Die nackten Daten, also welche Tumorformen gibt es, wie sehen die Behandlungsmöglichkeiten aus und wo werden sie angeboten, diese Basisinformationen können die Patienten am einfachsten über die Links zu Institutionen erfahren, also etwa zum Deutschen Krebsforschungszentrum. Weil gerade beim Thema Medizin noch immer viele Informationen nur in englischer Sprache zu haben sind, gibt es auch viele internationale Verbindungen etwa zum amerikanischen Onkolink. Die Spezialität von Inkanet sind die vielen Verknüpfungen zu den Seite von einzelnen Patienten.

 

O Ton 5 Forbriger

Unser Ziel ist eigentlich so die Leute zu befähigen eine eigen Entscheidung zu fällen durch Information. Also ein bisschen wieder autonomer zu werden. Man ist ja sonst als erwachsener Krebspatient zumindest, man hat seinen Alltag, man macht seine autonomen persönlichen Entscheidungen und dann kommt diese Diagnose Krebs und man fällt fast in so etwas Kindhaftes wieder, man weiß gar nicht, was ist der nächste Schritt, wo gehe ich hin, keiner sagt einem was und den Leuten einfach wieder die Chance zu geben, sich selbst zu informieren, und dadurch eben Wissen und dadurch Sicherheit zu erlangen.

Autor

Das Internet bietet zwei Arten von Informationen. Die harten Fakten zur richtigen Therapie finden sich vor allem auf den offiziellen Seiten der Medizinischen Institutionen. Ratschläge von Internetseiten unklarer Herkunft sollten nur nach genauer Prüfung und Rücksprache mit dem Arzt übernommen werden. Ein Tumor muss aber nicht nur behandelt sondern auch bewältigt werden, psychisch und auch ganz praktisch. Und hier sind die Informationen auf den Patientenhomepages unverzichtbar.

 

 

Webmaster

www Punkt geocities Punkt com Slash HotSprings Slash 8004

 

Sprecherin

Hallo, ich heiße Sue. Ich hatte ein invasives, malignes Thymom. Na war das eine Freude für die behandelnden Ärzte. Freitag Nachmittag bekamen sie einen total exotischen Fall auf den Tisch. Gerade das richtige zum Wochenende. Ich habe mich aber von der allgemeinen Verwunderung nicht verunsichern lassen. Wichtiger Tipp: Vor jeder Strahlentherapie sollte man eine Kleinigkeit essen! Ich habe einmal die recht unangenehme Erfahrung gemacht, nüchtern bestrahlt zu werden. Mir war den ganzen Tag übel und den nächsten Tag ging es auch nicht wesentlich besser. Also, auch wenn man erbrochen hat, sollte man sich dazu zwingen wenigstens einen Zwieback oder 2 Kräcker zu essen.

O Ton 6 Forbriger

Und da können sich sehr viele Angehörige oder die Patienten selbst, ganz viele Tricks abkucken. Das heißt, wie hat der das gemacht, warum wurde dem eigentlich nicht übel , mit ist doch jeden Morgen übel geworden wieso, auch ich darf mich nicht waschen bei der Strahlentherapie, hat mir niemand gesagt also ganz, ganz viele praktische Tipps auch im Umgang mit Krankenkasse, wo man sag, wieso diese Krankenkasse, bewilligt das, wieso meine nicht, wir sind doch in der gleichen nur in einer andern Stadt, da muss ich noch mal nachhacken.

 

Autor

Die Informationen können für Krebspatienten und chronisch Kranke überlebenswichtig sein. Neben den Fakten liefert das Internet aber auch Emotionen. Gerade die Homepages der Patienten zeigen den anderen: Du bist nicht allein. Andere haben die gleichen Probleme, man kann den Krebs besiegen, auch nach einer erfolgreichen Behandlung ist es in Ordnung, Alpträume zu haben.

 

 

Webmaster

www Punkt Brustkrebs Punkt net slash chat

 

Sprecherin

Brustkrebs net nennt sich die Homepage der Berliner Brustkrebsinitiative. Die Patientinnen haben hier nützliche Verknüpfungen zu ihrer Krankheit zusammengestellt. Zum Beispiel zur Mailingliste des Medizinforums. Hier können die Patientinnen Fragen auf eine Art virtuelle, für alle sichtbare Wandzeitung schreiben. Wer einen Rat hat, egal ob Arzt oder Mitbetroffene, antwortet auf dem gleichen Weg. Das kann schon mal ein paar Tage Dauern. Schneller ist der Brustkrebschat, für den sich die Patientin allerdings anmelden muss.

O Ton 7 Krohn

Ich vergleiche es immer gerne mit Telefonieren nur das man die Worte eintippt und nicht spricht und in dem Moment wo man sie eintippt erscheinen sie auch gleich live im Internet und das Gegenüber mag es in Köln sitzen in Graz, in Dubai egal wo sieht es zur gleichen Zeit wie ich. Die Funktion das ist ein Austausch untereinander nach dem Motto: ich hab das und das Medikament bekommen ich hab die und die Nebenwirkungen, geht es Dir genauso. Aber auch ganz alltägliche Sachen wie mir geht’s heute schlecht, kann mich jemand aufmuntern, auch so was passiert. Oder meiner Schwester geht’s ganz schlecht, wie kann ich ihr am besten helfen. Das ist ganz vielfältig, was da für Themen, das ist klönen im weitesten Sinne.

 

Autor

Dorle Krohn hat die Berliner Brustkrebsinitiative mitgegründet und dafür gesorgt, dass sie auch im Internet zu finden ist. Chats, die on-line-Kaffeekränzchen, und die Mailinglisten, sind für viele chronisch Kranke der schnellste Weg zur Lösung alltäglicher Probleme. Solche Informationen von Patient zu Patient sind unverzichtbar. Das gestehen auch viele Ärzte zu. Sie warnen aber vor der virtuellen Gerüchteküche. Da werden kleine Fortschritte ganz schnell zu große Durchbrüchen hochgeredet. Etwa das Brustkrebsmittel Aromasin, das bei einer kleinen Gruppe von Patientinnen hilft, für die allermeisten aber nichts bringt. Jede Patientin ist eben anders. Gerade deshalb ist es so wichtig, nicht gleich jeden Erfolgsbericht im Internet auf das eigene Leiden zu beziehen sonder zuerst mit dem Arzt zu sprechen. Sonst kann aus Euphorie ganz schnell Katzenjammer werden. Inzwischen nehmen auch viele Ärzte direkt an den Chats und Mailinglisten teil, um Fehlinformationen gerade zurücken und falsche Hoffnungen erst gar nicht entstehen zu lassen. Dr. Hans Joachim Kubenec vom Mama-Zentrum am Krankenhaus Moabit, Berlin, hat festgestellt, dass Gerüchte über Wundermittel oft gezielt von Geschäftemachern in die Welt gesetzt werden, die das Internet als billige Werbeplattform entdeckt haben.

O Ton 8 Kubenec

Ja, selbstverständlich sind mir solche Angebote untergekommen und die sind besonders widerwärtig, weil natürlich Patienten, die eine Krebserkrankung haben, nach jedem Strohhalm greifen, der sich ihnen bietet. Und wenn sie dann in dieser Not angesprochen werden von teilweise rührseligen Seiten oder was ich noch viel perfider finde, wenn solche Anbieter sich in solche Diskussionsforen hereinschleichen und überhaupt nicht kundtun wer sie sind und Ratschläge geben: Ein Teeanbieter behauptet, dass Lebermetastasen bei Brustkrebs durch das Trinken seines Tees weggegangen seinen und dann erzählt von seiner Tante, und die sei dadurch geheilt worden dann sind das einfach üble Sachen, die auch gefährlich sind für andere, die unter Umständen Zeit verlieren.

 

Webmaster

www Punkt Brustkrebs Strich Berlin Punkt de

 

Sprecherin

Auf deiner Webseite informiert Hans-Joachim Kubenec detailliert und mit einer ausführlichen Linkliste über die Brustkrebsdiagnostik. Seine Hauptbotschaft lautet: unklare Mammographiebefunde sollten nicht mit eine Operation abgeklärt werden, sondern mit minimal-invasiven Methoden. Auf den Seiten von Brustkrebs-Berlin kann sich jede Frau umfassend über alle Alternativen informieren.

O Ton 9 Kubenec

Diese neueren Methoden setzen sich bei den Ärzten relativ langsam durch, das kann unter Umständen auch ökonomische Gründe haben, und wir glauben, dass wenn wir die Frauen über diese modernen Verfahren informieren, dass sie dann gezielt nach diesen modernen Verfahren fragen können und sich darüber erkundigen können, wo diese modernen Verfahren durchgeführt werden.

 

Autor

Je mehr dieses Angebot genutzt wird, desto häufiger müssen Ärzte damit rechnen, dass die Patientinnen wie Kathrin Beck ihnen zunächst einmal einen Stapel Ausdrucke aus dem Internet auf den Tisch legen.

O Ton 10 Beck

Also ich muss sagen auf dem Gebiet hatte ich ganz wunderbare Ärzte, die sind ziemlich gut gewesen, sie haben das gut gefunden, das man sich selber weiterbildet, haben dadurch auch, haben letztlich mich gefragt was ist denn das mit dem Internet so war das eine Kommunikation mit den Ärzten, die sich sehr gut für mich gemacht hat jetzt rein auf der Bewältigungsebene das ich mit meinen Ärzten reden konnte und letztendlich noch als Informant gelten und das fanden die natürlich auch gut.

Autor

Die Patientin als Expertin in eigener Sache. Die Ärzte werden sich daran gewöhnen müssen. Viele tun sich noch schwer damit, sie fürchten, etwas von ihrer Macht abzugeben. Andererseits sind die Mediziner gerade als Lotsen durch die Gesundheitsinformationen des Internet unverzichtbar. Einen solchen Lotsen zu finden, ist aber noch lange nicht selbstverständlich. Kein Wunder, dass sich viele Patienten an die Ärzte wenden, die im Internet Flagge zeigen. In Deutschland ist die Ferndiagnose sogar gesetzlich verboten. In den USA sieht man das gelassener. Die Behandlung per Telefon oder Fax ist akzeptiert und auch die Cyberdocs im Internet gewinnen an Bedeutung. Wie es um ihre Qualität steht, das hat Gunter Eysenbach getestet.

O Ton 11 Eysenbach

Ich hatte mich da als Patient ausgegeben und hab mich hab da eine standardisierte e-mail an verschiedene Cyberdocs geschrieben in der ich mich als Patient mit unter Immunsuppression ausgegeben hab und die Cyberdocs hätten da unbedingt ein ganz bestimmtes Medikament verschreiben müssen oder mich zumindest zum Arzt schicken müssen es gab aber teilweise den Fall also in zwei von sieben Fällen war es so, dass die Information, die da angeboten wurde, eindeutig unseriös war, der eine wollte dass ich Regenwasser trinke und der andere wollte mir ein homöopathisches wirkungsloses Medikament verschreiben. Wenn es sich um einen echten Patienten gehandelt hätte, dann hätte er dadurch versterben können, dass er eben nicht rechtzeitig das richtige Medikament bekommt.

 

Autor

Schon aus Kostengründen dürfte in Zukunft die Behandlung über Internet zunehmen. Derzeit kann Gunther Eysenbach von den Cyberdocs aber nur abraten. Das gleiche gilt auch für die vielen Internetapotheken.

 

Webmaster

http doppelpunkt Doppelslash viagra Strich sales Punkt com

 

Sprecherin

Es gibt unzählige Viagra-Seiten. Der Hersteller der Potenzpille hat eine Webseite zum Krankheitsgebiet der erektilen Funktionsstörung. Zu Beginn werden die Fakten scheinbar objektiv dargestellt. Am Ende läuft alles zu auf ein paar Vidoclips Mit Erfolgsgeschichten. "Es war wie in den Flitterwochen. Nach 22 Jahren ohne körperliche Beziehung war es wie Flitterwochen". Auf anderen Seiten kann man die Potenzpille einfach per Mausklick bestellen. Manchmal muss zunächst ein Formular ausgefüllt werden, in dem nach Alter, Geschlecht und Beschwerden gefragt wird. Zum Beispiel bei Herzproblemen dürfte Viagra auf keinen Fall genommen werden. Die Fragebogen werden aber offenbar nicht gegengelesen, bevor die blauen Pillen in den Versand kommen.

 

 

Autor

Doch wer voll Lust den Bestellbutton für Viagra anklickt kann sein blaues Wunder erleben. Von der Kreditkarte wird zwar sicher abgebucht, ob die Lieferung erfolgt, steht aber in den Sternen. Oft kommen nur lose Tablettenstreifen, ohne Beipackzettel, was sich wirklich hinter dem blauen Pillen verbirgt, kann keiner wissen. Dabei ist Viagra noch eines der harmloseren Angebote. Gerade auf Bodybuildingseiten und auf Seiten zur Lebensverlängerung wie der Anit-Aging Hompage werden stark wirksame Hormone und Intelligenzpillen angepriesen warnt Dr. Rainer Bienfait, Internetexperte des Berliner Apotherkerverbands.

O Ton 12 Bienfait

Man kann über das Internet beispielsweise ein Mittel gegen epileptische Anfälle erwerben, das wird natürlich nicht unter dieser Indikation beworben, sondern man sagt, das ist ein Mittel was die Denkfähigkeit erhöht, die geistige Leistungsfähigkeit erhöht. Das ist also letztendlich ein Betrug desjenigen, der dieses Medikament über das Internet erwerben will. Sicherlich, wenn ich ein stark wirksames Medikament, wie es das ist unkontrolliert einnehme und auch vor allem unnötigerweise einnehme, muss ich mit Nebenwirkungen rechnen. Ganz normale Nebenwirkungen von solchen Mitteln sind beispielsweise gewisse Müdigkeit und damit verbunden Verzögerung der Reaktion. Bei einem Berufskraftfahrer oder auch bei einem normale Kraftfahrer oder einem Fußgänger kann man sich vorstellen, was dabei herauskommen kann.

 

Autor

Vor den Internetapotheken kann man nur warnen. Es geht hier nur ums Geschäft, die Interessen der Patienten spielen keine Rolle. Das gilt im übrigen für viele Seiten im Internet. Im virtuellen Raum kann sich jeder einen Doktortitel andichten um sein Produkt zu verkaufen. Und auch scheinbar seriöse Angebote führen oft in die Irre. Doris Krohn von der Brustkrebsinitiative bedauert besonders, dass die Domain Namen, sozusagen die Straßenschilder in Internet, oft nicht halten, was sie versprechen.

O Ton 13 Krohn

Inzwischen hat sich glaube ich jeder Arzt in Deutschland für irgendeine Krankheit ne eine Domain gesichert ich halt das nicht unbedingt für legitim aber es ist nun mal so. das nicht in Ordnung. Brustkrebsinfo zum Beispiel, Brustkrebs-info.de das ist eine Domain die einem Internisten gehört, der mit Brustkrebs eigentlich gar nichts zu tun hat aber er hat seine Praxis darauf vorgestellt finde ich nicht so toll, weil Frauen, die tatsächlich Infos zu Brustkrebs suchen, finden da nun so überhaut nichts.

 

Autor

Die Domainnamen haben auch eine strategische Bedeutung. Brustkrebs-info wird bei den Suchmaschinen aus technischen Gründen weit nach oben und damit ins Bewusstsein der Surfer gerückt. Wer so einen Namen gesichert hat, kann also durchaus Einfluss auf die Meinungsbildung nehmen.

 

Webmaster

http doppelpunkt Doppelslash medpics Punkt org

 

 

Sprecherin

Medpics ist eine Initiative der Europäischen Union. Sie will es den Patienten erleichtern, die medizinischen Internetangebote richtig einzuschätzen. Als erster Schritt soll eine Art Qualitätssiegel eingeführt werden, dass nur Webseiten erhalten, die ihre Inhalte von Fachleuten begutachten lassen. Schwarze Schafe werden sich allerdings kaum zu diesem Web-TÜV anmelden. Deshalb sieht das EU-Projekt eine zweite Stufe vor, die mit dem PICS-Standard arbeitet. Er erlaubt es, auch gegen den Willen der Anbieter eine Warnung an eine unseriösen Internetseite anzuhängen.

 

O Ton 14 Eysenbach

Dieser PICS Standard wird ja heute schon für Jugendschutzzwecke eingesetzt, das heißt Eltern können ihren Browser so modifizieren, dass Jugendlich z.B. nicht auf Websites zugreifen können die pornographische Inhalte aufweisen und genau diese Infrastruktur wollen wir eben auch nutzen. Wobei wir nicht an Filterung oder Blocking interessiert sind, sondern wir sind einfach daran interessiert dass hier Informationen über diese medizinische Website im Hintergrund abgefragt werden kann. Es könnte so aussehen dass irgendwie ein Fenster aufgeht und dort ein Link zu dieser Medcertain also zu dieser Zertifizierungsprojekt Website geht und dort eben z.B. erklärt wird das der Websitebetreiber schon aufgefallen ist durch unseriöse Machenschaften.

 

Autor

Gunther Eysenbach, der an der Entwicklung von medpics mitarbeitet, hofft, dass das System es den Geschäftemachern im Internet schwer macht. Es wird noch einige Zeit brauchen, bis medpics funktioniert, bis Mediziner die Inhalte des Internets überprüfen. Diese Überprüfung wird in Zukunft aber keine Einbahnstrasse sein. Die Ärzte kontrollieren nicht nur Webseiten, das Internet bietet den Patienten auch die Chance, die Qualität ihrer Ärzte abzuklopfen. Das ist gerade beim Thema Brustkrebs wichtig, wo in letzter Zeit mehrere Fälle von ärztlichem Fehlverhalten oder Schlamperei zutage kamen.

 

O Ton 15 Krohn

Diese Verunsicherung unter den Frauen die zur Zeit herrscht, kann eigentlich nur abgeschafft werden, sage ich mal in dem die Klinken sich hinstellen und sagen passt auf hier wir machen dieses, jenes, das und das machen wir so oft, damit eine Frau vergleichen kann, Mensch ich will jetzt einen Brustaufbau machen, in der Klink macht das sozusagen der Pförtner, in Tüddelchen, die machen das 5000 mal im Jahr da geh ich doch lieber dorthin als in en Klinik, die das nur zweimal im Jahr machen. Weil ich meine es ist ja auch das gute Recht jeder Patientin, ihre Chirurgen zu fragen, wie oft haben sie diese Operation schon gemacht, aber die wenigsten Frauen trauen sich das einfach und deshalb wäre es gut, wenn es im Netz steht.

 

 

Autor

Es gibt schon einige Ärzteverzeichnisse in Internet. Sie weisen den Weg zum Facharzt in der Nähe. Wegen des Werbeverbotes für Mediziner ist ein Qualitätsvergleich derzeit nur über die Erfahrung möglich, messbar als Zahl, der mit einer Methode behandelten Patienten. Vielleicht wird aber ein Zuckerkrankheitsspezialist im Web veröffentlichen, wie viele seiner Patienten erblinden oder an die Dialyse müssen. Solche Informationen zu sammeln und zu überprüfen, dass lässt sich ehrenamtlich kaum bewerkstelligen. Kein Wunder, dass die Gesundheitsseiten des Internet einen deutlichen Trend zur Professionalisierung zeigen. So verhandelt Christopher Weber mit Banken und Sponsoren. Er jongliert mit Businessplänen und Finanzierungsstrategien. Denn schon bald, davon ist er überzeugt, wird der Gesetzgeber die Bestimmungen lockern und eine medizinische Versorgung über das Internet ermöglichen. Und dann soll Mosaico Medico den Patienten mit genetisch bedingten Krankheiten einen umfassenden Service bieten.

O Ton 16 Weber

Der Patient sollte davon erwarten, bessere auf ihn maßgeschneiderte Information und Behandlung sprich Produkte zu bekommen. Also ich stelle mir vor, dass die Leute, die krank sind mit einer bestimmten Krankheit, alles finden, alle Bedürfnisse gedeckt bekommen, die sie brauchen. Das kann eine Medikament sein, das kann eine Reise sein mit einem bestimmten Erholungswert, das kann eine Information sein, oder eine Beratungsleistung. Das heißt, da sitzen Ärzte, da sitzen Berater rund um die Uhr, die ihre Frage beantworten entweder oder e-mail oder per Telefon und Fax.

 

Autor

Maßgeschneiderte Gesundheitsangebote, kommerziell, aber mit gesicherter Qualität. Das ist die eine Perspektive für die Medizin im Internet. Daneben wird es aber immer die Quacksalber der Cyberwelt geben. Dass sie auch Gefährliches über die Datenhighways verbreiten, das dürfte sich im Internet so wenig verhindern lassen wie in der normalen Realität. Deshalb ist es entscheidend, nach dem Ausflug in die virtuelle Welt, auch mit dem realen Arzt zu sprechen. Das Wichtigste für die Patienten bleibt aber die Möglichkeit, schnell Kontakt zu ihren Leidensgenossen und so praktische Hilfe und psychologische Unterstützung zu finden.

 

Webmaster

www Punkt medizin Strich forum Punkt de Slash Foren Brustkrebs

 

Sprecherin

Kassandra: Mein Hausarzt bekam von mir erklär, was Zodalex ist, onkologische Praxen gibt es hier in der Gegend nicht. Nur meine Frauenärztin ist wunderbar und wir lernen gemeinsam immer mehr über Brustkrebs. Obwohl als Kassandra ja eigentlich eine Schwarzseherin, bin ich doch ein Glückspilz, weil ich mir zuerst einen Computer mit Internet-Anschluss anschaffte und erst danach an Brustkrebs erkrankte. Ich wüsste nicht, was ich ohne die Infos aus dem www machen würde.

 

Webmaster

www Punkt dradio Punkt de

 

Sprecherin

Auf den Internetseiten des Deutschlandradios finden Sie das Manuskript dieser Sendung und eine Linkliste als Einstieg in die Medizinadressen des World Wide Web.

 

Webmaster

www Punkt dradio Punkt de

 

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