Quelle:

Eysenbach, G.: Computer-Manual für Mediziner und Biowissenschaftler.
266 Seiten. 90 Abbildungen. 11 Tabellen.
München - Wien - Baltimore: Urban & Schwarzenberg Verlag 1994.
ISBN 3-541-11841-5
© Gunther Eysenbach

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So geht's:

Ein Bestseller: Das Buch belegt seit Jahren Platz 1 in der Buchkategorie linkout.gif (901 Byte)Medizin und Datenverarbeitung!


Computer-Manual für Mediziner und Biowissenschaftler

Eine praxisorientierte Darstellung von Computeranwendungen in der Medizin und in den Biowissenschaften

von Gunther Eysenbach


An dieser Stelle online abrufbar sind:

  • Rezensionen und Berichte über das Computer-Manual für Mediziner und Biowissenschaftler
  • Komplette Inhaltsübersicht des Buches
  • Geleitwort des Buches - Volltext
  • Vorwort - Volltext
  • Kapitel 4: Wichtige Datenbanken in der Medizin - Volltext
  • (um zum entsprechenden Lesezeichen [Anchor] zu gelangen, bitte anklicken, oder einfach nach unten scollen)


    Rezensionen und Berichte über das "Computer-Manual für Mediziner und Biowissenschaftler"

    Wenn Sie selbst eine Rezension schreiben wollen: Bitte fordern Sie beim Verlag ein Rezensionsexemplar per Fax unter (089) 5383-198 mit den folgenden Angaben an:

    Für weitere Fragen U&S - Presseservice: Simone Pfister Telefon: (089) 5383-251, Petra Taint Telefon: (089) 5383-241

    Folgende Rezension stammt aus:

    Chir Gastroenterol 13/2/97

    ...Eysenbachs Buch stellt einen kompetenten Führer für die Computer-Anwendung in der Biomedizin dar. Hervorzuheben ist der flüssige Stil des Autors, verbunden mit lockerer Ausdrucksweise.
    Das Buch stellt technische Zusammenhänge unkompliziert und in einer für den Computer-Laien adäquaten, leicht verständlichen Terminologie dar....

    R. A. O. Sunak, Bad Kissingen

    Folgende Rezension stammt aus:

    Zentralbl Chir 120 (1995) 255-2

    "Ein hervorragendes Lehrbuch und Nachschlagewerk "

    Das Wissen der Menschheit wächst exponentiell, das menschliche Gehirn reicht längst nicht mehr aus. das gesamte Wissen zu speichern und zu verarbeiten. Dies gilt für die Wissenschaft insgesamt wis auch für Teilgebiete. so die Medizin. Der Computer ist zu einem unerläßlichen Werkzeug geworden, er ist "die Fortsetzung des menschlichen Gehirns mit anderen Mitteln." Daraus folgt: "Kein Mediziner kommt heute noch ohne Computerkenntnisse aus....", so der Autor Gunther Eysenbach im Vorwort zu seinem Buch. In zehn Kapiteln will er eine systematische und praxisnahe Übersicht über die wichtigsten Bereiche geben, in denen Mediziner und andere Biowissenschaftler mit Computern zu tun haben.

    Auf die "Grundlagen der medizinischen Informatik" folgt ein Kapitei, das sich mit dem Erstellen wissenschaftlicher Publikationen und Dissertationen befaßt. Schwerpunkte sind hier Datenerfassung. statistische Analyse, graphische Ergebnispräsentation und Textverarbeitung. Vier Kapitel zum Thema "Datenbanken" schließen sich an, wobei nach einer allgemeinen Einführung spezielle Datenbanken (MEDLINE u.a.) und die Datenbankrecherche behandelt werden. Weitere Kapitel über Literaturverwaltungsprogramme, wissenschaftliche Computernetzwerke. computerunterstütztes Lernen und medizinische Expertensysteme runden das Buch ab.

    Nach der Lektüre bleibt dem Rezensenten nur zu sagen: Chapeau! Der Autor hat das selbstgesteckte Ziel erreicht, ihm ist ein hervorragendes Lehrbuch und Nachschlagewerk gelungen.

    A. Classen, R.T. Grundmann (Melsungen)

    Folgende Rezension stammt aus:

    Deutsches Ärzteblatt 92, Heft 10, 10. März 1995 (41) C-453

    "Ein Standardwerk"

    Für die Praxisverwaltung ist der Computer als Organisationsmittel heute nicht mehr wegzudenken. Mehr als 30 Prozent der niedergelassenen Ärzte haben bereits in dieses "Werkzeug" investiert. Mit dem Praxis-PC werden Kassenabrechnungen rationalisiert, Statistiken erstellt und Leistungseingaben verwaltet. Doch der PC kann mehr. In der Regel sind die Kapazitäten einer Praxis-EDV mit einem Praxis-Venvaltungsprogramm noch lange nicht ausgelastet. Mit sinnvollen Zusatzeinrichtungen, wie zum Beispiel mit einem Modem, lassen sich beute schon sehr interessante Zusatzdienste für den Praxisalltag nutzbar machen.

    Aber welche Zusatzdienste werden angeboten, und wie kann man diese Dienste in eine EDV integrieren? Einen Ratgeber zu diesem Thema hat jetzt der Verlag Urban & Schwarzenberg, München,herausgegeben. Der Autor des Buches "Computer-Manual für Mediziner und Biowissenschaftler", Gunther Eysenbach, Freiburg, gibt einen praxisorientierten Einstieg in neue Möglichkeiten von Anwendungen der EDV-Technik. Dabei liegt ihm vor allem die Erläuterung der großen medizinischen und biowissenschaftlichen Datenbanken am Herzen. Der Leser wird mit Hilfe praktischer Beispiele im Umgang mit einem immer größer werdenden Angebot an medizinischen Datenbanken geschult und unterwiesen, wie er sich diese nutzbar machen kann.

    Nützlich ist dieser Ratgeber auch für Medizinstudenten, die ihre Examens- oder Doktorarbeiten mit gut recherchiertem Quellenmaterial abstützen wollen. Aber auch Spezialisten der molekularen, biochemischen Forschung können sich mit diesem Buch weiterbilden in der immer wichtiger werdenden Grundlagenarbeit mit weltweit zur Verfügung gestellten, molekularbiologischen Datenbanken.

    Für den niedergelassenen Arzt ist in diesem, sicher zu einem Standardwerk der medizinischen Informatik avancierenden Titel, die Untenweisung in die Grundlagen medizinischer EDV interessant. Hier werden allgemein verständliche Fragestellungen der Hard- und Softwareauswahl genauso umfassend beantwortet wie Teilaspekte, zum Beispiel die Erklärung unterschiedlicher Betriebssysteme und ihre Beurteilung und die Aufklärung über Computer-Viren.

    Gunther Eysenbach gibt anhand praktischer Beispiele einen Ausblick auf sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten der medizinischen EDV, die sicher in Zukunft größere Bedeutung auch in Deutschland erhalten werden. Hierzu gehört die Weiterbildung in der Medizin durch Simulationsprogramme und Multimedia-Applikationen. Neben aktuellen Entwicklungen auf diesem Gebiet werden Kriterien zur Bewertung von "Computer Based Training" an die Hand gegeben. Darüber hinaus werden Funktionsweisen von medizinischen Expertensystemen erklärt und Lösungsmöglichkeiten diskutiert, wie diese sich in die medizinische Entscheidungsfindung integrieren lassen.

    Das Buch "Computer-Manual für Mediziner und Biowissenschaftler" ist ein Informationswerk über EDV-Anwendungen in der Medizin.

    Dem interessierten Leser fällt es Icicht, sich in dieses Gebiet einzulesen, weil es dem Autor gelingt, Fachterminologien weitgehend zu vermeiden. Mit der Wahl seiner Themenschwerpunkte wird das Buch noch in einigen Jahren ein Standardwerk darstellen, weil es Entwicklungen in der medizinischen EDV-Anwendung beschreibt, die allmählich erst in den Forschungs- und Praxisalltag Eingang finden.

    Thomas Heine, Dortmund

    Folgende Rezension stammt aus:

    PraxisComputer Nr. 3, 10. April 1995, S. 47

    Computer sind aus der praktischen Medizin und der biomedizinischen Forschung nicht mehr wegzudenken. Kein Student oder Doktorand der Medizin, kein Arzt oder Biowissenschaftler kommt heute noch ohne entsprechende Grundkenntnisse aus.

    Dieses Buch vermittelt das für Mediziner und Biowissenschaftler relevante Wissen in unkomplizierter Sprache und spannend aufbereiteter Form, wobei nicht nur Computereinsteiger, sondern auch fortgeschnttene Anwender profitieren werden. Neben einer Einführung mit der kurzen Darstellung von praxisrelevanten Grundlagen (z.B. Funktionsweise eines Mikrocomputers, Hard- und Softwaregrundlagen, Betriebssysteme, Computerauswahl), wird im Buch insbesondere das medizinisch-wissenschaftliche Anwendungsgebiet berücksichtigt. Themen wie wissenschaftliche Textverarbeitung, Statistik, Grafikerstellung und Datenpräsentation unterstützen den Leser, mit Computerhilfe rationell und erfolgreich zu arbeiten und zu promovieren.

    Einen besonderen Schwerpunkt des Buches bilden medizinische Literaturund Faktendatenbanken (MEDLINE u.a.), deren Anwendung heute bereits ein essentieller Bestandteil wissenschaftlichen Arbeitens ist. Auch molekularbiologische Sequenzdatenbanken (z.B. Gen- und Proteindatenbanken) sowie die Möglichkeiten des Biocomputing werden angesprochen, ebenso die Nutzung von weltweiten Forschungs-Computernetzen für die Kommunikation unter Wissenschaftlern. Weitere Themen wie "computergestütztes Lernen" oder "Expertensysteme in der Medizin" zeigen andere interessante Anwendungsmöglichkeiten für Studium und Praxis auf.

    Das Computer-Manual für Mediziner und Biowissenschaflter ist im medizinischen Buchhandel erhältlich. Ein Muss fuer jeden Mediziner !

    (ohne Autorenangabe)

    Aus Praxis und Computer, 1994

    Computer-Manual für Mediziner und Biowissenschaftler - mit Lob überschüttet

    Der Verlag Urban & Schwarzenberg stellte im April dieses Jahres mit dem "Computer-Manual für Mediziner und Biowissenschaftler" erstmals ein umfassendes Lehrbuch zu Computeranwendungen in der Medizin vor, welches bereits wenige Wochen nach Erscheinen von der Fachpresse mit Lob überschüttet wurde - in einer Rezension ist sogar von einer neuen "Bibel" für an EDV interessierten Medizinern die Rede. Prof. Dr. med. Klar, Direktor der Abteilung für Medizinische Informatik im Universitätsklinikum Freiburg, schreibt zu diesem Buch: "Insgesamt schließt dieses Werk einige große Lücken, die durch den generellen Mangel an Lehrbüchern für Medizinische Informatik nicht nur in Deutschland entstanden sind. Es zeigt allen Medizinern und Biowissenschaftlern sehr konkret, anschaulich und unkompliziert die wichtigsten Nutzungsmöglichkeiten des Computers (...), nimmt ihnen mögliche Ängste oder Aversionen gegenüber Computern und vermittelt fachlich korrektes und hoch relevantes Wissen der Medizinischen Informatik." Tatsächlich gibt es niicht nur im deutschen Sprachraum, sondern auch in ganz Europa kein Buch mit annähernd vergleichbarem Inhalt.

    Ziel des Buches ist es, dem Leser eine systematische und praxisnahe Übersicht über die wichtigsten Bereiche zu geben, mit denen der Mediziner im Zusammenhang mit Computern zu tun hat. Einsteiger profitieren von diesem Buch ebenso wie Fortgeschrittene, die bereits fundiertes Computerwissen besitzen, und dieses auf dem Gebiet der Medizin und Biowissenschaften einsetzen wollen.

    Obwohl das Buch natürlich vor allem auf Ärzte in Klinik und Forschung sowie medizinische Doktoranden abzielt, ist es durchaus auch interessant für niedergelassene Ärzte, die wissen wollen, was ihr Computer außer KV-Abrechnungen sonst noch kann.

    Kaum ein anderes Gerät läßt sich so vielseitig und kreativ einsetzen, wie der Computer. Voraussetzung hierfür sind aber gewisse Grundkenntnisse und ein Überblick über die wichtigsten Anwendungsmöglichkeiten. Kapitel 1 behandelt daher zunächst einige Grundlagen der medizinischen Informatik.

    Das zweite Kapitel konzentriert sich speziell auf die Nutzung des Computers für wissenschaftliches Arbeiten, mit Ausführungen zur Textverarbeitung, Graphikerstellung, und Datenpräsentation. Dem fortgeschrittenen Anwender mag es als nützliche Synopsis mit Zusammenstellung der wichtigsten wissenschaftlichen Standardsoftware dienen.

    In den Kapiteln 3 bis 6 geht es um Datenbanken. Sie bilden den Schwerpunkt des Buches, denn die dort angesprochenen Themen sind für den Mediziner von großer praktischer Bedeutung. Zudem wird gerade auf diesem Gebiet vom Anwender sehr viel falsch gemacht. In Kapitel 3 (Einführung in Datenbanken) werden zunächst einige wichtige Grundbegriffe zum Thema "Datenbank" ausgeführt und anhand von Beispielen und Abbildungen veranschaulicht.

    Kapitel 4 (Wichtige Datenbanken für Mediziner) enthält eine ausführliche Beschreibung der wichtigsten medizinischen Datenbanken. Besonders gründlich wird dabei auf MEDLINE eingegangen, aber auch andere Datenbanken kommen nicht zu kurz: EMBASE, BIOSIS, CANCERLIT, AIDSLINE, SCISEARCH, BIOETHICSLINE, PSYCLIT, CATLINE, MEDIKAT, ABDA und andere Medikamentendatenbanken, DIAGNOSIS, PDQ und zahlreiche Volltextdatenbanken werden behandelt.

    Ein besonderes Kapitel innerhalb des Abschnitts Datenbanken stellt Kapitel 5 (molekularbiologische Datenbanken und Biocomputing) dar. Molekularbiologische Datenbanken spielen eine zunehmend größere Rolle und sind innerhalb der letzten 10 Jahre zu einem primären Publikationsmedium für Sequenzdaten geworden, denen eine ähnliche Bedeutung zukommt wie einst Fachzeitschriften. Das Kapitel bietet außerdem einen Überblick über das technisch machbare und sinnvolle auf dem Gebiet des Biocomputing.

    Kapitel 6 (Theorie und Praxis der Datenbankrecherche) schließlich beschäftigt sich mit der Frage, wie man richtig und sinnvoll in einer Literaturdatenbank recherchiert. Erläutert wird dies anhand von Beispielrecherchen mittels SilverPlatter und bei DIMDI.

    Kapitel 7 (Kommunikation und Computernetze) beschäftigt sich mit Computernetzen und deren Einsatz für die elektronische Kommunikation. Weltweite Computernetze haben eine Infrastruktur für den raschen Informationsaustausch zwischen Medizinern aus aller Welt geschaffen, und lassen die Welt zum "globalen Dorf" schrumpfen. Das Kapitel gibt einen Einblick in dieses moderne Kommunikationsmedium und desssen Nutzen für den Arzt.

    In Kapitel 8 (Literaturverwaltungsprogramme) geht es wieder um Datenbanken, diesmal jedoch um "private" Literaturdatenbanken, die sich der Anwender selbst aufbaut. Sie erlauben den Aufbau eines Literaturarchivs und können die häufige Frage "Wo habe ich das denn erst kürzlich gelesen?" beantworten.

    Wie der Computer das Aneignen von medizinischen Fakten im Studium und in der medizinischen Weiterbildung unterstützen kann, wird in Kapitel 9 (Lernen am Computer) aufgezeigt.

    Kapitel 10 (Computer-assistierte Entscheidungsunterstützung) beschließt das Buch, und bietet zugleich einen Ausblick auf die zukünftige Rolle, die Computer auch in der ärztlichen Praxis spielen werden.

    Das Buch ist ein "Muß" für jeden Arzt, der an modernen Informationstechniken und neuen Medien interessiert ist.

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    Inhaltsübersicht "Computer für Mediziner und Biowissenschaftler"

    Geleitwort von Prof.Dr.R.Klar, Institut für medizinische Informatik, Freiburg

    Vorwort

    Abschnitt 1: Grundlagen der medizinischen Informatik

    1. Grundlagen der medizinischen Informatik

    1.1. Allgemeines

    1.1.1. Wie arbeitet ein Computer?

    1.1.2. Komponenten eines Computers: Hard-, Soft-, Firmware

    1.1.3. Information, Bit, Byte

    1.2. Kleine Hardwarekunde

    1.2.1. Großrechner, Minicomputer, Mikrocomputer

    1.2.2. Computerauswahl

    1.2.3. Anatomie eines Mikrocomputers

    Bus

    Serielle Schnittstelle

    Parallele Schnittstelle

    Prozessoren: INTEL-Familie, Motorola-Chips

    1.2.4. Peripheriegeräte

    Eingabemedien

    Massenspeichermedien

    Datensicherung

    CD-ROM

    Drucker

    Datenfernübertragung: Modem, Akustikkoppler, Terminalprogramm

    1.2.5. Mobile Computer

    1.2.6. Chip- und Speicherkarten

    1.3. Kleine Softwarekunde

    1.3.1. Moderne Softwarearchitektur, Benutzeroberflächen

    1.3.2. Betriebssysteme

    DOS

    MS Windows

    OS/2

    UNIX

    Windows NT und andere

    1.3.3. Viren

    2. Wissenschaftliches Arbeiten und Doktorarbeit mit dem Computer

    2.1. Der Biowisssenschaftler und seine Software - Übersicht

    2.2. Textverarbeitung

    2.2.1. Softwareauswahl

    2.2.2. Das Zusammenschreiben

    2.2.3. Begriffe und Techniken

    2.2.4. Weitere Features und Hilfsprogramme

    2.3. Graphik, Zeichnungen, Diagramme

    2.3.1. Zeichnungen, Diagramme, und Präsentationsgraphiken: Definitionen.

    2.3.2. Tabellenkalkulationsprogramme und Diagrammerstellung

    ----- Exkurs: Elemente eines wissenschaftlichen Diagramms

    ----- Exkurs: Ideal für die Einleitung: Das Tally-Diagramm

    2.4. Statistik-Software: SAS, SPSS, BIOMETRIX, Time-Dependent-Studies

    2.5. Studienplanung, Dateneingabe und Plausibilitätsprüfung

    2.6. Datenpräsentation und mündlicher Vortrag

    Abschnitt 2: Externe Datenbanken für Mediziner und Biowissenschaftler

    3. Datenbanken - Einführung: Was sind Datenbanken?

    3.1. Begriffserklärungen und Definitionen

    3.1.1. Datenbanken, Datenbasis, Retrieval

    3.1.2. online-Datenbanken

    3.1.3. Datenbankhersteller

    3.1.4. Datenbankbetreiber (Hosts)

    3.1.5. Datenbank-Gateways, Mailboxen

    ----- Exkurs: Entstehung und Vertrieb von MEDLINE

    3.2. Einteilung der Datenbanken

    3.2.1. Referenzdatenbanken

    3.2.1.1. Bibliographische Datenbanken

    Katalogdatenbanken

    3.2.1.2. Verweisdatenbanken (Projektdatenbanken, etc.)

    Projektdatenbanken

    Adressendatenbanken

    Datenbanken-Verweis-Datenbanken

    3.2.2. Faktendatenbanken

    alphanumerische Faktendatenbanken

    Vokabulardatenbanken

    Produktdatenbanken

    Methodendatenbanken

    Molekularbiologische Sequenzdatenbanken

    Volltextdatenbanken

    Grafikdatenbanken

    ------ Exkurs: ADONIS-CD-ROM

    3.3. Informationsvermittlungs-Stellen, Broker

    Auswahlkriterien

    ------ Exkurs: Die Auftragsrecherche

    3.4. Datenbanken nutzen

    3.4.1. Auswahl eines Hosts und einer Datenbank

    Auswahl einer Datenbank

    Datenbankübergreifendes Suchen

    Hilfsmittel zu Auswahl einer Datenbank

    Auswahl des Hosts

    3.4.2. Wichtige medizinische Hosts (DIMDI, STN, DATA-STAR, ECHO, EMBL)

    3.4.3. Retrieval

    Retrievalsprachen

    Intelligente Kommunikationsprogramme, front-ends

    4.4.4. Datenbanken auf CD-ROM

    4. Zusammenstellung medizinisch wichtiger Datenbanken

    4.1. Literaturdatenbanken

    4.1.1. MEDLINE

    Index Medicus

    MEDLINE

    Medical Subject Headings: MeSH Thesaurus

    Typen von MeSH-Schlagwörtern

    Major und minor subject headings

    MeSH-Felder in der Datenbank

    Recherche in MEDLINE

    MEDLINE-Inhalt

    4.1.2. EMBASE

    Kontrollierte Vokabularien bei EMBASE

    Indexierung und Schlagwort-Suche bei EMBASE

    Qualifier

    EMBASE auf CD-ROM, specialty subsets

    4.1.3. Weitere: BIOSIS, CANCERLIT, AIDSLINE, PHTM, SCISEARCH, BIOETHICSLINE, u.a.

    4.2. Literatur und Faktendatenbanken zu Pharmakologie/Pharmazie/Toxikologie

    4.2.1. Arzneimittel, Therapie: ABDA, IOWA, SMA, Rote Liste DB

    4.2.2. Toxikologie: TOXALL, IPA, CA, INTOX

    4.3. Diagnose- und Faktendatenbanken für den Praktiker

    4.3.1. Krebstherapie: Physician Data Query (PDQ)

    4.3.2. DIAGNOSIS, CLINICAL NOTES ONLINE

    4.4. Volltextdatenbanken (BGA-PRESSEDIENST, u.a.)

    5. Molekularbiologische Datenbanken und Biocomputing

    5.1. Elektronisches Publizieren von Sequenzdaten

    5.2. Wichtige Datenbanken

    5.2.1. LIMB

    5.2.2. EMBL Nucleotide Sequence Database

    5.2.3. Spezielle Gendatenbanken (EPD, TFD)

    5.2.4. Gen-Kartierungs-Datenbanken

    GDB

    OMIM

    5.2.5. Proteindatenbanken

    SWISS-PROT

    PIR

    PDB

    Enzymdatenbanken

    Prosite

    5.3. Biocomputing

    Sequenzkonversion

    Datenbanksuche

    Sequenzvergleiche (Alignment)

    Gensuche, Mustererkennung, Kompositionsanalyse

    Restriktionskarten

    Biochemische Charakterisierung und Sekundärstrukturvorhersage

    Die GCG-Biocomputing Software

    6. Theorie und Praxis der Datenbankrecherche

    6.1. Theoretisches zum Informations-Retrieval

    6.1.1. Grundbegriffe

    Information Retrieval Systeme

    Stopwords

    Basic Index

    Volltextsuche

    6.1.2. Indexierung, Thesaurus

    Manuelle Indexierung

    Thesaurus

    Problem der Indexierungskonsistenz

    6.1.3. Suche (retrieval)

    Volltext- vs. Schlagwortsuche

    Boolsche Verknüpfungen

    Näherungsoperatoren

    Güteparameter einer Recherche: Präzision und Ausbeute

    Retrieval-Expertensysteme

    6.2. Praxis der Datenbankrecherche

    6.2.1. Die CD-ROM-Recherche am Beispiel des Silverplatter-IRS (MEDLINE)

    6.2.1.1. Grundlegendes und Start

    6.2.1.2. Volltextsuche

    6.2.1.3. MeSH-keyword Suche

    6.2.1.4. Ausgabe der gefundenen Dokumente

    6.2.2. Die online-Recherche am Beispiel von DIMDI (MEDLINE)

    6.2.2.1. Verbindungsaufbau (Datex-P, WIN, BTX)

    6.2.2.2. Recherche mit GRIPS

    ----- Exkurs: Extraktion von Wissen

    6.2.2.3. Ausgabe der Daten

    ----- Exkurs: Literatur Metanalysen

    6.2.2.4. Weiterverarbeitung der Daten

    ODO (online direct orders)

    SDI

    7. Kommunikation und Computernetzwerke in der Wissenschaft

    7.1. Allgemeines zu Computernetzen

    7.2. Globale wissenschaftliche Computernetze (Internet, Bitnet)

    7.3. Das Internet: Eine Fundgrube für Biowissenschaftler

    7.3.1. Übersicht der Anwendungsmöglichkeiten

    ----- Exkurs: anonymous-FTP

    ----- Exkurs: Email Adressierung

    7.3.2. Beispiele aus dem biomedizinischen Bereich

    Informationsquellen

    Email

    Listserver

    Newsgroups (Usenet)

    Telnet (remote login)

    7.4. Zwei logische Netzwerke

    7.4.1. Cancernet

    7.4.2. European Molecular Biology Network (EMBnet)

    7.5. Mailboxnetze

    FIDO-Net

    MedNet, EMSA-Net, HIVnet

    Abschnitt 3:

    "in-house"-Datenbanken

    8. Literaturverwaltungsprogramme

    8.1. Download-Dateien

    8.2. Vorteile der elektronischen Literaturverwaltung

    8.3. Copyright-Bestimmungen beim Download

    8.4. Vorstellung der für Mediziner und Wissenschaftler wichtigsten Literaturverwaltungssysteme

    8.4.1. Begriffe und Konzepte

    8.4.2. Die einzelnen Programme

    8.4.3. Fazit

    Abschnitt 4: Lernen am Computer

    9. Theorie & Praxis des CAI (computer-assisted instructions)

    9.1. Entwicklung der CAI in der Medizin.

    9.2. Einteilung der CAI-Programme

    9.3. Simulationsprogramme

    9.4. Multimedia

    9.5. Prüfungen am Computer

    9.5.1. Computerexamen (CBX)

    9.5.2. Didaktikforschung

    9.6. Erstellung von Lernprogrammen

    9.6.1. Autorensprachen, Autorensysteme, MC-Datenbanken

    9.6.2. Entwicklungen aus Deutschland

    9.7. Ausblick

    9.8. Beispiele für medizinische Teachware

    10. Computer-assistierte med. Entscheidungsfindung (CAMEF)

    10.1. Einleitung

    10.2. Definition und Ziele von CAMEF

    algorithmisch - statistisch - wissensbasiert

    Wissen versus Daten

    Warum CAMEF?

    Standardisierung mit Expertensystemen und CAMEF

    10.3. Funktionsweise von Expertensystemen

    10.3.1. Problemlösungstypen

    10.3.2. Inferenzmechanismus, Wissensbasis, und Wissensrepräsentation

    10.3.3. Regeln

    10.3.4. Frames

    10.3.5. Wissensarten, Wissenserwerb, Wissensverifizierung

    10.3.6. Kliff & Plateau-Problem

    10.3.7. Erklärungsfähigkeit

    10.4. Erfolge und Akzeptanz von Expertensystemen

    sekundäre Erfolge

    ethische Aspekte

    Akzeptanz unter Medizinern

    Akzeptanz unter Patienten

    10.5. Beispiele für computergestützte Entscheidungsfindung

    10.5.1. Einige bekannte Expertensysteme

    10.5.2. Datenbanken als Diagnosehilfen

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    Geleitwort

    Dieses Buch ist erstaunlicherweise nicht von einem Professor für Medizinische Informatik geschrieben worden, sondern von einem -allerdings hochkompetenten- Praktiker. Es hat dadurch den großen Vorteil, daß es sowohl inhaltlich sehr praxisnah und mit viel Erfahrung des Autors aus dem eigenen Studium und der Beratung für Computeranwendungen in der Medizin gestaltet wurde, als auch in seiner Form einen lockeren Ausdruck und flüssigen Stil bietet. Das Buch liest sich einfach angenehm, was der etwas trockenen Materie äußerst dienlich ist.

    Das Buch setzt Schwerpunkte, die bisher in keinem deutschen Lehrbuch in dieser, für die praktische Nutzung notwendigen Ausführlichkeit, behandelt wurden, nämlich die Erläuterung der großen medizinischen und biowissenschaftlichen Datenbanken für die Literaturrecherche und für die Suche nach molekularbiologischen Sequenzen. Hier liegt die ganz große Stärke und Bedeutung des Werkes, da inzwischen die computerunterstützte Recherche nach relevanter wissenschaftlicher Literatur und medizinischen Fakten für die medizinische Forschung schon bei der Doktorarbeit der Mediziner und Diplomarbeit der Biowissenschaftler eine essentielle Voraussetzung ist. Die großen Fortschritte der letzten Jahre in der molekularen Biochemie haben nicht nur zu riesigen, schnell wachsenden molekularbiologischen Sequenzdatenbanken geführt, sondern auch die Nutzungsmöglichkeiten dieser Datenbanken für die gesamte biologische, medizinische und chemische Forschung erheblich erweitert.

    Damit diese Datenbanken auch korrekt und effizient genutzt werden und um dem Leser zusätzlich eine Übersicht zu allen wichtigen sonstigen für ihn relevanten Computeranwendungen zu bieten, werden Hard- und Softwaregrundlagen der Datenverarbeitung und speziell der medizinischen Informatik erläutert. Dabei wird die Zielrichtung auf die Computernutzung für wissenschaftliche Arbeiten und Dissertationen orientiert, so daß für den Einstieg in diese Nutzung keine weiteren Bücher erforderlich sind, aber im Literaturverzeichnis auch ergänzende Hinweise geboten werden.

    Schließlich wird auf das computergestützte Lernen und auf die Entwicklung der Expertensysteme in der Medizin und Biologie eingegangen, womit weitere interessante und anregende Akzente für Studium und Praxis aufgezeigt werden.

    Insgesamt schließt dieses Werk einige große Lücken, die durch den generellen Mangel an Lehrbüchern für Medizinische Informatik nicht nur in Deutschland entstanden sind. Es zeigt allen Medizinern und Biowissenschaftlern sehr konkret, anschaulich und unkompliziert die wichtigsten Nutzungsmöglichkeiten des Computers für ihr Studium und ihre ersten wissenschaftlichen Arbeiten, nimmt ihnen mögliche Ängste oder Aversionen gegenüber Computern und vermittelt fachlich korrektes und hoch relevantes Wissen der Medizinischen Informatik. Dem Autor ist bestens für diese sorgfältige und umfassende Arbeit zu danken und seinem Werk ist große Verbreitung zu wünschen.

    Prof. Dr. Klar

    Direktor der Abteilung für Medizinische Informatik

    Universitätsklinikum Freiburg

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    Vorwort

    Informatik - eine neue Kulturtechnik hat heute alle Bereiche der Ausbildung und der Berufswelt durchdrungen, und auch vor den Human- und Biowissenschaften nicht haltgemacht. Warum sollte sie das auch? Angesichts einer immer komplexer werdenden, hochtechnisierten Medizin, angesichts dem rasanten Fortschritt auf allen Bereichen der Wissenschaft und dem daraus resultierenden exponentiellen Anstieg des menschlichen Wissens, ist das menschliche Gehirn längst nicht mehr ausreichend, um all die anfallenden Informationen zu verarbeiten, geschweige denn zu speichern. Der Computer ist hier -etwas blasphemisch ausgedrückt- die Fortsetzung des menschlichen Gehirns mit anderen Mitteln, und kann dem Mediziner mächtige Werkzeuge zur Erweiterung seines eigenen Erfahrungsschatzes und seiner Qualifikation als Arzt und/oder Wissenschaftler an die Hand geben.

    Mit anderen Worten: Kein Mediziner kommt heute noch ohne Computerkenntnisse aus - ein gewisses Maß an "computer literacy" ist fast schon essentiell für die Meisterung des Studiums und des Arztberufes geworden, und wird mittlerweile ebenso selbstverständlich vorausgestzt wie die Fähigkeit zum Lesen und Schreiben. Dies gilt in besonderem Maße für den Mediziner, der sich wissenschaftlich betätigt.

    Mediziner und Biologen wurden und werden allerdings im Studium nur unzureichend auf die neuen Anforderungen im Informationszeitalter vorbereitet - sie müssen sich vielmehr ihr Wissen mehr oder minder autodidaktisch aneignen.

    Die Tatsache, daß sich die Mehrheit der Mediziner im Studium früher oder später mit dieser Aufgabe konfrontiert sieht, verdeutlichen folgende Zahlen: Die weitaus größte Zahl der Abiturienten (ca. 80%) beginnt das Studium der Medizin ohne nennenswerte Erfahrung mit Computern. Befragt man jedoch die höheren Semester, etwa medizinische Doktoranden, so zeigt sich, daß jetzt nur noch rund 17% in diese Katergorie der "Unwissenden" gehören - die meisten bezeichnen sich jetzt als Computeranwender, und rund ein Drittel (bei den Männern sogar fast die Hälfte) hält sich für "Fortgeschritten" oder gar "Experte".

    Doch der Weg vom "Einsteiger" zum "Fortgeschrittenen" ist lang und steinig - zumal bisher nicht einmal entsprechende Literatur zur Verfügung stand.

    Es ist daher die Absicht des Autors eine systematische und praxisnahe Übersicht über die wichtigsten Bereiche zu geben, mit denen der Mediziner bzw. Biowissenschaftler im Zusammenhang mit Computern zu tun haben wird. Der Einsteiger wird von diesem Buch ebenso profitieren wie der Fortgeschrittene, der bereits fundiertes Computerwissen besitzt, und dieses auf dem Gebiet der Medizin und Biowissenschaften einsetzen will.

    Primäre Zielgruppen sind daher insbesondere:

    - Studenten, Diplomanden und Doktoranden der Medizin und Biologie

    - wissenschaftlich tätige Mediziner

    - Naturwissenschaftler (Biologen, Chemiker, usw.) und Psychologen in der medizinischen Forschung

    Darüber hinaus ist das Buch auch interessant für

    - niedergelassene Ärzte, die wissen wollen, was ihr Computer außer KV-Abrechnungen sonst noch kann

    - medizinische Informatiker sowie Computerwissenschaftler mit Interesse für medizinische Anwendungen

    - Informations-Broker und Bibliothekare im Bereich Medizin

    - Angehörige der paramedizinischen Assistenzberufe

    Kaum ein anderes Gerät läßt sich so vielseitig und kreativ einsetzen, wie der Computer. Voraussetzung hierfür sind aber gewisse Grundkenntnisse, und eine Idee darüber, wie das Ding eigentlich funktioniert, und was man damit machen kann. Eine allgemeine Einführung findet sich daher in Kapitel 1 (Grundlagen der medizinischen Informatik).

    Kapitel 2 konzentriert sich speziell auf die Nutzung des Computers für die medizinische Dissertation und andere wissenschaftliche Arbeiten, denn viele junge Medizinerinnen (60%) und Mediziner (30%) beschäftigen sich erst im Rahmen ihrer Doktorarbeit erstmals mit Computern. Auch dem fortgeschrittenen Anwender mag es als nützliche Übersicht dienen.

    In den Kapiteln 3 bis 6 geht es um Datenbanken. Sie bilden den Schwerpunkt des Buches, denn die dort angesprochenen Themen sind für den Mediziner von großer praktischer Bedeutung. Zudem wird gerade auf diesem Gebiet vom Anwender, der sich sein Wissen bislang mangels entsprechender Literatur meist autodidaktisch im "trial-and-error"-Verfahren aneignete, sehr viel falsch gemacht. Dazu nur ein Beispiel: Um effektiv in einer Datenbank recherchieren zu können, ist die Kenntnis des sogenannten "kontrollierten Vokabulars" unabdingbar - erst die Anwendung dieses Vokabulars ermöglicht präzise und zuverlässige Suchergebnisse. Eben diese Kenntnis ist beim Anwender meist nicht vorhanden: So kennen (und nutzen) zwar über 80% der Doktoranden MEDLINE, die wichtigste Datenbank auf dem Gebiet der Medizin, aber weniger als 10% kennen das dazugehörige Vokabular, den MeSH. Während den meisten Menschen klar ist, daß man ein fremdes Land nur bereist, wenn man die Sprache beherrscht oder ein Wörterbuch einpackt, ist das Bewusstsein dafür, daß man eine Datenbank nur mit Kenntnis eines sogenannten Thesaurus (Wörterbuch des kontrollierten Vokabulars) effektiv und zuverlässig nutzen kann, nicht sehr weit verbreitet. Ähnlich, wie sich ein Tourist in China auch ohne Kenntnis der Landessprache irgendwie verständlich machen kann, klappt zwar eine Datenbankrecherche notfalls auch ohne Kenntnis des Vokabulars - allerdings leidet darunter erheblich die Ausbeute und die Präzision, und somit letztendlich die Qualität der wissenschaftlichen Arbeit.

    Ein besonderes Kapitel innerhalb des Abschnitts Datenbanken stellt Kapitel 5 (molekularbiologische Datenbanken und Biocomputing) dar. Bei experimentellen Arbeiten in der biomedizinischen Forschung spielen molekularbiologische Datenbanken eine zunehmend größere Rolle. Sie sind überdies innerhalb der letzten 10 Jahre zu einem primären Publikationsmedium für Sequenzdaten geworden, denen eine ähnliche Bedeutung zukommt wie einst Fachzeitschriften. Das Kapitel bietet außerdem einen Überblick über das technisch machbare und sinnvolle auf dem Gebiet des Biocomputing.

    Kapitel 7 beschäftigt sich mit Computernetzen und deren Einsatz für die elektronische Kommunikation. Weltweite akademische Computernetze haben eine Infrastruktur für den raschen Informationsaustausch zwischen Wissenschaftlern aus aller Welt geschaffen, und lassen die Welt zum "globalen Dorf" schrumpfen. Schon Studenten stehen diese Möglichkeiten, von denen im allgemeinen wenig bekannt ist, offen. Das Kapitel gibt einen Einblick in dieses moderne Kommunikationsmedium und desssen Nutzen für Mediziner.

    Auch in Kapitel 8 (Literaturverwaltungsprogramme) geht es wieder um Datenbanken, diesmal jedoch um "private" Literaturdatenbanken, die sich der Anwender für seine persönliche wissenschaftliche Arbeit aufbaut. Sie stellen eine hervorragend Alternative zum "Zettelkasten" dar, und können -richtig angewandt- die Sisyphusarbeit der Bibliographieerstellung für wissenschaftliche Publikationen erheblich erleichtern.

    Wie der Computer das Aneignen von medizinischen Fakten im Studium und in der medizinischen Weiterbildung unterstützen kann, wird in Kapitel 9 (Lernen am Computer) aufgezeigt.

    Kapitel 10 (Computer-assistierte Entscheidungsunterstützung) beschließt das Buch, und bietet zugleich einen Ausblick auf die zukünftige Rolle, die Computer auch in der ärztlichen Praxis spielen werden.

    Zum Abschluß möchten wir dem Leser viel Spaß und Entdeckerfreude durch seinen Streifzug durch die Computerwelt wünschen.

    Dem Autor ist es ein besonderes Anliegen, durch dieses Buch das Bewußtsein für den Nutzen neuer Medien und moderner Informationstechnologie in der praktischen Medizin und biomedizinischen Forschung zu schärfen, deren Verbreitung und Einsatz zu fördern, und somit letztlich die Qualität der Medizin zum Wohle des Patienten zu verbessern. Angesichts der Tatsache, daß vielerorts die Möglichkeiten der Informationstechnik noch ungenügend ausgeschöpft werden, und somit Forschung- und Entwicklungsenergie an der falschen Stelle oder ineffektiv investiert wird, ist der Titel dieses Buches nicht zuletzt auch als Imperativ zu verstehen: "Computer für Mediziner und Biowissenschaftler !"

    Gunther Eysenbach

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    Kapitel 4: Wichtige Datenbanken in der Medizin

    Die folgende Zusammenstellung (Stand 5/1993) beinhaltet viele Datenbanken, die für den Mediziner in irgendeiner Weise einmal interessant werden könnten; allerdings wurde auf die Aufnahme allzu spezialisierter Datenbanken wie zum Beispiel aus dem Bereich Agrarwissenschaften, Ernährung, Sozialwissenschaft etc. verzichtet. Der Schwerpunkt dieser Darstellung liegt auf den Datenbanken, die über DIMDI, dem wichtigsten deutschen Host für Mediziner, erreichbar sind, auf CD-ROM vorliegen, oder die im Internet (s.S.###) kostenfrei zur Verfügung stehen. Ziel dieser Zusammenstellung ist es, dem Leser zunächst einen Überblick zu geben, anhand derer er prüfen kann, ob für ihn die Nutzung einer Datenbank in Frage kommt und sich die Anforderung weiterer Informationen beziehungsweise die Einarbeitung in die Materie lohnt. Ausführliche Beschreibungen der Datenbanken (einschließlich Anzahl der Datensätze, Erläuterungen der Datenfelder etc.) sind bei den einzelnen Hosts erhältlich . Falls nicht anders angegeben, sind sämtliche Datenbanken über DIMDI und DATA STAR erreichbar; sollte die Datenbank auch, oder ausschließlich, bei anderen Hosts abrufbar sein, so wird dies explizit angegeben. Die molekularbiologischen Faktendatenbanken im Kapitel 5 sind in der Regel beim EMBL in Heidelberg abrufbar.

    Alle Datenbanken sind -wenn nicht anders angegeben- in Englisch.

    4.1.- Literaturdatenbanken für Medizin und Biowissenschaften

    4.1.1. MEDLINE

    MEDLINE (Medical Literature Online) ist zweifelos die international wichtigste medizinische Literaturdatenbank. Diese Tatsache läßt eine etwas ausführlichere Besprechung von MEDLINE sinnvoll erscheinen.

    Index Medicus. Seit über hundert Jahren wird in den USA von der National Library of Medicine (NLM), Bethesda/USA, die weltweit erscheinende Zeitschriften-Literatur auf dem Gebiet des Medizin ausgewertet und "indexiert": Jedem einzelnen publizierten Zeitschriftenbeitrag werden inhaltsbeschreibende Schlagwörter zugeordnet, und die bibliographischen Angaben der Publikationen im gedruckten Index Medicus unter den einzelnen Schlüsselbegriffen aufgeführt.

    MEDLINE. Mit dem Aufkommen von Computern entschloß sich die NLM Mitte der sechziger Jahre, den Index Medicus mit Computerhilfe anzufertigen. Dies stellte zum einen eine gewaltige Arbeitserleichterung für die Datentypisten dar, zum anderen versetzte es aber auch den Benutzer in die glückliche Lage, schnell und gezielt nach bestimmten (nun elektronisch gespeicherten) Publikationen zu fahnden. Die Datenbank MEDLINE enthält exakt dieselben bibliographischen Informationen wie der Index Medicus (i.e. Autor, Titel, Zeitschrift etc.), darüber hinaus sind in der Datenbank zu 60% (seit 1983) der vorhandenen Publikationen auch die Zusammenfassungen (Abstracts) der Autoren abrufbar (für eine vollständige Auflistung aller MEDLINE-Felder siehe Beispieldokument und Tab. 4-1). Zusätzlich zu den Index-Medicus-Einträgen enthält MEDLINE auch die Zitate der gedruckten Index to Dental Literature sowie die des International Nursing Index.

    MESH-Thesaurus. Die zur Indexierung verwendeten "Schlagwörter" stellen dabei insgesamt ein sogenanntes "kontrolliertes Vokabular" (controlled terms, kurz CT) dar, das heißt es werden nur bestimmte Begriffe zur Inhaltscharakterisierung einer Publikation verwendet, wobei sich die NLM für die Verwendung jeweils genau eines Synonymes (Vorzugsbegriff; preferred term) entschieden hat. Beispielsweise könnte man für Publikationen, bei denen es um "Krebs" geht, mit folgenden Begriffen indexieren: "tumor", "tumour", "neoplasma", "cancer" etc. In einem kontrollierten Vokabular wird aber nur einer dieser Synonyme als Schlüsselwort zugelassen. Schlägt der Benutzer im Index Medicus (in Unwissenheit des Vorzugsbegriffes) unter einem Synonym nach, so wird er beispielsweise durch "TUMOR see NEOPLASMS" auf den zu verwendenden Vorzugbegriff verwiesen.

    Für den Begriff "controlled term" wird, neben der deutschen wörtlichen Übersetzung "kontrollierter Begriff", (nahezu) gleichbedeutend eine Fülle von Synonymen verwendet: Schlagwort, Schlüsselwort, keyword, und -speziell für Schlagwörter, die im Index Medicus Verwendung finden- MeSH (Medical Subject Headings).

    Eine Liste oder Zusammenstellung von diesen "keywords" bildet den "Wortschatz" der Indexierung. Im Falle des MeSH stehen die keywords nach gewissen Regeln untereinander in hierarchischen Beziehung (s.u.); die Liste mit dem kontrollierten Vokabular wird daher Thesaurus genannt, und die Schlagwörter heißen dann auch "Deskriptoren" (weitere Eigenschaften eines Thesaurus siehe "Theorie der Datenbankrecherche", s.S.###).

    Sowohl die Indexierungsfachkraft der NLM, welche die Schlagwörter für Publikationen vergibt, als auch der Benutzer, der nach bestimmten Informationen sucht, und dazu ebendiese Schlagwörter verwendet, benötigen eine "Liste von erlaubten Schlagworten, einschließlich deren Beziehungen untereinander" (Thesaurus), denn: Benutzer und Indexer müssen dieselbe Indexierungssprache "sprechen" (dies illustriert auch die Abbildung 6-2 auf S. ###).

    Der MEDLINE/Index-Medicus Thesaurus MeSH liegt in folgenden Versionen gedruckt vor, und kann in jeder Bibliothek eingesehen werden:

    1. MeSH Tree Structures: Schlagwörter in hierarchischer Anordnung

    2. permuted MeSH: Schlagwörter alphabetisch, aber zusammengesetzte Schlagwörter (spinal tuberculosis) auch permutiert unter verschiedenen Buchstaben (unter S ebenso wie unter T als "tuberculosis, spinal")

    3. MeSH - annotated alphabetic list: streng alphabetisch mit Kommentar

    (erhältlich sind diese auch beim American Information Retrieval Service AIRS, 5 Elvaston Mews, GB - London SW7 5HY).

    DIMDI bietet den MeSH übrigens auch auf Diskette an.

    Diese Hilfsmittel zieht der nach einer bestimmten Information suchende Benutzer heran, um seine Suchkonzepte in der Indexierungs-Sprache formulieren zu können. Bei einer DIMDI-Recherche (sowie bei den meisten CD-ROM-Versionen) ist der Thesaurus während der Recherche abrufbar. Wie eine Ausgabe des Thesaurus bei DIMDI aussieht, zeigt die Abbildung "online-Ausgabe der Tree-Structure". Während es bei DIMDI möglich ist, das MeSH-Vokabular jederzeit anzusehen, und Begriffe daraus unmittelbar auszuwählen, erfolgt bei anderen Hosts (zum Beispiel DATA STAR) das Abrufen des kontrollierten Vokabulars oftmals etwas weniger elegant durch Anwahl einer eigenen Datenbank (allgemeiner Fachbegriff für eine solche Datenbank: companion vocabulary file), die nichts anderes enthält, als das verwendete kontrollierte Vokabular der "Hauptdatenbank".

    Oben war bereits die Rede davon, daß ein Thesaurus auch die gegenseitigen "Beziehungen" der kontrollierten Begriffe untereinander regelt. Ein Thesaurus ist zu diesem Zweck häufig (poly-)hierarchisch organisiert, das heißt er weist eine "Baumstruktur" auf (siehe Abbildung "Graphische Darstellung eines polyhierarchischen Thesaurus"). In diesem Baum verzweigen dicke Äste mit übergeordneten Begriffen (zum Beispiel "Neoplasms") über weiter eingrenzende Schlüsselwörter ("Lymphom" -> "Non-Hodgkin Lymphom") schließlich zu sehr dünnen Verzweigungen mit "engen" Schlagwörtern ("B-cell Lymphoma" -> "Burkitt-Tumor"). Vorteil dieser Baumstruktur: Durch Auswahl eines übergeordneten Begriffes kann der Benutzer bei der sogenannten "explode-" oder "down-"Suche alle nachgeordneten Deskriptoren miteinbeziehen.

    Ein Schlüsselwort kann auch an mehreren Stellen des MeSH-Baumes vorkommen (also unter verschiedenen übergeordneten Begriffen; so "hängt" der Deskriptor "Burkitt-Tumor" nicht nur am Zweig "B-cell lymphoma", sondern auch an den Ästchen "undifferenziertes Lymphom" sowie "High-Grade-lymphoma". Will der Benutzer also wissen, wo ein bestimmter Begriff innerhalb des Thesaurus eingeordnet ist, kann es passieren, daß ihm mehrere "Teilbäume" des gesamten MeSH-Trees präsentiert werden, in denen alle das Schlüsselwort auftaucht.

    Die Angabe "non-MESH" beim Ast "Lymphoma by Grade" bedeutet übrigens, daß dieser Begriff eher als "kommentierender" Überbegriff der nachfolgenden Schlagwörter gedacht ist. Er ist jedoch selber kein Schlüsselbegriff, wird also nicht als keyword zu einer Publikation auftauchen. Es ist demnach auch nicht sinnvoll, nach diesem Begriff zu suchen.

    Typen von MeSH-Schlagwörtern (vgl. Synopsis "Medical Subject Headings"). Zur vollständigen inhaltlichen Beschreibung einer Veröffentlichung werden je nach Publikation unterschiedlich viele Schlagwörter vergeben. Jedes Schlagwort besteht grundsätzlich aus zwei Komponenten, wobei die zweite Komponente optional ist, also auch fehlen kann:

    1. Ein Hauptschlagwort (Mainheading),

    2. Nebenschlagwort (syn. Subheading, Qualifier), welches das Hauptschlagwort weiter spezifizieren kann. Durch diesen Qualifier wird ein medizinischer Teilaspekt des Hauptschlagwortes herausgegriffen, beispielsweise ist es möglich, das Schlüsselwort "ASPIRIN" durch ein Subheading wie "therapeutic use" oder "adverse effects" inhaltlich einzuschränken. Ein Hauptschlagwort kann auch durch mehrere Subheadings spezifiziert werden. Wie die Abbildung 4-3 zeigt, existieren für manche Nebenschlagworte Mini-Baumstrukturen: Durch Angabe eines übergeordneten Subheadings (in der Terminologie vom Compact Cambridge CD-ROM-Handbuch "pre-exploded subheading" genannt) kann man (falls gewünscht) mehrere nachgeordnete Subheadings ("member subheadings") in die Recherche einbeziehen, ohne sie explizit angeben zu müssen. Mit dem subheading "diagnosis" kann man bsp. die member subheadings "radiography", "ultrasonography", "radionuclide imaging", usw. subsumieren.

    Eine besondere Gruppe von Mainheadings stellen die "check tags" dar (siehe Synopsis): Es sind meist sehr allgemeine Deskriptoren, die mit besonders großer Zuverlässigkeit vergeben werden, da der Indexer anhand einer Checkliste für jeden check tag entscheiden muß, ob es zutriffft, oder nicht. Sie dürfen teilweise nicht durch Qualifier eingeschränkt werden.

    Synopsis: Medical Subject Headings (MeSH)

    Die "Medical Subject Headings" (kurz: "der MeSH") sind inhaltsbeschreibende Schlagwörter

    (= Deskriptoren = keywords = Stichwörter = Controlled Terms), die

    · teilweise im Index Medicus als Indexierungsbegriffe verwendet werden, und

    · gleichzeitig das kontrollierte Vokabular der Datenbank MEDLINE (sowie MEDLINE-kompatibler Datenbanken) darstellen.

    Da die Deskriptoren in einer Baumstruktur organisiert sind, spricht man von einem polyhierarchischem Thesaurus.

    Typen von MeSH-Deskriptoren in MEDLINE:

    · Mainheadings - Preferred Terms (Hauptschlagwörter - Vorzugsbegriffe)

    sind die 16.000 "Hauptschlagwörter", des MeSH. Aus diesem Fundus werden beim Indexierungsprozeß einer neuen Veröffentlichung passende Major Descriptors (zusammen mit Check Tags und Qualifiern) von einer Fachkraft zugewiesen; dabei kann das Schlagwort gewichtet werden (major/minor mainheading). Die Bedeutung der Mainheadings liegt darin, daß sie die Begriffe darstellen,

    · unter denen eine Publikation im Index Medicus zu finden sein wird

    · die in MEDLINE im Feld CT (DIMDI) bzw. MESH (SilverPlatter) bzw. SH (Compact Cambridge) stehen (zusammen mit den Check Tags und den Qualifiern)

    · Entry Terms (Mainheading-Synonyme)

    sind 30.000 Synonyme zu den Major Descriptors, die zwar nie in den CT-Feldern auftauchen, die aber dennoch zur Suche in der Datenbank verwendet werden können. Auch im gedruckten Index Medicus ist eine Suche über die Entry-Terms möglich, da hier auf die entsprechende Vorzugsbezeichnung verwiesen wird (z.B. durch "TUMOR see NEOPLASMS").

    Deutsche Übersetzung des MeSH

    Bei der MEDLINE-Recherche in DIMDI kann mit dem Befehl DEFINE LA=GERM die Thesaurussprache von "englisch" nach "deutsch" gewechselt werden. Die englischen Mainheadings wurden zu diesem Zweck vom DIMDI ins Deutsche übersetzt. Bei den Übersetzungen handelt es sich also ebenfalls um Synonyme der "preferred terms", die allerdings im Gegensatz zu den "offiziellen" Entry-Terms im Index Medicus nicht auftauchen.

    · Check Tags

    sind 40 Deskriptoren, die dem Wesen nach Mainheadings sind.

    Es handelt sich jedoch um Schlagwörter, die sehr breite Konzepte abdecken und daher häufig vergeben werden müssen (HUMAN, CHILD, PREGNANCY, RATS etc.). Daher sind die Indexierungsfachleute verpflichtet, eine Art Checkliste durchzugehen, und für jedes einzelne der 40 Check Tags zu prüfen, ob dieses zutrifft. Seit Einführung der Datenbanken werden zusätzlich noch computergestützte Plausibilitätsprüfungen durchgeführt (und beispielsweise beim Erscheinen des Begriffes PREGNANCY ggf. automatisch FEMALE ergänzt). Dies alles hat zur Folge, daß Check Tags (im Gegensatz zu einfachen Mainheadings) mit hoher Reliabilität vergeben werden.

    · Qualifier (Subheadings)

    sind 80 Begrifffe, die einen Mainheading-Begriff auf einen (in der Medizin häufig vorkommenden, sehr allgemeinen) Aspekt einschränken ("diagnosis", "adverse effects", ...) . Sie werden immer gemeinsam mit einem Mainheading vergeben.

    Major und minor subject headings. Ein Schlagwort kann zusätzlich gewichtet werden, wenn es ganz besonders relevante Aspekte des zu indexierenden Artikels wiedergibt. Man nennt diese besonders gewichteteten Schlagwörter dann "central-concept-mainheadings", oder auch "major subject headings".

    Bei DIMDI und SilverPlatter-CD-ROM werden alle "major-mainheadings" bei der Ausgabe mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet. Bei der Compact-Cambridge CD-ROM-Version werden im Feld SH zuerst die "major-mainheadings" ausgegeben, danach, getrennt durch eine freie Zeile mit fünf Bindestrichen ("-----") die restlichen Deskriptoren, also "minor-mainheadings".

    In den abgebildeten MEDLINE-Beispiel-Originaldokumenten geht es beispielsweise um den Einsatz der Onkologie-Datenbank PDQ als Ausbildungsinstrument für Medizinstudenten. Wie aus dem Abstract hervorgeht, wollten die Autoren der Studie den Test-Studenten in erster Linie etwas über Krebs beibringen - es ging Ihnen also nicht primär darum, sie in die Nutzung eines Computers einzuführen (dies war lediglich als "Methode" notwendig). Daher ist beispielsweise das Schlagwort "COMPUTER-ASSISTED INSTRUCTION/*" ein, für die zu indexierende Publikation, sehr wichtiges und charakteristisches Schlüsselwort, während das Schlagwort "COMPUTER USER TRAINING" weniger gut "paßt", und deswegen vom Indexer nicht gewichtet wurde.

    Der Vorteil einer "Gewichtung" von Schlagwörtern ist offensichtlich: Bei der Recherche kann der Anwender die Relevanz der gefundenen Publikationen erhöhen, indem er die Suche auf als "central-concept" gekennzeichnete "mainheadings" einschränkt.

    MeSH-Felder in der Datenbank. Alle Schlagwörter (bestehend aus Mainheadings einschließlich Check Tags, sowie eventuell Subheadings) stehen bei MEDLINE-Datensätzen in einem speziellen "Schlagwort-Feld". Die Abkürzung dieses Feldes lautet bei der SilverPlatter-CD-ROM-Version "MESH", bei der Compact Cambridge-CD-ROM "SH", und heißt in der online-Datenbank bei DIMDI "CT" (Controlled Terms"). Trotz der unterschiedlichen Feldbezeichnungen ist der Feldinhalt jeweils prinzipiell der gleiche (vgl. Originaldokumente).

    In manchen CD-ROM-Versionen gibt es außerdem zwei Felder (MJME und MIME bei Silverplatter, bzw. MJ und MN bei Compact-Cambridge), die gewichtete MESH-Begriffe (Synonyme: major-MeSH-terms oder central-concept-mainheading, s.u.) bzw. ungewichtete (minor) MESH-Deskriptoren enthalten. Zur Verwendung dieser beiden Felder, die nicht bei der Ausgabe erscheinen, sondern lediglich Suchfelder sind, siehe Kapitel 6.2.1.

    Main- und Subheading werden bei DIMDI durch einen Schrägstrich voneinander getrennt. Zum Beispiel stellt bei der Angabe "COMPUTER USER TRAINING/methods" der Teil vor dem Querstrich "COMPUTER USER TRAINING" das Hauptschlagwort dar, während "methods" das Nebenschlagwort ist. Hingegen wird bei der SilverPlatter-Version zur Trennung ein Bindestrich verwendet: COMPUTER-USER-TRAINING-methods. "Methods" ist hier als Subheading erkennbar, da alle Subheadings bei der Dokumentenausgabe klein geschrieben werden. Wieder anders ist das Ausgabeformat in der CD-ROM-Version von Compact-Cambridge: Subheadings werden prinzipiell abgekürzt, und vom Mainheading durch ein Doppelpunkt getrennt, z.B. "Computer-user training: MT".

    Recherche in MEDLINE. Die "Inhaltserschließung" (das heißt die Suche nach einer relevanten Publikation zu einem bestimmten Thema) muß bei einer Datenbank wie MEDLINE nicht ausschließlich über die MeSH-Deskriptoren erfolgen, sondern kann auch durch "Freitextsuche" (="Volltextsuche"), d.h. nach Wörtern in den Zusammenfassungen (Abstracts) oder den Titeln der Dokumente erreicht werden. Allerdings ist diese Methode etwas unsicherer, da die in diesen Feldern vom Autor verwendete Terminologie "unkontrolliert" ist. Dies kann zur Folge haben, daß bestimmte relevante Publikationen nicht gefunden werden, weil der Autor in seiner Zusammenfassung ein ungebräuchliches Synonym verwendet hat. Umgekehrt können durch Volltextsuche auch sehr leicht irrelevante Dokumente gefunden werden; wenn der Autor in seinem Abstract beispielsweise schreibt: "Es wurden 98 Kinder mit diversen malignen Knochenneubildungen außer Osteosarkom untersucht..." würde dieses Dokument bei einer "Freitext"-Suche nach dem Begriff "Osteosarkom" ein falsch positives Ergebnis liefern.

    Wann immer also eine Datenbank ein kontrolliertes Vokabular anbietet, sollte mit diesem gearbeitet werden (eine genauere Betrachtung des Problems "Volltextsuche" versus "Suche im kontrollierten Vokabular" erfolgt im Kapitel 6: "Theorie der Datenbank-Recherche").

    MEDLINE-Inhalt. Die Datenbank MEDLINE enthält fast 7 Millionen Literaturhinweise auf medizinisch relevante Artikel, die seit 1966 erschienen sind.

    Für MEDLINE werden von der NLM 3.700 verschiedene Zeitschriften ausgewertet, 90% davon cover-to-cover, das heißt alle Artikel eines Journals werden aufgenommen. Der Datenbestand wächst rapide - wöchentlich erscheinen im Durchschnitt 7.500 neue Publikationen, die zur Datensammlung hinzukommen.

    Sogenannte "MEDLINE-kompatible" Datenbanken entstammen ebenfalls dem Hause NLM, und enthalten dieselben Felder wie MEDLINE. Kompatibel sind beispielsweise AIDSLINE, BIOETHICSLINE, CANCERLIT und HEALTH. Oft stammen die Dokumente der kompatiblen Datenbanken ursprünglich aus MEDLINE. So werden alle MEDLINE-Dokumente, die AIDS betreffen, automatisch in AIDSLINE übernommen. Man bezeichnet in diesen Fällen MEDLINE als die entsprechende "Primärdatenbank".

    MEDLINE ist bei nahezu allen großen Hosts online abrufbar, und wird in verschiedenen Varianten auf CD-ROM angeboten (s. Tab. 4-2)

    4.1.2. EMBASE

    EMBASE (Excerpta Medica Database) ist ebenfalls eine Datenbank aus dem gesamten Bereich der Medizin (anders als bei MEDLINE ohne Psychologie, Zahn- und Veterinärmedizin), und entspricht inhaltlich der gedruckten Excerpta Medica Sections der niederländischen Elsevier Science Publishers B.V. Zwischen EMBASE und MEDLINE besteht eine inhaltliche Überschneidung von etwa 60 bis 80%. EMBASE ist die Datenbank der Wahl insbesondere für

    - spezifisch deutsche oder europäische Themen, da im Gegensatz zu MEDLINE wesentlich mehr europäische Zeitschriften ausgewertet werden

    - pharmakologische/toxikologische Fragestellungen, da der Thesaurus EMCLAS eine spezifischere Suche nach Pharmaka zuläßt.

    Für Recherchen, bei denen Wert auf Vollständigkeit gelegt wird, sollte man sich nicht alleine auf MEDLINE verlassen, sondern zusätzlich eine Recherche in EMBASE durchführen (die dabei anfallenden Duplikate können bei DIMDI automatisch eliminiert werden). Dies nicht nur wegen der Artikel, die nur in EMASE, aber nicht in MEDLINE zu finden sind, sondern weil in beiden Datenbanken vorkommende Artikel auch immer wieder mal von einem der beiden Hersteller inkorrekt indexiert werden. Diese Fehler bei der Schlagwortzuweisung können dazu führen, daß wichtige Artikel bei der Recherche übersehen werden - es sei denn, man sucht in mehreren Datenbanken, denn es ist natürlich sehr unwahrscheinlich, daß eine Publikation gleich von zwei Datenbankherstellern fehlerhaft indexiert wird.

    Für EMBASE werden -wie für MEDLINE- vor allem medizinische Zeitschriften (3.500) ausgewertet, zusätzlich aber auch Kongreßberichte (Conference Proceedings, seit 1989). Die Inhaltserschließung kann zum einen durch die Freitextsuche in den Abstracts erfolgen; diese sind in EMBASE -anders als bei MEDLINE- ohne Längenbegrenzung gespeichert. Ca. bei 61% aller Datensätze findet sich eine solche Kurzzusammenfassung. Bis 1987 wurden die Orginal-Abstracts von Experten redigiert, d.h. ggf. gekürzt oder umgeschrieben. Heute werden die Orginal-Kurzreferate der Autoren unbearbeitet übernommen (wie bei MEDLINE).

    . Zum zweiten verwendet auch EMBASE inhaltscharakterisierende Schlagwörter (syn. keywords, Schlüsselwörter, Deskriptoren, Indexierungswörter, etc.), die für jede Publikation von je einem Mediziner und einem Pharmakologen aus vier verschiedenen Vokabularien vergeben werden (oder wurden):

    1. MALIMET (Master List of Medical Indexing Terms), verwendet bis 1990, ist ein semikontrolliertes Vokabular, das heißt die Indexierungsfachkräfte hatten bei der Auswahl der Schlüsselwörter völlig freie Hand, lediglich bestimmte Konventionen über Schreibweise, Wortstellung etc. sollten eingehalten werden, und wurden mittels Computerprogrammen überprüft.

    2. EMCLAS, ein Klassifikationssystem, welches die Publikationen jeweils ihren Fachgebieten (Anatomy, Cancer, Surgery etc.) oder anderen sehr breiten Konzepten ("The Lymphocyte", "Congenital Defects" etc.) zuordnet.

    3. EMTAGS (Item Index Terms) sind Deskriptoren aus einem 270 Wörter umfassenden Vokabular für relativ breite Konzepte (die aber schon wesentlich spezifischer sind als EMCLAS-Sektionen), zum Beispiel "bladder", "pregnancy", "human experiment", "drug blood level", "infection", "respiratory system", "europe" etc.

    4. Derzeit das wichtigste Vokabular ist der EMTREE, ein polyhierarchisch aufgebauter Thesaurus, der sich im Detail, aber nicht prinzipiell, von der MEDLINE-MeSH-Nomenklatur der National Library of Medicine (NLM), unterscheidet: Bei der Suche nach Lungenkrebs muß man beispielsweise in der MeSH-Terminologie "LUNG NEOPLASMS" eingeben, während das EMTREE-Vokabular den Suchbegriff "LUNG CANCER" fordert. Während im Allgemeinen der MeSH Plural-Begriffe vorzieht, finden sich im EMTREE meist keywords im Singular.

    EMTREE ist eine Teilmenge von MALIMET, er umfaßt die 35.000 Begriffe, die im MALIMET am häufigsten verwendet wurden.

    Indexierung und Schlagwort-Suche bei EMBASE. Es hat, wie schon aus obiger Aufzählung ersichtlich, in der jüngsten Vergangenheit (1988 und 1990) einige gravierende Änderungen in der Indexierungspolitik von EMBASE gegeben. So wurde die Verwendung von MALIMET schrittweise abgeschafft, und dafür EMTREE den Vorzug gegeben. EMCLAS soll ebenfalls vollkommen abgeschafft werden.

    Alles in allem ist die Inhaltserschließung bei retrospektiver Suche vermittels Indexierungs-Deskriptoren bei EMBASE bedauerlicherweise eine Wissenschaft für sich geworden. Dies macht die Benutzung dieser Datenbank nicht gerade zum Kinderspiel, insbesondere bei Recherchen, die den o.g. Zeitraum vor 1988 einschließen sollen, und die Anspruch auf Vollständigkeit erheben; denn der Benutzer muß sich mit nicht weniger als vier Vokabularien herumschlagen. Für die Zukunft genügen allerdings alleinige Kenntnisse des EMTREE-Thesaurus, und diese reichen auch für eine orientierende rückwirkende Suche aus, da EMTREE eine Teilmenge des MALIMET ist, und daher 85% der relevanten Publikationen vor 1988 auch mit EMTREE-Begriffen gefunden werden können.

    Das EMTAGS-Vokabular wird zwar weiterhin verwendet, Kenntnisse desselben sind aber für den Benutzer nicht unbedingt notwendig, da der EMTREE alle dort verwendeten Konzepte in ähnlicher Form ebenfalls enthält.

    EMBASE-Qualifier. Ähnlich wie bei MEDLINE werden auch in EMBASE seit 1988 Qualifier (Subheadings) zur Eingrenzung auf einen Teilaspekt des indexierten Deskriptors vergeben, beispielsweise ASPIRIN/adverse drug reaction.

    EMBASE auf CD-ROM. SilverPlatter (u.a. Hersteller) bieten EMBASE komplett, oder nach Fachgebieten geordnet, auf CD-ROM's an. Die SilverPlatter Excerpta Medica Specialty Subsets existieren für Anästhesie, Kardiologie, Pharmakologie, Gastroenterologie, Immunologie & AIDS, Neurowissenschaften, Gynäkologie, Pathologie, Psychiatrie, Radiologie, und Nephrologie; jedes Fachgebiet paßt in der Regel auf ein bis zwei CD-ROM's.

    4.1.3. Weitere Literaturdatenbanken

    BIOSIS Previews ist die wichtigste Datenbank auf dem gesamten Gebiet der Biologie, aber rund die Hälfte der Dokumente stammt aus anderen Bereichen: Human- und Tiermedizin, Pharmakologie, Umweltforschung, Biochemie und -physik, oder aus der Land- und Forstwirtschaft. Für den Mediziner ist sie besonders interessant für Recherchen zu Mikrobiologie und Hygiene, aber auch für molekularbiologische Fragestellungen (beispielsweise Suche nach einer bestimmten Methode). Die Datenbank wird in den USA hergestellt; ausgewertet werden 9.300 Zeitschriften (davon 80% selektiv), sowie teilweise auch Konferenzberichte und US-Patente bis 1989. Die Hälfte der Zitate enthalten Abstracts. Zur Suche stehen zwei kontrollierte Vokabularien zur Verfügung. Täglich wächst der Datenbestand im Durchschnitt um rund 1.500 Dokumente.

    Die Datenbank wird von SilverPlatter unter dem Titel Biological Abstracts bzw. Biological Abstracts/RRM (Reports, Reviews, Meetings) auf CD-ROM angeboten.

    Eine deutschsprachige Biologie-Dazenbank ist BIOLIS (Biologische Literatur-Information Senckenberg), online abrufbar bei DIMDI.

    CANCERLIT ist eine Krebs-Literaturdatenbank des International Cancer Information Center am National Cancer Institute (NCI),

    Bethesda/USA. Sie ist die Datenbank der ersten Wahl für onkologische Fragestellungen. Selektiv ausgewertet werden 3.700 Zeitschriften , außerdem auch Kongreß-, Forschungs-, Regierungs- und andere Berichte (12%). Bücher und Disssertationen machen nur 1% des Datenbestandes aus. Die Datenbank enthält die üblichen bibliographischen Felder, wie sie auch MEDLINE verwendet ("MEDLINE-kompatibel"). Aus MEDLINE werden seit 1983 alle onkologisch relevanten Zitate übernommen. Abstracts sind in einem hohen Anteil der Dokumente vorhanden, vor 1979 100%, ab 1980 83%. Seit 1980 verwendet das NCI zur Indexierung den MeSH-Thesaurus, während die älteren Publikationen in CANCERLIT nur über Freitextsuche in den Abstract/Titel-Feldern angesprochen werden können. Cancerlit ist online bei DIMDI abrufbar, und wird von verschiedenen Herstellern (SilverPlatter, Compact Cambridge, Aries) auch auf CD-ROM angeboten. Zum Teil wird sie auch in Kombination mit anderen Krebsdatenbanken vertrieben, z.B. in Kombination mit PDQ (Compact Cambridge), oder auf der Onkodisc von Lippincott mit PDQ und drei Krebslehrbüchern.

    Auf einem hochaktuellen und wichtigen Forschungsgebiet wie der AIDS-Forschung, auf dem international monatlich weit über 1.000 Publikationen erscheinen, ist die rasche Verfügbarkeit von wissenschaftlichen Ergebnissen, sowie die Möglichkeit der Selektion der für den einzelnen Wissenschaftler relevanten Information besonders wichtig. Es gibt daher einige spezielle AIDS-Literatur-Datenbanken, die sich ausschließlich mit dieser einen Krankheit beschäftigen.

    Für die Datenbank AIDSLINE der National Library of Medicine (NLM), die die wichtigste der in diesem Zusammenhang zu nennenden Datenbanken darstellt, werden zunächst einmal alle AIDS-relevanten Artikel aus den NLM-Datenbanken MEDLINE, HEALTH, CANCERLIT, CATLINE und AVLINE übernommen - über 70% der Zitate stammen aus diesen sogenannten Primärdatenbanken. Der restliche Datenbestand rekrutiert sich vor allem aus Konferenzberichten und Dissertationen. Insgesamt enthält AIDSLINE rund 57.000 Dokumente, dies entspricht etwa dem doppelten Datenbestand von MEDLINE, in der 1992 "nur" rund 30.000 Artikel über AIDS zu finden waren. Wer also in der AIDS-Forschung tätig ist, oder auch mit einer speziellen klinischen Fragestellung im Zusammenhang mit AIDS konfrontiert wird, der sollte daher besser gleich in AIDSLINE suchen. Die Datenbank deckt auch sämtliche Randgebiete des Themenkomplexes AIDS ab, d.h. der Kliniker, der ein Behandlungsschema für eine seltenere opportunistische Infektion sucht, wird in AIDSLINE ebenso fündig werden, wie der Wissenschaftler, der Statistiken zu Methadon-Programmen sucht, oder der für seine Studie eine zuverlässige Methode sucht, die Häufigkeit der Kondombenutzung bei Prostituierten zu ermitteln.

    AIDSLINE ist "MEDLINE-kompatibel", entspricht also im Datensatzaufbau den anderen NLM-Datenbanken, verwendet den MeSH-Thesaurus, und ist auch auf CD-ROM erschienen (SilverPlatter, CD Plus).

    Eine weitere, mit ca. 8.000 Dokumenten weitaus kleinere AIDS-Datenbank, ist AIDS-NEWSLETTER-BHTD des Bureau of Hygiene and Tropical Diseases (BHTD). Dieses unabhängige staatliche Institut in London gibt u.a. einen gedruckten AIDS-Newsletter heraus, in dem sich Beiträge über medizinische und soziale Entwicklungen, Hinweise auf Kongresse und Veröffentlichungen, sowie Statistiken finden. Dieser Newsletter wird seit 1987 auch elektronisch als Datenbank gespeichert, von CAB International auf Magnetband vertrieben, und ist u.a. bei DIMDI aufgelegt. Jeder Datensatz verweist auf einen Artikel im (gedruckten) Newsletter, und dieser Artikel wiederum verweist meistens auf eine vom BHTD ausgewertete Primärquelle; als Primärquellen sichten die Experten des BHTD medizinische Fachzeitschriften, aber auch die sogenannte "Laienpresse" (vor allem die britische): Zeitungen und Zeitschriften wie The Guardian, Times, Sunday Times, Sunday Telegraph, Daily Telegraph, Independent, u.a. werden ebenso beobachtet und ausgewertet wie audio-visuelles Material, beispielsweise ein Beiträge in den (britischen) TV-Nachrichten zum Thema AIDS.

    Die Datenbank enthält also meist "Tertiärinformation": Jeder Datensatz ist ein Hinweis auf einen Verweis zur Primärliteratur. Dementsprechend finden sich in den meisten Datensätze zwei Quellenfelder: Das Feld SSO (secondary source) enthält den Literaturhinweis auf die entsprechende Ausgabe und Seitenzahl des BHTD-Newsletters, in dem der Bericht erschienen ist, und das Feld SO (primary source) enthält Angaben über die Quelle(n), die vom BHTD für den Bericht im Newsletter ausgewertet wurden.

    Eine zur Recherche in AIDSLINE ergänzende Recherche in der BHTD-AIDS-Datenbank kann vor allem in zwei Fällen empfohlen werden:

    - für alle Diplomanden, Doktoranden, und Wissenschaftler, die sich primär mit den historischen, ethischen, gesellschaftlichen und sozialen Aspekten der Immunschwächekrankheit beschäftigen, oder auch für die Suche nach einer Einleitung für eine biomedizinisch-wissenschaftliche Arbeit, die das Phänomen AIDS in einen gesellschaftspolitischen Kontext stellen soll. Durch die Auswertung der Laienpresse ergeben sich interessante Einblicke in die öffentliche Meinung, und finden sich wertvolle Hinweise auf Veröffentlichungen, die nur noch sehr peripher mit der Medizin zu tun haben, und daher auch nicht in einer Datenbank wie MEDLINE oder AIDSLINE zu finden sind; beispielsweise ein Bericht über die Entwicklung der Bordell-Mieten auf der Patpong-Road in Bangkoks berüchtigter Prostitutionsszene, Aspekte des öffentlichen Gesundheitswesens (Gesetzesvorschläge, Maßnahmen zur Verbreitung von Kondomen, etc.), uvm. Für Recherchen, die auf ethische Probleme abzielen, sollte neben einer Recherche in AIDSLINE und AIDS-NEWSLETTER-BHTD zusätzlich noch eine Recherche in BIOETHICSLINE (s.u.) durchgeführt werden, die etwa 700 weitere Verweise auf Beiträge zu AIDS enthält.

    - das BHTD wertet aber, wie bereits erwähnt, auch wissenschaftliche Literatur sorgfältig aus; die Datenbank ist daher sehr gut geeignet für Wissenschaftler, die einen schnellen Einstieg in ein bestimmtes Thema der AIDS-Forschung suchen, und sich einen Literaturüberblick verschaffen wollen. Die wichtigsten publizierten Arbeiten werden kommentiert, und mit Querverweisen ausgestattet (bsp. Verweise zu früheren Arbeiten, die konträre oder vergleichbare Ergebnisse aufweisen).

    AIDS-NEWSLETTER-BHTD ist eine Teilmenge (ein sog. Subfile) der Datenbank PHTM (s. Tab. 4-3).

    Die SCISEARCH-Datenbanken enthalten alle Zitate des gedruckten Science Citation Index (SCI). Es handelt sich um die weltweit größte interdisziplinäre Literaturdatenbank, die neben allen medizinischen Fachrichtungen auch allgemein-naturwissenschaftliche und technische Bereiche abdeckt. Dazu werden vom Hersteller (Institute for Scientific Information - ISI, Philadelphia/USA) etwa 4.500 Journals vollständig ausgewertet, und alle Artikel mit ihren bibliographische Daten sowie den "keywords" der Autoren gespeichert. Abstracts werden erst seit Januar 1991 erfaßt.

    Wie aus dem gedruckten SCI bekannt, ist es eine Besonderheit dieser Datensammlung, daß auch die in einer Arbeit von den Autoren angegebenen Referenzen abrufbar sind. Da diese "Zitatensammlung" am Schluß jeder wissenschaftlichen Arbeit in ihrer Gesamtheit zumindest teilweise den Inhalt einer Publikation wiederspiegelt, kann diese Referenzenliste auch zur Inhaltserschließung verwendet werden. Wird beispielsweise in einer Studie mit einer speziellen Methode gearbeitet, so taucht gewöhnlich der Hinweis auf den Erstbeschreiber dieser Methode auch in der Referenzenliste auf. Sucht man also beispielsweise nach allen Beiträgen, die die Methode "monoklonale Antikörper" verwenden, so kann man dies in einer herkömmlichen Literaturdatenbank durch die Eingabe des Schlagwort-Deskriptors "MONOCLONAL ANTIBODY" tuen; in SCISEARCH sucht man hingegen nach allen Publikationen, die den entsprechenden Artikel der Methoden-Erstbeschreiber Köhler & Milstein zitieren. Dieses Vorgehen wird Citation Indexing genannt.

    Nach diesem Prinzip eröffnen sich nun auch neuartige Möglichkeiten, die täglich erscheinende Artikelflut automatisch inhaltlich zu "sortieren" und bestimmten, eng umschriebenen, Fachgebieten zuzuordnen. Die Schlagwort-Indexierung ist üblicherweise eine subjektive Entscheidung einer Indexierungsfachkraft. Durch die statistische Auswertung der von den Autoren eines Artikels zitierten Referenzen lassen sich hingegen diese Entscheidungen standardisieren und objektivieren, außerdem ist die Zuordnung zu weitaus enger umschriebenen Forschungsrichtungen möglich. Dazu werden mit Computerhilfe (indem ein spezielles Computerprogramm nach einem komplizierten Algorithmus die Referenzenlisten analysiert) wissenschaftliche Arbeiten in "Gruppen" (CLUSTER) eingeteilt. Innerhalb eines CLUSTERS zitieren alle zugehörigen Publikationen eine gemeinsame Menge von Referenzarbeiten, beispielsweise bestimmte Methoden-Artikel. Da sich sämtliche Artikel aus einem Cluster auf dieselben "Grundlagenpublikationen" beziehen, gehören sie auch einem gemeinsamen (sehr eng umschriebenen) Forschungsgebiet (Research Front Specialty) an. Jeder Cluster wird zunächst durch eine vom Computer vergebene Nummer identifiziert. Durch eine statistische Auswertung der einem Cluster (Research Front Specialty) angehörigen Schlagwörter der Publikationen, können die Gruppen auch Texttitel erhalten ("Cluster Term").

    Auch die immer wieder interessante Frage "Wie oft wurde die Publikation des Autors x zitiert", die als Qualitätsindikator für eine wissenschatliche Arbeit gilt, kann mit Hilfe der Datenbank beantwortet werden (s. Abb. 4-8). Die zu ermittelnde "rohe" Zitierrate sollte allerdings immer dahingehend modifiziert, werden, daß Selbstzitate und Mehrfachzitierende nicht mitgezählt werden.

    Entsprechend den gedruckten "Current Contents"-Ausgaben gibt es ferner die hochaktuelle "Current Contents/SCISEARCH weekly"-Datenbank, die wöchentlich ergänzt wird, und die alle SCI-Dokumente der jeweils letzten 12 Monate enthält. In dieser Datenbank finden sich die Einzelpublikationen, genau wie in der gedruckten Current-Contents-Ausgabe, geordnet nach Zeitschriftentitel und -nummer (siehe Beispieldokument).

    BIOETHICSLINE, eine bibliographische Referenzdatenbank des Kennedy Institute of Ethics (KEI), Georgetown University, Washington D.C., in Kooperation mit der National Library of Medicine (NLM), und enthält ca. 45.000 Literatur-Hinweise auf Publikationen, die sich mit medizinischer Ethik beschäftigen, zum Beispiel Sterbehilfe, IVF, kommerzielle Samenbanken mit Nobelpreisträger-Sperma, Organspende, Tier- und Menschenexperimente, Gentechnik, Abtreibung, Leihmutterschaft, Geburtenkontrolle, ärztliches Berufsethos, ethische Aspekte der Psychiatrie, Folter und die Rolle des Arztes (z.B. in Südafrika) etc. beschäftigen. Ausgewertet werden nicht nur tausende von Zeitschriften und Bücher, sondern auch Gerichtsentscheidungen und Gesetze, sowie audiovisuelles Material. Etwa die Hälfte des Datenbestandes findet sich auch in MEDLINE. Zur Indexierung und für die Recherche steht das MeSH-Vokabular (Feld CT) und ein spezieller BIOETHICS THESAURUS (600 Deskriptoren, Feld IT) zur Verfügung, außerdem 13 Section Codes für eine grobe Klassifikation. Abstracts (erstellt vom KEI) enthalten lediglich rund 10% der Datensätze.

    PSYCINFO (gedruckte Version: Psychological Abstracts, Hersteller: American Psycological Association)) sowie PSYNDEX (gedruckt vorliegend als Psychologischer Index und Bibliographie deutschsprachiger psychologischer Dissertationen) sind Literaturdatenbanken für die Gebiete Psychologie, Psychiatrie und Psychosomatik, wobei PSYCINFO internationale, PSYNDEX vor allem deutschsprachige Veröffentlichungen enthält.

    PsycINFO entspricht der SiverPlatter-CD-ROM-Datenbank PsycLit.

    Bei den amerikanischen Hosts DIALOG und BRS ist außerdem die hochaktuelle Datenbank PsycALERT abrufbar, die wöchentlich ergänzt wird, und die die "Lücke" zwischen dem Erscheinen der Publikation und deren Auftauchen in PsycINFO schließen soll.

    Die bisher beschriebenen Literaturdatenbanken werten vor allem Artikel der Fachzeitschriften aus. Ist man mehr an Büchern, Konferenzberichten, oder anderer Literatur interessiert, so bieten sich die folgenden Datenbanken an:

    Die bibliographische Datenbank ISTPB (Index to Scientific and Technical Proceedings and Books) beinhaltet publizierte Konferenzliteratur ("Proceedings"), und entspricht der gedruckten Version des "Index to Scientific and Technical Proceedings". Jährlich werden 3.100 Konferenzen ausgewertet, hinzu kommen noch über 1.650 Fachbücher jährlich. Die Konferenzberichte werden inklusive aller veröffentlichten Einzelbeiträge (Editorials, Reviews, etc.) aufgenommen. Spektrum: 35% Biowissenschaften einschließlich klinischer Medizin, 20% Naturwissenschaften (Physik/Chemie), 35% angewandte Wissenschaften & Technik, 20% Agrarwissenschaften mit Biologie. Hersteller ist das Institute for Scientific Information (ISI), Philadelphia/USA.

    CATLINE, die "CATalog-onLINE Database" gibt den Gesamtbestand der NLM wieder, und ist besonders interessant für die Suche nach Monographien und Büchern, darüberhinaus enthält die Datenbank auch alle Zeitschriften, die im NLM vorhanden sind. CATLINE umfaßt etwa 600.000 bibliographische Einträge (records).

    MEDIKAT ist das deutsche Pendant zu CATLINE: Seit dem Sommer 1992 ist auch der Gesamtkatalog der deutschen Zentralbiblothek für Medizin in Köln (ZBM) online bei DIMDI abrufbar. Dieser enthält nahezu alle seit 1977 erschienenen Monographien, Konferenzberichte, Dissertationen und Habilitationen aus dem gesamten Bereich der Biomedizin, mit Schwerpunkt auf deutschsprachigen und englischsprachigen Titeln. Die Datenbank ist eine wahre Fundgrube, wenn man beispielsweise deutschsprachige Dissertationen zu einem bestimmten Titel sucht. Abstracts sind nicht abrufbar, jedoch wird jede Publikation mit MeSH-Begriffen indexiert. Ab 1993 sollen auch Periodica in die Datenbank aufgenommen werden.

    4.2. Literatur/Faktendatenbanken zur Arzneimitteltherapie, Pharmakologie, Pharmazie, Toxikologie

    4.2.1. Arzneimitteltherapie, Pharmakologie, Pharmazie

    ABDA-PHARMA ist eine deutschsprachige Fakten- beziehungsweise Produktdatenbank der Bundesvereinigung Deutscher Apothekenverbände (BDA), die Informationen über rund 100.000 in- und ausländische Fertigarzneimittel enthält. Pro Medikament existiert ein Datensatz, in dessen Feldern alle nur erdenklichen Informationen abrufbar sind, beispielsweise Darreichungsform, Abgabebestimmungen, Indikationen, Herstelleradresse, chemische Zusammensetzung, chemische Eigenschaften (pK usw.), Warnhinweise, Kontraindikationen, Nebenwirkungen, Dosierung, Haltbarkeit, Interaktionen etc. Der Informationsgehalt eines Dokuments ist jedoch je nach Medikament unterschiedlich: Wichtige deutsche Arzneimittel (etwa 9.000) enthalten ausführliche Informationen (so zum Beispiel auch Textinformation zu Eigenschaften, Wirkmechanismus etc.), weitere 21.000 enthalten lediglich die Basisinformationen (Hersteller, Indikation, Zusammensetzung, Stoffinformation und Hinweise).

    An eine solche Datenbank können so komplexe Anfragen gestellt werden wie "Suche alle Arzneimittel gegen Kopfschmerzen, die nicht Blutungsneigung als Kontraindikation haben, und die außerdem genau einen Wirkstoff besitzen (Monopräperate)".

    ABDA-STOFFE ist substanzbezogen organisiert, das heißt: nicht wie ABDA-PHARMA nach Fertigpräperaten aufgebaut (ein Datensatz pro Handelsname), sondern nach Wirkstoffen (ein Datensatz pro Wirkstoff). ABDA-STOFFE entspricht inhaltlich der gedruckten "Pharmazeutischen Stoffliste", und bietet Informationen über die chemisch-physikalischen sowie medizinischen Eigenschaften von etwa 20.000 Arzneimittelwirkstoffen. Ein solcher Stoff im Sinne des Arzneimittelgestzes ist beispielsweise

    - eine chemische Verbindung

    - ein chemisches Element

    - eine Pflanze oder ein Pflanzenbestandteil (jeweils bearbeitet oder unbearbeitet),

    - ein Tierkörper (auch lebende Tiere!) sowie Körperteile,

    - ein Stoffwechselprodukt von Mensch, Tier, oder Mikroorganismus

    - ein Mikroorganismus, einschließlich Viren

    ABDA-INTER ist eine Datenbank, die insbesondere für Recherchen zu Arzneimittel-Wechselwirkungen geeignet ist. Sie entspricht inhaltlich der gedruckten Version "Mikropharm 1 Arzneimittel-Interaktionen", hergestellt von der ABDA und der wissenschaftlichen Abteilung des "Schweizerischen Apothekervereins". ABDA-INTER enthält ausführliche Beschreibungen zu den Interaktionen einzelner Stoffgruppen miteinander (Schweregrad der Interaktion, Interaktionstyp, Effekt, Mechanismus, Massnahmen, Kommentar, Literatur); ferner wird jedes einzelne Fertigmedikament, welches einen Vertreter der kritischen Stoffgruppe enthält, in eine der Kategorien "Wechselwirkung erwiesen", "Interaktion erwartet", "Interaktion ausgeschlossen" oder "Keine Interaktionsaussage möglich" eingeordnet. Es sind Recherchen möglich, die ausgehen von den

    - Handelsnamen zweier Arzneimittel ("Aspirin" mit "Urbason"),

    - Stoffnamen ("Acetylsalicylsäure" mit "Methylprednisolon"), oder

    - Stoffgruppenbezeichnungen ("nicht-steroidale Antiphlogistika" mit "Glucocorticoiden"),

    wobei jeweils auch gemischt werden darf ("Aspirin" mit "Glucocorticoiden").

    Das Scholz-MEDIS Arzneimittelinformationssystem (SMA) ist eine Datenbank, die vom Institut für Medizinische Informatik und Systemforschung der GSF in München in Zusammenarbeit mit dem Scholz-Institut für Arzneimittelinformation entwickelt wurde. Sie enthält 13.000 deutsche, 8.500 schweizerische, und 5.500 österreichische Fertigarzneimittel; außerdem 4.500 chemische Substanzen, 200 Substanzengruppen (relevant für Informationen über Wechselwirkungen), und 1.600 Wechselwirkungs-Beschreibungen mit Angaben über Relevanz und Häufigkeit einer WW, Mechanismus und Pharmakologie, Vorschlag zur Vermeidung einer WW (Substitution). Die Daten basieren auf der

    - gedruckten "Scholz-Liste" (Thieme-Verlag), einem Verzeichnis von Medikamenteninteraktionen,

    - der "Roten Liste"

    - wissenschaftlichen Publikationen

    Die SMA ist über Btx zugänglich, und zwar im Rechner der Apothekergenossenschaft EGWA (Seite *51958#). Außerdem ist sie in vielen Praxiscomputer-Programmen integriert.

    Die Rote Liste ist ebenfalls als Datenbank erhältlich, allerdings nicht online, sondern ausschließlich als "in-house"-Datenbank auf Disketten (erschienen im Editio Cantor Verlag; Preis 1993: DM 270,-). Wesentlich billiger ist die Gelbe Liste auf Disk (G.L.A.D.).

    4.2.2. Toxikologie

    TOXALL (Toxicology Information on Line) [1] hieß früher TOXLINE (nicht zu verwechseln mit dem heutigen "Subfile" TOXLINE, s.u.!), und ist die wichtigste Literatur- und Forschungsprojektdatenbank auf dem Gebiet der Toxikologie, einschließlich Fragen zur chemischen Kanzerogenese, Mutagenese, Teratogenese, Arzneimittelprüfung, Arzneimittel-Toxizität, zu Medikamenten-Nebenwirkungen, Umweltverschmutzung, Abfallbeseitigung, Strahlenschäden, Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten, Lebensmittelverunreinigungen, Pestiziden/Herbiziden, toxikologischer Analytik, uvm. Hersteller ist die National Library of Medicine (NLM), Bethesda/USA, die die Datenbank aus toxikologisch relevanten Datenbeständen anderer Datenbanken zusammenstellt. TOXALL ist also eigentlich ein Sammelsurium von Dokumenten aus insgesamt 20 verschiedenen Datenbanken (sog. Primärdatenbanken). Entsprechend der Herkunft der verschiedenen Dokumente kann TOXALL in insgesamt 20 "Subunits" (Teildatenbestände) unterteilt werden: Innerhalb eines Subunits stammen alle Dokumente aus einer bestimmten Primärdatenbank. Wegen der Heterogenität der Quellen (verschiedene Datenbankhersteller!), gestaltet sich die Suche innerhalb von TOXALL nicht einheitlich, sondern richtet sich nach den jeweiligen Anforderungen der einzelnen Subunits (i.e. Primärdatenbanken). Beispielsweise wird je nach Subunit ein unterschiedliches kontrolliertes Vokabular (CT) verwendet. Auch sind die Lizenzgebühren innerhalb von TOXALL nicht einheitlich, sondern richten sich danach, auf welches Subunit zugegriffen wird.

    Die Datenbank TOXALL liegt bei DIMDI in zwei Subfiles vor:

    - Subfile TOXLINE enthält die Subunits der teuren Primärdatenbanken (BIOSIS, Chemical Abstracts, IPA = International Pharmaceutical Abstracts), während

    - Subfile TOXLIT enthält die Subunits, die mit geringeren Lizenzgebühren belastet sind.

    Noch ein paar Worte zu IPA (International Pharmaceutical Abstracts): Diese Literatur-Datenbank -gleichzeitig Subunit von TOXLINE- gilt als eine der umfassendsten Datenbanken auf dem Gebiet der Pharmazie. Hersteller ist die American Society of Hospital Pharmacists. Die Datenbank IPA ist auch bei DATA STAR und beim Host ESA IRS im Angebot.

    Chemical Abstacts (CA) ist die weltweit wichtigste Literatur-Datenbank für Chemie. Sie ist bei DIMDI in TOXLINE integriert, und auch beispielsweise bei STN abrufbar.

    INTOX ist eine deutsche Faktendatenbank über Vergiftungsfälle, deren Epidemiologie, sowie entsprechender toxikologischer Analytik. Sie enthält über 250.000 anonymisierte Intoxikations-Kasuistiken; jeweils mit Angaben zur Person des Opfers (Altersgruppe etc.), Symptomen, Therapie, Verlauf, Gift-Menge, Applikationsform und -Typ (akut/ chronisch), Gewichtung der Wirkung des Einzelgifts, Ätiologie, Eintrittspforte, Sicherheitsgrad der Diagnose, Asservat, Methode der Giftanalyse, Konzentration, uvm. Die Datenbasis wird aus dem Archivmaterial von Giftinformationszentren und rechtsmedizinischen Instituten zusammengestellt. Hersteller ist das DIMDI und die Toxikologische Abteilung der II. Medizinischen Klinik Rechts der Isar der Technischen Universität München (Leiter: Prof. Dr. Max von Clarmann). Die Datenbank dient insbesondere der wissenschaftlich-statistischen Aufarbeitung von Vergiftungsfällen, denn:

    "...aus ethischen Gründen können viele Daten der Humantoxikologie experimentell nicht ermittelt werden. Es bleibt nur der Weg, vorkommende Vergiftungen genau zu beobachten und aus den dabei gewonnenen analytischen und klinischen Daten zu lernen - damit kommt der Dokumentation große Bedeutung zu." (aus: Denkschrift der Senatskommission Klinisch-Toxikologische Analytik der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG, 1983 - Hervorhebungen durch den Autor).

    Für die Toxikologie interessante Datenbanken sind ferner CCRIS (Karzinogene) und RTECS, und HSDB (Gefahrenstoffe), siehe Tab. 4-3.

    4.3. Diagnose-Datenbanken und andere Faktendatenbanken für den praktischen Arzt

    4.3.1. Krebstherapie: PDQ

    PDQ (Physician Data Query). Nur wenig andere Gebiete innerhalb der Medizin sind einer so raschen Weiterentwicklung unterworfen wie die Onkologie. Allerdings vergehen zwischen der Entdeckung neuer, erfolgsversprechender Therapiekonzepte gegen Krebs, und deren weitverbreiteter Anwendung, im Schnitt fünf bis zehn Jahre [2] - kostbare Zeit, in der viele Patienten inadäquat therapiert werden, und unnötigerweise leiden oder sterben müssen, obwohl ihnen nach aktuellstem Forschungsstand bereits besser hätte geholfen werden können. Im Zeitalter der elektronischen Kommunikation, in dem Information in Sekundenschnelle über die ganze Welt verbreitet werden kann, ist dies ein unbefriedigender Zustand; aus diesem Grunde entschloß sich das National Cancer Institute (NCI),

    Bethesda/USA, im Jahre 1984 eine umfangreiche Krebs-Datenbank namens PDQ (Physician Data Query) einzurichten, in der die monatlich aktualisierten "state-of-the-art"-Therapiepläne und weitere Krebs-bezogene Informationenen abrufbar sind [3]. Ferner bietet PDQ Protokolle über momentan laufende klinische Versuche ("active/ongoing clinical trials", meist in den USA), bei denen noch Patienten aufgenommen werden können. Außerdem sind 7.700 Therapie-Protokolle von abgeschlossenen Studien einsehbar (allerdings beinhalten diese nur die Studienbedingungen, jedoch nicht die Ergebnisse! ). Darüber hinaus sind bei PDQ die Adressen von über 17.000 US-amerikanischen Krebs-Spezialisten, sowie die Anschriften von mehr als 2.000 Organisationen, Krankenhäusern und sonstigen Institutionen aus dem Bereich der Onkologie abrufbar. PDQ enthält zur Zeit Volltexte über rund achtzig Tumorerkrankungen. Geboten wird nicht nur Primärinformation, sondern die Dokumente beinhalten auch wichtige Literaturhinweise.

    Die PDQ-Informationen über verschiedene Tumoren richten sich sowohl an die Fachöffentlichkeit, als auch an den Laien: Es finden sich neben den medizinischen Texten auch allgemeinverständliche Abhandlungen über die verschiedenen Krebstypen, die sich an den Patienten sowie an das nicht-ärztliches Pflegepersonal richten. Alle Informationen sind so aktuell, daß das NCI sogar offiziell vor dem Aufbewahren von Ausdrucken warnt - "die Verwendung von Printouts nicht mehr aktueller Versionen sei irreführend oder potentiell gefährlich".

    PDQ ist in den USA mittlerweile flächendeckend in über 2000 medizinischen Bibliotheken und Zentren direkt zugänglich, und kann von jedem Praxis-Schreibtisch aus online bei verschiedenen Hosts abgerufen werden. PDQ-Einträge werden außerdem weltweit über das Internet verbreitet ("Cancernet", s.S. ###), und können in den USA sogar per Fax abgerufen werden ("Cancerfax"). In der BRD ist PDQ seit Oktober 1991 über DIMDI mit einer deutsch- oder (wahlweise) englischsprachigen Benutzerführung erreichbar. Außerdem sind die Texte auch in Mailboxen abrufbar, z.B. in der E.M.I.L. BBS der European Medical Students Association (s.S. ###).

    PDQ wurde in den USA und in Großbritannien von der Fachwelt begeistert aufgenommen, nicht zuletzt auch deshalb, weil zur Benutzung des Systems keinerlei spezielle Kenntnisse (wie das Erlernen einer Dialogsprache) verlangt wird. Der Zugriff erfolgt stets "benutzergeführt", das heißt durch die Auswahl eines Punktes aus einem jeweils angeboteten Menü. Weiter vereinfacht wird der Zugriff durch PDQ-Access (siehe Abschnitt Hilfsprogramme für Datenbank-Recherchen), ein vom NCI für datenbankübergreifende Literaturrecherchen in PDQ und CANCERLIT entwickeltes, intelligentes Hilfsprogramm.

    Die Datenbank PDQ dient in den USA teilweise auch zur Ausbildung von Medizinstudenten [4], Fortbildung von Pflegepersonal auf onkologischen Stationen [Deininger et al., 1989], und eignet sich gut für den täglichen Einsatz in der Klinik als Nachschlagewerk [5].

    Auch über das Internet ist PDQ abrufbar (http://wwwicic.nci.nih.gov/)

    Alles in allem also eine überaus vielseitig nutzbare Datenbank, die für den an Krebsforschung interessierten Wissenschaftler/Arzt, für den Praktiker, und sogar für den Patienten eine wahre Fundgrube ist. Leider ist PDQ stark auf nordamerikanische Verhältnisse zugeschnitten; so sind europäische Institutionen in der Adressendatei nur enthalten, wenn sie an Projekten der EORTC (European Organization for Research and Treatment of Cancer) teilnehmen, und Ärzte nur, wenn sie Mitglieder relevanter US-amerikanischer Ärztegesellschaften sind. Auch wird die Möglichkeit, die Texte, die sich an den Laien wenden, auszudrucken, und dem Patienten als Informationsschrift an die Hand zu geben, sehr stark durch die Tatsache eingeschränkt, daß sie nur auf englisch vorhanden sind.

    DIAGNOSIS ist hingegen eine deutschsprachige Fakten/Volltext-Datenbank, die von der Frankfurter Gesellschaft für medizinische Datenbanken mbH MEDISOFT (Frankfurt) im Auftrag des Georg-Thieme Verlages hergestellt und gepflegt wird. DIAGNOSIS stellt rund 2.000 Texte zu verschiedenen Krankheitsbildern zur Verfügung, hauptsächlich aus dem Bereich Innere Medizin, aber auch aus anderen, für den Praktiker relevanten Gebieten, wie Gynäkologie, Urologie, Rheumatologie, etc. Die Dokumente enthalten Kasuistiken und andere Primärinformation in Feldern wie Ätiologie, Befund, Diagnose, Differentialdiagnose, Pathologischer Befund, Symptome, Therapie, Verlauf, Referenzen etc. Die wichtigsten Schlagwörter zu jedem Krankheitsbild werden bei DIMDI als kontrolliertes Vokabular in einem CT-Feld zusammengefaßt (CT=Controlled Terms, s.o.). MEDISOFT wertet für die Erstellung der Datensätze hauptsächlich medizinische Publikationen des Thieme-Verlages sowie des Elsevier-Verlages (Clinical Notes Online) aus. Die Datenbank kann vom Arzt beispielsweise als Diagnose-Hilfe, aber auch als rasch abrufbares Nachschlagewerk verwendet werden. Beispiel: Man hat einen Patienten mit Fieber und Gerinnungsstörungen, und will sich eine Übersicht über die in Frage kommenden Krankheitsursachen machen. Um alle Datensätze ausgeben zu lassen, die relevant sein könnten, muß lediglich nach den entsprechenden Schlagwörtern im CT-Feld gesucht werden. Der entsprechende Befehl lautet in der GRIPS-Sprache "FIND CT=Febris AND CT=Gerinnungsstoerung" (alternativ zur kommando-orientierten Recherche steht auch eine Benutzerführung zur Verfügung, die im Dialog die Informationen abfragt, ohne daß der Anwender einen GRIPS-Befehl eingeben muß).

    Die Datenbank wird nicht nur bei DIMDI angeboten, sondern kann auch über die BTX-Leitseite des Thieme-Verlags erreicht werden (hierzu ist allerdings ein BTX-Decoder und eine BTX-Zugangsberechtigung notwendig).

    Alles in allem stellt DIAGNOSIS eine sehr schöne Arbeitshilfe dar- wenn auch einer routinemäßigen, täglichen Benutzung die relativ hohen Lizenzkosten entgegenstehen dürften.

    Wer die Datenbank öfter als nur gelegentlich verwenden will, sollte daher den Erwerb einer CD-ROM-Version von DIAGNOSIS, oder den Kauf der DIAGNOSIS-Datei auf Disketten (zur Installation auf die Festplatte, Umfang 12 Megabyte) in Erwägung ziehen; beides kostet um DM 800,-, und ist bei MEDISOFT erhältlich. Das Datenbankmanagementsystem MEDIDOC bietet weniger Recherchemöglichkeiten als etwa mit GRIPS, für den "Hausgebrauch" reicht es jedoch aus. In der Schweiz steht DIAGNOSIS auch auf der MEDIROM, einem integrierten medizinisch-pharmazeutischen Auskunftssystem auf CD-ROM, zur Verfügung.

    CLINICAL NOTES ONLINE (Host: DATA STAR) enthält 350 klinische Fallberichte (auf englisch), die von Praktikern eingereicht wurden, und die typisch für ein Krankheitsbild, oder aber in irgendeiner Weise bemerkenswert sind. Wie oben erwähnt, wurden diese Kasuistiken teilweise in die deutsche Thieme-Datenbank DIAGNOSIS eingebracht.

    4.4. Medizinische Volltextdatenbanken

    Im Schnitt einmal pro Woche gibt das Bundesgesundheitsamt (BGA) eine Presseinformation für die Medien sowie für die Fachöffentlichkeit heraus. Seit 1980 sind diese Pressemitteilungen bei DIMDI in der Volltextdatenbank BGA-PRESSEDIENST in deutscher Sprache abrufbar. Besondere Relevanz hat dies für den Mediziner, weil so auch auf die ASI (Arzneimittel-Schnellinformationen zu unerwarteten oder schweren Nebenwirkungen) zurückgegriffen werden kann (vgl, abgebildetes Beispieldokument). Tritt beispielsweise bei einer Behandlung mit einem neuen Medikament eine schwere Nebenwirkung auf, so kann der behandelnde Arzt hier recherchieren, ob diese Nebenwirkung bereits beobachtet und dem BGA gemeldet wurde.

    Weitere online-Volltextdatenbanken sind:

    Ärzte Zeitung Datenbank (DATA STAR): Volltext der Ärzte Zeitung (Trends in medizinischer Forschung und aktueller Therapie, sowie Abhandlungen über sozial- und gesundheitspolitische Entwicklungen)

    ADIS DRUG NEWS (DATA STAR): täglich aktualisierter Pharma-Nachrichtendienst. Volltext von Inpharma (klinische Pharmakologie), Reactions (Arzneimittelreaktionen), und Biolnpharma (Biotechnologische Fortschritte auf dem Gebiet der Pharmakologie)

    Auf CD-ROM sind u.a. erschienen:

    American Family Physician (CMC ReSearch Inc.): Umfaßt fünf Jahrgänge der AFP, inkl. Tabellen und Abbildungen.

    The American Jornal of Public Health (Maxwell): Fünf Jahrgänge auf einer Disc.

    Annals of Internal Medicine (Maxwell): Enthält den Volltext der jeweils letzten fünf Jahre, sowie Abstracts aller Artikel seit 1966.

    British Medical Journal (Maxwell): Volltext der jeweils letzten fünf Jahre, sowie Abstracts aller Artikel seit 1966

    Canadian Medical Association Journal (Maxwell): Volltext der jeweils letzten fünf Jahre, sowie Abstracts aller Artikel seit 1966

    Consult Scientific American Medicine (Scientific American Medicine, Microinfo, Faxon Europe, Compact Cambridge; auch online beim Host Infopro Technologies): In der gedruckten Version handelt es sich um eine 2300 Seiten umfassende Loseblattsammlung, die das gesamte Gebiet der Medizin abdeckt. Die CD-ROM-Version enthält sämtliche Abbildungen und Tabellen, sowie DISCOTEST, ein interaktives Lernprogramm zum Patientenmanagement.

    Family Practice Library (CMC ReSearch Inc.): Volltext aus den Zeitschriften American Family Physician, New England Journal of Medicine, Year Book, und Pediatrics.

    Journal of the American Medical Association (Maxwell): Volltext der jeweils letzten fünf Jahre, sowie Abstracts aller Artikel seit 1966

    The Medical Science Research database (DATA STAR): Enthält 57.000 vollständige Publikationen aus Medical Science Research-Zeitschriften.

    New England Journal of Medicine (CMC, Maxwell, CD Plus)

    Oxford Textbook of Medicine (Oxford University Press): Das gesamte Lehrbuch auf einer Disc

    Pediatric Library (CMC): Die jeweils letzten Jahrgänge aus Pediatrics, Pediatrics in Review/Red Book, Pediatrics Infectious Disease Journal, Year Book

    Pediatrics Infectious Disease Journal (CMC): Sechs Jahrgänge inkl. Abbildungen und Tabellen.

    Pediatrics on Disc (CMC): Achteinhalb Jahre der Zeitschrift Pediatrics.

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