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Gefährliche Viagra-Bestellung über das Internet

Skrupellose Geschäftemacher riskieren Menschenleben

Köln. Die umstrittene Potenz-Pille Viagra ist weltweit nur gegen Rezept und nach eingehender ärztlicher Untersuchung erhältlich. Aus gutem Grund, denn die Liste der Nebenwirkungen ist lang. Die Weltgesundheits-Organisation schätzt die Zahl der Todesopfer nach Einnahme der blauen Pillen auf mehr als 500 - Tendenz steigend, denn immer mehr skrupellose Geschäftemacher haben einen neuen Vertriebsweg für das vermeintliche Wundermitel entdeckt. Sie bieten Viagra über das Internet an. Hier können selbst Menschen, die das Medikament auf gar keinen Fall schlucken dürfen, die Pillen ohne Probleme beziehen.

Dr. Günther Eysenbach, Leiter der Forschungsgruppe Cybermedizin an der Universitätsklinik Heidelberg, wollte es genauer wissen und hat zehn Firmen, die Viagra über das World Wide Web anbieten, einem Test unterzogen. Er gab sich als 69-jährige Frau mit Orgasmusschwierigkeiten aus, die an Übergewicht und Bluthochdruck leidet und zudem noch Medikamente einnimmt, die bei gleichzeitiger Einnahme von Viagra tödlich sein können. Von einem 'normalen' Arzt wäre die Potenz-PIlle in diesem Fall nie verschrieben worden.

Die Firmen im Internet waren da wesentlich skrupelloser, denn es lockt das große Geld. Durchschnittlich 30 Mark verlangten sie für eine einzige Pille, doppelt so viel wie in regulären Apotheken. Zusätzlich wurden im Schnitt noch rund 140 Mark für die 'medizinische Untersuchung' durch einen angeblichen 'Cyber-Doc' fällig. Dafür zeigten sich die Firmen bei der Verschreibung von Viagra ausgesprochen 'großzügig'. Obwohl die medizinische Vorgeschichte der angeblichen Patientin eine Behandlung mit Viagra ausschloß, schickten immerhin drei der zehn Unternehmen die angeforderten Pillen.

Einer Lieferung war immerhin eine Kopie der Original-Packungsbeilage der Herstellerfirma Pfizer beigefügt, den beiden anderen lagen lediglich unvollständige Informationen bei. Eine Firma schickte eine E-Mail mit der Warnung, die anderen, lebenswichtigen Medikamente während der Einnahme von Viagra abzusetzen. Von den sieben Firmen, die eine Lieferung ablehnten, waren zwei ganz dreist: Sie kassierten trotzdem ab.

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Updated : 14.08.99
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