Das Internet für Mediziner Teil 1: Grundlagen

Das Internet für Mediziner Teil 2: Arzthomepage

Das Internet für Mediziner Teil 3: Email

Zitierweise:
Eysenbach G. Das Internet. (Kapitel 08.05) In: Schaefer OP, Lamers W, Eysenbach G (Hrsg.): Praxis und Computer. 21. Folgelieferung, Berlin-Heidelberg: Springer-Verlag 1998


 

Das Internet

Teil 1: Grundlagen und medizinische Anwendungen

 

Das Internet - ein weltumspannendes Computernetzwerk - steht an der Schwelle ein Massenmedium zu werden. Mehr und mehr werden auch Ärzte über das Internet kommunizieren, Informationen abrufen und auch sich selbst und ihre Praxis im Internet darstellen.

Im ersten Teil dieses Kapitels werden wir die Grundlagen des Internets behandeln, gefolgt von der Beschreibung typischer Anwendungsbeispiele. Für allgemeine Recherchetechniken zu medizinisch-wissenschaftlichen Fragestellung sei auf Kapitel 03.09 (Teil 4) verwiesen und die ausführliche Darstellung kommerzieller Online-Dienste für Ärzte erfolgt in Kapitel 08.06. Im letzten Abschnitt dieses Kapitelteils widmen wir uns etwas ausführlicher einer bestimmten Anwendung: Der Bilddatenbank der dermatologischen Uniklinik Erlangen, die mit über 3.000 Bildern dermatologischer Erkrankungen die derzeit umfassendste Sammlung von elektronischen Bildern zu Hauterkrankungen enthält und beispielhaft zeigt, wie das World-Wide-Web.

 

Stichwörter: Internet, World-Wide-Web, Recherche, Bilddatenbank

 

In diesem Beitrag erfahren Sie:

- Welches die Dienste im Internet sind

- Grundlagen des World-Wide Web

- Zugangsvoraussetzungen zum Internet

- Typische medizinische Anwendungsbeispiele

- Informationen zur dermatologischen Bilddatenbank der Uni Erlangen

 

Gunther Eysenbach

 

 

Das Internet

Das Internet ist ein weltweites Computernetz zwischen Universitäten, staatlichen Instituten und kommerziellen Unternehmen. Über das Internet sind nicht nur viele Wissenschaftler und Mediziner via Email (siehe Kasten) erreichbar, sondern der Benutzer hat via FTP (siehe Kasten) auch Zugriff auf kostenlose Software und auf ein nahezu unüberschaubares Angebot an (meist) wissenschaftlicher Information. In letzter Zeit drängen auch zunehmend Unternehmen ins Internet, die über dieses "Netz der Netze" auch Informationen über ihre Produkte sowie andere kommerzielle Dienstleistungen anbieten. Das Internet ist demzufolge derzeit begriffen, sich von einem rein wissenschaftlichen Datennetz zu einem Konsum- und Informationsnetz für den Endanwender zu wandeln. Zweifellos wird das Internet in der nahen Zukunft den Stellenwert der Massenmedien wie TV oder Radio einnehmen bzw. diese Medien an Bedeutung sogar überholen. Keiner kennt die genaue Zahl der Benutzer heute, aber es wird geschätzt, daß weltweit mehr als 15 Millionen Menschen dieses Netz benutzen.

 

Internet-Benutzer

Während das Internet noch vor wenigen Jahren überwiegend von Wissenschaftlern oder allenfalls "Computerfreaks" genutzt wurde, deuten heute (mit einigen Jahren Verzögerung nach den USA) beachtliche Veränderungen in der Soziodemographie der Online-Nutzer darauf hin, daß sich das Internet mehr und mehr zu einem "Medium für alle" entwickelt - die Internet-Nutzerschaft wird immer vielschichtiger; es kommen Nutzer aus Bevölkerungsgruppen hinzu, welche Online-Medien erst jetzt für sich entdecken (Fittkau, 1997).

 

So ist etwa der Anteil der Frauen unter den WWW-Nutzern ist seit 1995 von 6% auf rund 11% gestiegen (Tab. 1). Die Altersverteilung wird breiter, da die einst stärkste Altersgruppe (20­29 Jahre) im Vergleich zu älteren Jahrgängen (über 30 Jahre) an Bedeutung verloren hat. Das durchschnittliche Alter ist mittlerweile von 29 auf 32 Jahre angestiegen.

 

 

 

Tabelle 1: Soziodemographische Daten der deutschen Internetbenutzer

(Quelle: W3B-Umfrage vom 9. April bis 25. Mai 1997, 16.299 Teilnehmer [1])

Geschlecht

Männer 89,5%
Frauen 10,5%

 

Schulabschluß (bereits absolviert)

Keiner 2,2%
Hauptschulabschluß 6,4%
Mittlere Reife 19,8%
Abitur 71,6%

 

Berufliche Tätigkeit

Studenten 22,4%
Angestellte 39,2%
Selbständige 14,9%
Schüler/Auszubildende/Lehrlinge 7,7%
Doktoranden 3,7%
Beamte 5,0%
Sonstige 7,1%

 

Branche der beruflichen Tätigkeit

EDV, Elektrotechnik 29,9%
Medien, Werbung 11,8%
Wissenschaft, Bildung, Kunst 7,0%
Chemische Industrie, Metall 6,0%
Handel 5,6%
Gesundheitswesen, Medizin 5,0%
Telekommunikation 4,9%
Andere 29,8%

 

 

Auch Mediziner nutzen zunehmend das Internet. Noch 1993 wussten beispielsweise erst 18% der Medizinstudenten, was "email" ist (Eysenbach, 1994), heute (1998) wissen es 96% und etwa die Hälfte der Studenten nutzt das Internet. Auch gehört das Internet mittlerweile für rund die Hälfte der niedergelassenen Ärzte zum Praxisalltag.

 

Dienste im Internet

Das Internet baut auf einer Sammlung von Übertragungs-Protokollen auf, die zusammen als TCP/IP bezeichnet werden. Diese Protokolle stellen dem Anwender verschiedenen "Dienste" im Internet zur Verfügung. Die wichtigsten Dienste sind:

ftp

(file transfer protocol) Damit können Dateien von anderen Rechnern auf den eigenen Rechner heruntergeladen (ge-"downloaded") werden.

email

(electronic mail) Mittels bestimmter Protokolle können elektronische Nachrichten (emails) an andere Netzteilnehmer geschrieben werden.

gopher

Dieser Dienst erlaubt die menügeführte Auswahl von Texten. Dieser Dienst verliert mit der zunehmenden Verbreitung des WWW immer mehr an Bedeutung.

http

(hypertext transmission protocol) Dieses wichtige Protokoll bildet die Basis für das World Wide Web (WWW, siehe unten), es ermöglicht die Übertragung von Hypertext-Texten im HTML-Format (Hypertext Markup Language).

news

Ermöglicht die Übertragung von Newsgroups (Diskusionsforen) des Usenets. Details siehe Text.

telnet

Dieses Protokoll ermöglicht es, sich interaktiv auf einem anderen Computer anzumelden ("einzuloggen") und mit diesem interaktiv zu arbeiten. Wichtig ist dieses Protokoll teilweise noch bei Datenbankabfragen, etwa der Library of Congress.

 

World-Wide Web

Einen enormen "Popularitätsschub" hat das Internet, welches seine Ursprünge in dem militärischen ARPA-Net hat, erst in den letzten Jahren erfahren. Hierbei spielt die Entwicklung und Anwendung einer neuen Software-Technologie (dem "World Wide Web") eine große Rolle, denn erst mit dieser Sofware wurde das Netz kinderleicht anzuwenden und für eine breite Masse außerhalb des universitären Bereichs interessant.

Im WWW werden Dokumente in der Hypertext Markup Language (HTML) beschrieben, einer Art Programmiersprache, die es erlaubt, Dokumente durch Verweise, sogenannte Hyperlinks (auch einfach nur "Links" genannt), zu verknüpfen. So entsteht eine weltweit verknüpfte Struktur von Dokumenten, daher der Name World Wide Web.

HTML erlaubt neben Text auch die Einbindung von Grafiken, Tondokumenten und Videodateien in die Dokumente, so daß eine multimediale Oberfläche möglich wird.

Forschergruppen und Unternehmen sowie zunehmend auch Privatleute erstellen ihre HTML-Dokumente mit sogenannten HTML-Editoren. Im einfachsten Fall ist ein solcher HTML-Editor einfach eine Erweiterung eines vorhandenen Textverarbeitungsprogramm wie Word for Windows. Die HTML-Dokumente werden auf dem Computer, der mit dem Internet verbunden ist (dem sogenannten Server) abgelegt, und können vom Benutzer durch Eingabe einer Art Adresse für jedes Dokument im WWW (Uniform Ressource Locators, URL) aufgerufen werden. Diese Adresse beginnt gewöhnlich mit dem Kürzel http://, welches das verwendete Übertragungs-Protokoll angibt (siehe Kasten "Dienste im Internet").

Um im Internet "herumzustöbern" (engl. to browse) und die HTML-Texte und Multimedia-Elemente darstellen zu können, benötigt der Benutzer eine spezielle Software, die das HTML-Format interpretieren kann; diese Software wird "Browser" genannt. Der am meisten verbreiteste Browser ist der Netscape Navigator, gefolgt von Mosaic und Microsofts Explorer.

Obwohl die HTML-Sprache standardisiert ist, ist die Wahl des Browsers nicht ganz ohne Bedeutung, denn die Browser-Hersteller sehen oft HTML-Elemente vor, die noch nicht den Standardisierungsprozeß durchschritten haben (so besitzt etwa nicht jeder Browser die Möglichkeit, Tabellen oder verschieden Schriftarten darzustellen), was wiederum dazu führt, daß manche HTML-Texte nur auf dem Browser eines bestimmten Herstellers optimal zur Geltung kommen. Als Tip sei hier gesagt, daß es am klügsten ist, sich für den Marktführer zu entscheiden (zur Zeit noch Netscape, allerdings ist der Microsoft Internet Explorer schon fast ebenso weit verbreitet). Alle Browser werden kostenlos abgegeben.

Ärzte müssen bei der Erstellung ihrer HTML-Seiten (Homepages) bestimmte Regeln der Berufsordnung beachten (siehe Teil 2 dieses Kapitels).

JAVA - die Zukunft des WWW

HTML-Seiten hatten bislang den Nachteil, des ausschließlich statischen Charakters. Eine echte Interaktion zwischen Web-Surfer und "Anbieter", abgesehen von Forms und email, war kaum möglich. JAVA, eine objekt-orientierte Sprache, die in den Sun Labors entwickelt wurde, hebt diese Einschränkung heute auf. In die üblichen HTML-Seiten können in JAVA geschriebene Anwendungen, sogenannte Applets, eingebunden werden, die ein JAVA-fähiger Browser lokal interpretiert und ausführt. JAVA-fähig bedeutet, bedeutet, daß in den Browser ein JAVA-Interpreter implementiert wird, der den JAVA-Code ausführt. Alle modernen Browser (Netscape, MS Internet Explorer) sind im Prinzip JAVA-fähig.

Weshalb wird sich JAVA auf dem WWW durchsetzen ? Die kommerzielle Welt entdeckt das Internet als Marktplatz und Kommunikationsmedium und genau in diesem Bereich bietet JAVA entscheidende Vorteile: Echte Interaktivität, plattformunabhängigkeit, dynamische Einbindung neuer Protokolle und Formate sowie dynamische Anwendungen direkt über das Internet. Die Einsatzmöglichkeiten sind grenzenlos: Werbung, online-Anwendungen, online Datenabfrage, dynamische Daten usw.

Bereits kurz nach der weltweiten Ankündigung auf der SunWorld, existieren auf dem Web die ersten Anwendungen und JAVA-sierten Homepages, Beispiele hierfür sind die Home-Pages der Rolling Stones (http://www.stones.com/javaindex.html), von HotWired (http://hotwired.com:80/java), die internationale Sun-Home-Page sowie die Deutsche. Auf der JAVA-Home-Page befinden sich Links zu weiteren JAVA-sierten Home-Pages und eine ganze Reihe von Applikationen.

 

 

Zugangsvoraussetzungen zum Internet

Um das WWW benutzen zu können, benötigt man einen Internetanschluß, der Studenten und Universitätsangestellte über das Wissenschaftsnetz kostenlos zur Verfügung gestellt wird. An vielen Kliniken - zumeist Uni-Kliniken - ist das lokale Kliniknetz mit dem Internet über bestimmte Sicherheitseinrichtungen, die den Zugriff auf interne Klinikdaten verhindern (Firewalls, vgl. Kap. 08.07), mit dem Internet verbunden, so daß der Arzt von seinem am Kliniknetz hängenden PC oder Terminal auf die weltweiten Informationen zugreifen kann.

Niedergelassene Ärzte sind auf kommerzielle Dienstanbieter angewiesen, die mittlerweile zu erträglichen Tarifen einen Zugang ermöglichen. Inzwischen bieten alle großen Online-Provider einen Zugriff auf das WWW an, beispielsweise die bekannten Online-Dienste Telekom Online, America Online, CompuServe und DFN-WinShuttle. Einmal im Internet können über die grafische WWW-Benutzerschnittstelle per Mausklick Dokumente mit Bildern abgerufen werden.

Für Ärzte eröffnet sich darüber hinaus neuerdings die Möglichkeit, sich über spezifische, geschlossene Medizinernetze (Intranets), wie etwa das Deutsche Gesundheitsnetz (DGN, siehe Kap. 08.06) in das Internet einzuwählen.

 

Weitere Bedeutung des Internets

Fortschrittsmotor Internet

Das Internet ist nicht zuletzt auch deshalb in den Schlagzeilen der Fach- und Laienpresse, weil es für die gesamte Soft- und Hardwareindustrie eine Art Fortschrittsmotor darstellt. Vorhandene und bewährte Soft- und Hardware sowie Betriebssysteme werden derzeit "Internet-tauglich" gemacht; die Computerindustrie geht davon aus, daß in absehbarer Zeit nahezu jeder Computer irgendwie am Internet angeschlossen sein wird, so daß es in Zukunft für den Benutzer nur noch eine untergeordnete Rolle spielen wird, ob der Computer auf ein lokales Dokument auf der Festplatte zugreift oder auf ein Dokument auf einem anderen Rechner, etwa auf dem eines Softwareanbieters in den USA.

 

Softwarepflege- und Wartung

Die Softwarepflege- und Wartung wird durch das Internet für Hersteller und Anwender einfacher werden. Nicht nur, daß sich der Anwender die jeweils neueste Softwareversion auf den Computer wird herunterladen können, auch die Wartung von Softwarepaketen - etwa im Praxiscomputerbereich - wird sich für den Hersteller einfacher und für den Kunden damit billiger realisieren lassen; so ließen sich etwa in der Arztpraxis neue Regeldateien auf dem System installieren, ohne daß der Anwender Dateien von einer Diskette installieren muß oder gar der Techniker gerufen werden muß. Auch können alle Fehlermeldungen direkt zum Softwarehersteller übertragen werden, der das System sofort überprüfen und entscheiden kann, ob ein Bedienungs- oder ob ein echter Systemfehler vorliegt, bei dem ein Techniker vor Ort notwendig ist.

 

Intranet

Die Einigung auf die Internet-Protokolle als die Kommunikationsstandards schlechthin sowie die Implementierung der TCP/IP Protokolle in zahlreiche Standardprogramme macht die Nutzung der Internet-Technologie auch für lokale oder abgeschottete private Netze bzw. interne Firmennetze interessant. Diese "abgeschotteten" Netze sollen nur einem bestimmten Benutzerkreis zur Verfügung stehen und weisen keine Verbindung zum eigentlichen weltweit zugänglichen Internet auf. Solche Netze, die Programme und Protokolle des Internets verwenden, aber nicht zum eigentlichen Internet gehören, werden Intranet genannt.

Im medizinischen Bereich sind als Beispiele für Intranets etwa das Deutsche Gesundheitsnetz, Telemed oder das MCS-Netz Commdoc zu nennen (siehe Kap. 08.06). Über diese Netze können unter Einsatz der Internet-Protokolle Informationen zwischen KBV, KVen, Praxiscomputerherstellern und weiteren Beteiligten des Gesundheitswesens ausgetauscht werden, wobei die physikalische Basis dieser Netze etwa Telefon- oder ISDN-Leitungen eingesetzt werden. Der große Vorteil von Intranets ist, daß ubiquitär verbreitete und bewährte Software angewendet werden kann, etwa WWW-Browser auf Anwenderseite und WWW-Server auf der Anbieterseite.

 

Typische medizinische Anwendungsbeispiele

Medizin ist - neben den Computerwissenschaften - sicherlich eines der Gebiete, welches im Internet am stärksten vertreten ist.

Dies hat mehrere Gründe:

- Die Medizin ist ein Fachgebiet, in das - zumindest in den westlichen Industrieländern - traditionell sehr viel Geld gesteckt wird. Universitäten, Stiftungen und Sponsoren sehen ihr Geld gerne in prestigeträchtiger medizinischer Forschung investiert. Das Internet spielt zunehmend eine Rolle dabei, die Forschungsergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zudem fließen die Millionengewinne der internationalen Pharmakonzerne nicht nur in die Forschung, sondern auch in die Werbung. Das Internet stellt auch für die Pharmafirmen eine neue Plattform für das Marketing von Pharmaprodukten dar, so daß Ärzte neuerdings nicht mehr nur mit Kugelschreibern und Notizblöcken umworben werden, sondern auch mit kostenlosen Informationsangeboten im Internet.

- Die Medizin als Wissenschaft ist ein extrem schnellebiges und dynamisches Fach (anders als etwa die Geisteswissenschaften), welches unbedingt auf raschen Datenaustausch zwischen einzelnen Forschergruppen und Klinikzentren angewiesen ist. Als Beispiele können hier das "humane genome project" genannt werden (bei dem es auf die schnelle, weltweite Verbreitung molekularbiologischer Sequenzdaten ankommt), aber auch schon weniger ehrgeizige, multizentrische Studien, bei denen ein neues Therapieverfahren an mehreren Kliniken gleichzeitig ausprobiert wird - etwa weil die Fallzahlen für ein Zentrum zu gering wäre, um signifikante statistische Aussagen über Wert oder Unwert der neuen Therapie machen zu können. Das Internet hat dabei schon immer die Rolle eines Kommunikationsmittels gespielt, um Wissenschaftler auf der ganzen Erde miteinander zu vernetzen.

- Die Medizin ist ein sehr breites Fach, welches nicht nur in unzählige Spezial- und Fachgebiete zerfällt, sondern zu dem auch Randwissenschaften wie Biologie, Biophysik und Biochemie gerechnet werden können. Auch all diese "Randdisziplinen" sind - meist mit universitären Angeboten - im Internet vertreten.

Die praktischen Anwendungsmöglichkeiten des Internet für den Arzt sind so vielfältig wie das Informationsangebot im Netz selbst. Für den medizinischen Praktiker läßt sich das Internet etwa wie folgt nutzen:

 

Kommunikation und Informationaustausch mit Fachkollegen

Um das Internet als Kommunikationsplattform für den fachlichen Austausch mit Kollegen zu nutzen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Das Usenet, Mailinglisten und Medizinforen.

Usenet

Beim Usenet handelt es sich um mehrere tausend sogenannter Newsgroups, also Diskussionsforen zu den verschiedensten Themen. Das Usenet wird teilweise über das Internet verbreitet, aber auch über andere Netze (Mailboxnetze usw.). Es gibt eine ganze Reihe von Newsgroups zu medizinischen Themen in englischer und in deutscher Sprache. Zum Lesen der Newsgroups benötigt man die URL eines Newsgroup-Servers (in der Regel der Internet-Provider oder eine Universität) und einen Newsreader (der WWW-Browser Netscape Navigator kann auch Newsgroups lesen, man gibt dann als URL beispielsweise einfach "news:sci.med" ein).

Mailinglisten

Wie auch bei den Diskussionsforen des Usenets bieten sogenannte Mailinglisten die Möglichkeit, hochspezialisierte Fachfragen mit Kollegen und Experten zu diskutieren. Anders als bei Usenet-Newsgruppen muß sich der Leser hier erst auf die Mailingliste setzen lassen (sie "abonnieren", "subscriben"), bevor er die Nachrichten, die ein anderer Teilnehmer an die Mailingliste schickt, per Email in seine Mailbox bekommt. Eine Liste aller verfügbaren medizinischen Mailinglisten gibt es an der Uni Münster (http://medweb.uni-muenster.de/zbm/mlist.html).

Ein Beispiel ist die Diskussionsgruppe TELEMED, die dazu dient, Nachrichten über die Telemedizin auszutauschen und verwandte Themen zu diskutieren. Die Subskriptionsadresse ist LISTSERV@LEON.NRCPS.ARIADNET.GR. Um diese Mailingliste zu "subscriben" schickt man eine Email an diese Adresse, in der lediglich die Zeile "SUBSCRIBE TELEMED Name Vorname" steht. Der Listserver (so heißt der Computer, der die Mailingliste verwaltet und die Emails verteilt) setzt dann die Email-Addresse, von der aus die Email abgeschickt wurde, auf die Mailingliste. Von nun an hat der Absender alle Emails zu diesem Thema abonniert: Wann immer nun jemand eine Email an die Mailingliste (TELEMED@LEON.NRCPS.ARIADNET.GR) schickt, verteilt der Listserver diese Email an alle "Abonnenten".

Medizinforen im Internet

Eine ganze Reihe von Verlagen und Pharmafirmen bieten im Internet Medizinforen und ähnliches an (Tabelle 2), die neben redaktionell aufbereiteten Beiträgen und Fachinformationen oft auch eigene Diskussionsforen zu bestimmten Medizinthemen enthalten.

Als Beispiel sei hier das Deutsche Medizinforum hervorgehoben, initiiert vom Arzt Achim Jäckel aus Bad Nauheim (ausführlich dargestellt in Kapitel 08.06, Teil 2). Es bietet aktuelle Infos zu medizinischen Seiten im Netz, Indexverweise zu medizinischen Seiten (national und international), die Virtuelle Medizinmesse, die Deutsche Medizinische Online Zeitung sowie das Pharmazie-Forum. Neben den umfangreichen Informationen und Links auf andere medizinische Angebote im Netz, bietet das Deutsche Medizinforum auch eigene, deutschsprachige Diskussionsforen zu medizinischen Fachgebieten an.

 

Medizinforen der Pharmaindustrie

Als Beispiel eines von der Pharmaindustrie gesponserten Medizinforums im Internet sei die deutschsprachige virtuelle "MedWorld" genannt (http://www.medworld.de/, Sponsor: Boehringer Ingelheim). Hier finden sich nicht nur Links zu Bibliotheken, Institutionen und anderen sehenswerten medizinischen Sites, sondern auch ein Fortbildungskalender, ein "Club" für Mediziner, Patienteninformationen usw.

 

Kommerzielle Medizinforen

Daneben buhlen eine ganze Reihe von kommerziellen Unternehmen und Verlage um die Mediziner als Zielgruppe für Online-Dienste, die wichtigsten werden in Kapitel 08.06 näher vorgestellt: So hat sich der Medienkonzern Bertelsmann (bekannt durch den recht erfolgreichen Online-Dienst America Online) mit dem wissenschaftlichen Springer-Verlag als Springer-Bertelsmann Gesundheitsgesellschaft zusammengeschlossen und betreibt nun zusammen mit Burda den Online-Dienst HOS Multimedica (siehe Kapitel 08.06 Teil 1). Ein professionell gestaltetes Forum, welches exklusiv Medizinern zugänglich ist und ebenfalls eigene Diskussionsforen enthält ist auch das BioMedNet (siehe Kapitel 08.06 Teil 5), welches in erster Linie Informationen für wissenschaftlich tätige Mediziner und Biologen enthält. Ob diese kommerziellen Dienste, die der Arzt bezahlen muß, Erfolg haben werden, ist eher ungewiß - zu groß ist ohnehin schon die Menge an angebotener Information im Internet, so daß der Internet-Benutzer das Gefühl hat, er könne sowieso nicht alles lesen, was ihn interessiert. Und da fällt es schwer einzusehen, warum er für noch mehr Information noch zusätzlich etwas zahlen muß. Auf der anderen Seite ist der direkte Zugriff auf Printpublikationen (Zeitschriften, Bücher) ein großes Plus, und die genanneten Online-Dienste haben zwischenzeitlich eine Reife erreicht, die das "Abonnieren" eines solchen Dienstes für die "Informationselite" unter den Medizinern durchaus Sinn machen kann.

 

Recherche von Fachinformation, Qualitätskontrolle des medizinischen Handelns

Zu den interessantesten Anwendungsmöglichkeiten des Internet für den Arzt gehört die Möglichkeit, Fachinformationen, wie praktische Hinweise zu Diagnose und Therapie, im Internet online abrufen zu können.

Die meisten der "Top-Adressen" für Mediziner im Internet befinden sich derzeit noch im englischsprachigen Raum - gute Englischkenntnisse sind daher meist unentbehrlich (wer einzelne Begriffe nachschlagen muß: Im Internet findet sich auch ein elektronisches Glossar ca. 1.800 medizinischer Begriffe in acht europäischen Sprachen, mit Übersetzungsfunktion: http://allserv.rug.ac.be/~rvdstich/eugloss/welcome.html).

 

Suchen im Internet

Es gibt grundsätzlich drei Möglichkeiten, eine gesuchte medizinische Information im Internet aufzuspüren (näheres zu Recherchetechniken siehe Kapitel 03.09 Teil 4):

- Über redaktionell aufbereitete Foren oder Beiträge, die Verweise auf medizinische Server enthalten und diese idealerweise ausführlich kommentieren: Diese Möglichkeit wird man am ehesten nutzen, wenn man einfach "ziellos" im Internet herumstöbern will.

- Über spezielle Serverlisten (Linklisten), die ein Verzeichnis von Servern (Sites) mit medizinischen Informationen darstellen: Über diese Methode findet man am besten Informationen zum eigenen Fachgebiet.

- Über die speziellen Suchhilfen und Indices im Internet (webcrawler): Diese Möglichkeit wählt man am besten, wenn man spezifisch eine bestimmte Information sucht.

 

Herumstöbern in Medizinforen und "virtuelle Kliniken"

Neben den oben erwähnten Medizinforen bieten auch die "virtuellen Kliniken" einen hervorragenden Einstieg, insbesondere dann, wenn man nicht nach spezifischer Information sucht, sondern eher "herumstöbern" will.

- Eine solche virtuelle Klinik ist etwa das Virtual Hospital der University Iowa (http://indy.radiology.uiowa.edu/VirtualHospital.html). Dort gibt es eigentlich nichts, was es in einem realen Krankenhaus nicht gibt, vor allem kann man als Patient nach einer bestimmten Krankheit suchen und bekommt Antworten auf seine Fragen.

- Ebenso interessant ist das Singapore Cyberspace Hospital (mit Cyberspace Medical School) (http://ch.nus.sg/).

- Das New York Medical Center (http://mchip00.med.nyu.edu/) bietet unter anderem verschiedene Lernprogramme und andere Materialien online an. So findet sich etwa ein vollständiger, brillianter Pathologie-Kurs, der didaktisch aufgebaut ist und viele Abbildungen enthält.

- Eine andere exzellente Einstiegsstelle für Mediziner ist das Virtual Medical Center (http://www-sci.lib.uci.edu/HSG/Medical.html), welches über 19.600 Multimedia Lernmodule, 28.300 Multimedia Fallbeispiele, 218 Multimedia Kurse und Textbücher sowie über 5.200 MPEG's (Filme) bietet.

- Die National Library of Medicine (http://www.nlm.nih.gov/) in den USA ist als der größte medizinische Informationsanbieter der Welt bekannt. Über das WWW bietet sie eine ganze Reihe von multimedialer Informationen an - jede Abteilung für sich hält absolute Leckerbissen parat (Übersicht der Online-Angebote der NLM bei http://www.nlm.nih.gov/top_level.dir/nlm_online_info.html), so bietet etwa das Institut für Geschichte der Medizin ein umfangreiches Bildarchiv mit über 60.000 Bildern aus der Medizingeschichte, und für das Visible Human Project wurde ein hingerichteter Mörder in Dünnschichttechnik aufgearbeitet und für die medizinneugierige Nachwelt konserviert. Ein ähnliches Projekt ist Slice of Life (http://www-medlib.med.utah.edu/sol.htm), auch hier finden sich zahlreiche Bildmaterialien zur Anatomie und Pathologie des Menschen.

Linklisten: Verweis-Seiten auf Medizin-Server

Linklisten, also Listen mit Verweisen (Hyperlinks) auf andere medizinische Hosts, gibt es im Internet reichlich. Sie sind sogar schon so zahlreich, das es schon "Meta-Listen" gibt, also Listen, die lediglich andere Linklisten aufführen; eine solche "Liste von Listen" (nach Fachgebieten geordnet) findet sich etwa bei http://www.arcade.uiowa.edu/hardin-www/md.html.

 

Man sollte sich für eine gute Linkliste entscheiden und diese in seine "Bookmarks" aufnehmen. Idealerweise sollte die von einem einheimischen (deutschen) Server stammen (bessere Übertragungsgeschwindigkeit!) und kommentiert sein. Einige Beispiele für medizinische Linklisten sind in Tabelle 3 zusammengestellt.

 

Hervorgehoben werden soll das Projekt CliniWeb (http://www.ohsu.edu/cliniweb/) an der medizinischen Universität in Portland/Oregon. Hier wurden ca. 2.500 Webseiten, die klinische Informationen enthalten, mit den MeSH (Medical Subject Headings)-Schlagwörtern indexiert. Der MeSH (ein sogenanntes kontrolliertes Vokabular) wird normalerweise dazu verwendet, medizinische Fachartikel aus der Literaturdatenbank MEDLINE zu recherchieren (für eine ausführliche Darstellung von MEDLINE, Index Medicus, MeSH und Datenbankrecherche siehe Eysenbach, 1994). Das Projekt CliniWeb erlaubt es nun, sich durch die Schlagwort-Hierarchie zu klicken oder auch - bei Kenntnis des MeSH-Schlagwortes - direkt nach der gewünschten Information zu suchen.

 

Spezifische Suche mit Search-Engines

Neben den fertigen Linklisten gibt es natürlich immer die Möglichkeit, die bekannten Suchsysteme im Internet (Lycos etc., siehe Tabelle 3) mit Suchbegriffen zu füttern. Diese Suchbegriffe können sehr breit angelegt sein ("medicine" oder "Medizin") oder sehr spezifische Begriffe, auch Autorennamen usw., enthalten.

Insbesondere bei spezifischen Suchen im Cyberspace führt das Suchsystem Alta Vista (http://altavista.digital.com) am ehesten zum Ziel, denn in diesem Suchsystem sind etwa 11 Milliarden Begriffe gespeichert.

Suchen mit Alta Vista

Die Bedienung von Alta Vista ist relativ simpel: In das Eingabefenster müssen die Suchbegriffe einfach hintereinander eingegeben werden (ohne Operatoren wie OR, AND usw.). Vor den Suchbegriffen kann ein "+" eingegeben werden, wenn dieser Suchbegriff in den gefundenen Dokumenten unbedingt vorkommen muß (z.B. +computer +medizin* +biowissenschaft*), ein "-" davor kann eingegeben werden, wenn die gefundenen Dokumente einen bestimmten Begriff nicht enthalten sollen (z.B. -university). Wenn man kein "+" davor eingibt, werden einfach Dokumente gefunden, in denen möglichst viele der angegebenen Suchbegriffe vorkommen. Sollen die Begriffe innerhalb eines Satzes vorkommen, trennen Sie diese durch Semikolon (z.B. +computer;medizin*;biowissenschaft*).

Alle Begriffe mit einem Stern * am Ende werden als "rechtstrunkiert" aufgefasst, d.h. Variationen im Wortende sind zulässig.

 

Die riesigen WWW-Indices, die man bei Alta Vista, Yahoo, Lycos oder Hotbots durchsuchen kann, werden durch sogenannte Robots (d.h. Spiders, Web Crawlers, Worms oder Ants) erstellt. Dies sind Programme, die automatisch Webseiten "besuchen", diese "lesen" bzw. den Links folgen und die verwendeten Wörter in großen Datenbanken indizieren (d.h. einen Index erstellen).

 

Suche nach Personen, Institutionen, Forschungsgebieten

Eine Freitextsuche im gesamten Internet mittels Alta Vista, bei dem man einige Schlüsselbegriffe ("Key Words") des eigenen Forschungsgebietes eingibt, kann sehr interessante Informationen zutage führen. Zum einen stößt man dabei auf "Mitstreiter", d.h. auf Kollegen, die auf dem gleichen Forschungsgebiet tätig sind, zum anderen unter Umständen auf Volltextartikel, die irgendwo im Internet elektronisch publiziert worden sind oder auf andere "Primärinformation".

Ebenso kann man auch einfach den Namen eines Kollegen, dessen Email-Adresse oder Homepage man nicht kennt, eingeben - möglicherweise findet man so die Homepage oder die Email-Adresse. Sucht man verzweifelt die Email-Adresse eines Kollegen, so schaut man am besten zunächst in den sogenannten "White Pages" (eine Art "Adressverzeichnis des Internets") nach. Ein solcher Dienst ist etwa Four11 (http://www.four11.com). Hier muß man zunächst seine eigene Postadresse, Realnamen usw. eingeben, sowie seine Email-Adresse. Zusätzlich kann man noch Forschungsgebiete, andere Interessengebiete und Hobbies, Name seines Gymnasiums und seiner Universität eingeben (so lassen sich alte Schulkameraden wiederfinden!). Hat man sich selbst registriert, ist man zugriffsberechtigt und kann die Adressdatenbank nach einem Namen durchsuchen oder aber auch besipielsweise sein eigenes Forschungsgebiet eingeben und versuchen, Kollegen und Mitstreiter zu finden.

 

Literatursuche in MEDLINE

Auch die Literaturdatenbank MEDLINE sowie weitere medizinische Literaturdatenbanken sind über das Internet abrufbar. Zwischenzeitlich ist MEDLINE im Internet sogar kostenlos abrufbar, zum Beispiel über PubMed oder GratefulMed (siehe Kap. 03.09 Teil 4).

Spezielle Fachgebiete (AIDS, Onkologie)

Bei bestimmten Fachgebieten wie Onkologie oder bei AIDS lohnt sich eine Recherche im Internet ganz besonders, denn wegen der Dynamik dieser Forschungsgebiete bietet das Internet einen wesentlichen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber den Printmedien. Schließlich wurde das Internet von Anfang an vor allem dazu verwendet, um einen raschen Datenaustausch zwischen Wissenschaftlern zu ermöglichen, so erklärt sich auch die große Menge an Daten und Informationen, die man im Internet zum Thema AIDS und zum Thema Onkologie im Internet findet: Daten und Neuigkeiten können noch am Tag ihrer Entstehung von anderen Forschergruppen oder auch von interessierten Laien abgerufen werden; ebenso können politische oder soziale Organisationen ihre Ansichten und Erkenntnisse in Form von Newslettern über das Internet unzensiert verbreiten.

Onkologie

Eine umfangreiche Linkliste zum Thema Cancer findet sich bei der International Myeloma Foundation (http://www.comed.com/IMF/imf_ocir.html). Die wohl beste Informationsquelle über Krebs im Internet überhaupt ist Oncolink (http://oncolink.upenn.edu/stuff/): Neben umfangreichen Informationen zu nahezu allen Tumorkrankheiten - sowohl für Patienten, als auch für Ärzte - (inklusive der weiter unten angesprochenen PDQ-Textdaten des Cancernet) enthält die Site Cancer News, Links auf Cancer Journals, Hinweise zum Thema psychosozialer Support, beleuchtet Krebsursachen, klinische Studien, enthält FAQs (Frequently Asked Questions), gibt Termine zu Konferenzen und Meetings, und beleuchtet finanzielle Aspekte für Patienten; außerdem findet sich außerdem eine umfangreiche Linkliste mit Verweisen auf andere interessante Cancer-Sites.

Über das sogenannte Cancernet, ein sogenanntes logisches Netzwerk, wird die Krebsdatenbank PDQ in alle Welt übertragen. Sie enthält allgemeine Factsheets zu Risikofaktoren, Prävention, Behandlungsverfahren etc., Texte zu Chemotherapeutika und anderen Medikamenten, insbesondere aber umfangreiche Informationen zur Tumorbehandlung für Ärzte sowie ausführliche Aufklärungstexte für Patienten für nahezu alle bekannten Krebsarten. Die Informationen werden laufend von Krebsexperten überprüft und ggf. aktualisiert und entsprechen somit stets dem aktuellen Stand der Forschung ("state-of-the-art" Tumortherapie). Obwohl die Texte nur auf englisch und spanisch zur Verfügung stehen, ist PDQ für Ärzte und Patienten eine einmalige Informationsquelle.

Die Philosophie des Cancernet ist es, die Krebsinformationen auch lokal auf verschiedenen anderen Servern (den sog. Cancernet-Knoten) anbieten zu können, dazu werden die Daten auf die Cancernet-Knotenrechner "gespiegelt", d.h. kopiert. Der deutsche Server befindet sich an der Uni Bonn (http://imsdd.meb.uni-bonn.de/cancernet/cancernet.html) - dieser Zugang ist dem Weg über den großen Teich vorzuziehen, da die Informationen wesentlich rascher übertragen werden können.

Die wichtigsten Ressourcen zum Thema Krebs haben wir in Tabelle 5 zusammengetragen.

AIDS

Für den AIDS-Forscher oder auch für den medizinischen Praktiker stellt das Internet ebenfalls eine nahezu unerschöpfliche und stets hochaktuelle Informationsquelle dar.

Als wichtigster Startpunkt sind folgende Websites mit Links zu den wichtigsten AIDS-Sites:

- HIV/AIDS Resources on the Internet (http://www.factor-r.com/resources.html): Nahezu vollständige Liste der wichtigsten AIDS-Sites.

- AIDS Resource list (http://www.teleport.com/~celinec/aids.shtml): Bietet ebenfalls die wichtigsten AIDS-Sites.

- WHO (http://gpawww.who.ch/aidsinet/aidsinet.htm): Der WHO-Server (ausführliche Beschreibung siehe weiter unten) enthält - neben einer ganzer Reihe anderer Informationen - auch eine sorgfältig zusammengestellte Liste von AIDS/HIV-Links

Die wichtigsten Ressourcen zum Thema AIDS haben wir in Tabelle 5 zusammengetragen.

 

 

Qualitätssicherung und klinische Leitlinien im Internet

Innerhalb der dritten Stufe der Gesundheitsreform in Deutschland sollen Vorschriften zur Qualitätssicherung in der Medizin klarer gefaßt werden. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei die Erstellung von klinischen Leit-/Richtlinien für den Arzt, die allen Beteiligten ermöglichen zu überprüfen, welches Wissen gesichert ist und welches nicht (vgl. Kap. 09.04).

Bei der Erstellung von klinischen Leitlinien (clinical guidelines, clinical protocols, practice policies) müssen viele Interessengruppen zusammenarbeiten - da man "nicht mit Papier Tausende von Leitlinien a jour halten kann" (wie der Göttinger Medizininformatiker Prof. Rienhoff jüngst betonte, siehe Dauth, 1995), müssen neue Medien wie das Internet zur Kommunikation und online-Diskussion herangezogen werden. Zu einem änlichen Ergebnis kamen die Teilnehmer einer Konferenz des europäischen AIM-Programmes (Advanced Informatics in Medicine) in Brüssel "Health Telematics for Clinical Guidelines and Protocols" (siehe http://www.rbh.nthames.nhs.uk/rbh/itdept/r&d/projects/gcom.htm).

In Deutschland hat der Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF, http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/) gebeten, die Entwicklung von Standards, Richtlinien, Leitlinien und Empfehlungen der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften voranzutreiben und zu koordinieren. Die Fachgesellschaften in der AWMF haben diese Aufgabe angenommen und begonnen, im Rahmen der Qualitätssicherung Leitlinien zu entwickeln. Konkrete Ergebnisse, das heißt klinisch anwendbare Protokolle, liegen zwar noch nicht vor (und werden auch noch etwas auf sich warten lassen), aber im Internet sind bislang immerhin einige Informationsseiten zur Entwicklung von Leitlinien abrufbar; es finden sich dort methodische Grundlagen der Leitlinienerstellung, Qualitätskriterien für Leitlinien, urheberrechtliche Regelungen, aktive AWMF-Fachgesellschaften, sowie Hinweise auf bestehende oder geplante Leitlinien von AWMF-Fachgesellschaften.

Die AWMF arbeitet im Bereich der Qualitätssicherung eng mit der "Ärztlichen Zentralstelle für Qualitätssicherung" zusammen, die zur Zeit von der Bundesärztekammer (BÄK) und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) getragen wird.

Die BÄK betreibt außerdem gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und den Spitzenverbänden der Gesetzlichen Krankenversicherung eine Arbeitsgemeinschaft für Qualitätssicherung (AQS) (http://www.uni-koeln.de/~ava02/aqs.html), über deren Geschäftsstelle nähere Informationen zu laufenden QS-Projekten abrufbar sind.

In einzelnen Fachgesellschaften werden die "Leitlinien" einen beträchtlichem Umfang erreichen, so etwa die

- Leitlinien Innere Medizin: ca. 800 Seiten Text, erscheinen nach Fertigstellung im Selbstverlag

- Leitlinien Chirurgie: ca. 600 Seiten, erscheinen voraussichtlich im Demeter-Verlag

- Leitlinien Orthopädie: Pre-Release-Version einer CD-ROM ORTHOPÄDIE mit ca. 2.000 Seiten.

Daher wird überlegt, ob neben einer gedruckten Version der Aufbau eines Online-Informationssystems im WWW in Angriff genommen werden soll, in dem jeweils die aktuellen Fassungen der "Leitlinien" abrufbar wären (siehe AWMF Online-Mitteilungsblatt 8/85, http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/mb/mitt9508.htm). Dieser Online-Leitlinien-Server wird sicherlich noch etwas auf sich warten lassen, während er in einigen anderen Ländern wie Canada oder USA in der einen oder anderen Form bereits existiert.

 

Im Ausland - insbesondere in den USA und in Kanada - sind bereits von verschiedenen Seiten Guidelines entwickelt worden, auch in Neuseeland und in anderen Ländern sind Guidelines im Gespräch. Viele dieser bereits existierenden Leitlinien sind bereits im Internet abrufbar. Entsprechende Sprachkenntnisse vorausgesetzt, können diese dem Arzt helfen, in Zweifelsfällen richtige Entscheidungen zu treffen. Zu beachten sind selbstverständlich die medizin-kulturellen Unterschiede, so daß die existierenden ausländischen Leitlinien nur mit Vorsicht auf deutsche Verhältnisse übertragbar sind. Eine Übersicht nützlicher Adressen mit klinischen Leitlinien gibt Tabelle 7.

 

Präventivmedizinische Information

Eine Vielzahl von wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen, Organisationen und Institutionen bieten hervorragende und aktuelle Informationen zu nahezu allen präventivmedizinischen Themen für Patienten und Ärzte an. Eine Liste der wichtigsten Server ist in Tabelle 8 zusammengestellt.

 

Informationen zu Universitäten, Unikliniken, medizinische Fakultäten und medizinische Organisationen im Internet

Selbstverständlich waren die Universitäten die ersten, die im Internet vertreten waren. Dennoch bieten noch längst nicht alle Unikliniken und medizinische Fakultäten ein breites und gutes Angebot, noch längst nicht alle Abteilungen und Forschungsgruppen an den deutschen Unis pflegen eigene Homepages und stellen ihre Forschungsschwerpunkte im Internet vor, so, wie dies in den USA der Fall ist.

Sucht man die URL einer bestimmten Uni oder Uniklinik, empfiehlt sich das Nachschlagen in der vollständigen Liste der Homepages aller Universitäten und Colleges weltweit (http://geowww.uibk.ac.at/links/uni-search.html).

Auch das Angebot medizinischer Verbände ist gerade erst im Entstehen, auch hier haben die Amerikaner die Nase vorn. Eine Übersicht guter Angebote von Verbänden findet sich in Tabelle 7.

 

Weiterbildung

Die Bedeutung des Internets für die Weiter- und kontinuierliche Fortbildung von Ärzten steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Größer hingegen ist das Angebot amerikanischer Universitäten und Verbände, die Lernprogramme (mit CME-Punkten = Continuing Medical Education), Weiterbildungstexte und klinische Leitlinien (siehe oben) über das Internet verbreiten. Prinzipiell aber steht zu erwarten, daß zunehmend auch deutsche wissenschaftliche Fachgesellschaften und andere Interessenverbände ins Internet drängen und gezielt Fachinformationen an Ärzte via Internet verbreiten werden. Auch die Pharmaindustrie unternimmt erste Schritte in diese Richtung. Zudem erfüllen auch Bilddatenbanken wie die weiter unten ausführlich dargestellte Erlanger Bilddatenbank zur Dermatologie eine wichtige Aufgabe zur Weiter- und Fortbildung.

Stellensuche

Kurz sei hier auch erwähnt, daß das Internet auch recht gute Möglichkeiten der Stellensuche bietet, insbesondere wenn man - auch im Ausland - nach einer Position in Klinik oder Wissenschaft sucht.

Deutschland

Für Bewerbungen in Deutschland sei zunächst das Angebot von DER ZEIT erwähnt: Hier kann man sein Interessengebiet festlegen (z.B. Medizin) und bekommt dann regelmäßig wöchentlich alle Stellenanzeigen, die in DER ZEIT veröffentlicht werden, automatisch per Email zugesandt (http://www.jobs.zeit.de/). Auf der ZEIT Jobs-Homepage findet sich auch ein "Robot", also eine Software, die täglich das deutschsprachige Internet nach Stellenanzeigen durchsucht - und zwar auf rund 600 Stellenmärkten und Homepages. Derzeit hat der Robot rund 26.000 Anzeigen in seiner Datenbank.

Eine große Anzahl an Arztstellen bietet auch das Arbeitsamt online an (http://www.arbeitsamt.de/). Hier kann man auch kostenlos Stellen ausschreiben, etwa für AiP oder Helferinnen.

Bei der Suche nach Arztstellen - insbesondere wenn diese forschungsorientiert sein sollen - lohnt sich ein Blick auf die Homepages der Universitäten mit Unikliniken. Oftmals findet sich hier eine Rubrik "Stellenangebote".

 

Schweiz

Wer in der Schweiz arbeiten will, kann TeleJob an der ETH Zürich benutzen (http://ezinfo.ethz.ch/eth/telejob/). TeleJob ist die elektronische Stellenbörse der Vereinigung der Assistierenden an der ETH Zürich (AVETH) und Lausanne (ACIDE); hier erscheinen insbesondere auch Stellen aus der Medizin, Pharmazie und medizinischen Forschung. Es besteht auch die Möglichkeit, eine eigene Annonce aufzugeben.

 

England

Wer in England eine Stelle - als kurzfristige Vertretung (Locum) oder für längerfristig - sucht, hat dazu im Internet geradezu ideale Möglichkeiten: Alle Stellenanzeigen für freie Klinikstellen, die im British Medical Journal (BMJ) wöchentlich publiziert werden, lassen sich im BMJ Classified Network online abrufen (http://classified.bmj.com/).

 

USA

Auch für Stellensuchende in den USA gibt es seit lurzem eine ideale Möglichkeit: Medlink enthält freie Stellen in den USA, und ermöglicht auch die Eingabe eines eigenen Lebenslaufs (http://www.medlink.com/).

 

Südafrika

Auch die Stellenanzeigen des Südafrikanischen Medical Journals sind teilweise über das Internet abrufbar (http://www.masa.co.za/samjprof.html).

Kontakt zu Selbsthilfegruppen für Patienten

Das Internet bietet für chronisch Kranke eine ganze Reihe von Support-Informationen, Verweise auf (reale) Selbsthilfegruppen sowie (virtuelle) Selbsthilfegruppen, d.h. Mailinglisten wie etwa alt.cancer.support. Ideal wäre es, wenn der Arzt sich auch hier über das Angebot im Internet orientieren würde - nicht zuletzt auch deshalb, weil er eventuell auch früher oder später mit entsprechenden Patientenfragen konfrontiert werden wird ("ich habe im Internet gelesen, daß..." statt wie früher "ich habe im Fernsehen gehört, daß..."). Zudem kann der Arzt sich über das Angebot bestimmter Selbsthilfegruppen auf dem laufenden halten und Adressen und Informationsmaterial ausdrucken und an betroffene Patienten weitergeben. Allerdings muß auch hier gesagt werden, daß bislang das englischsprachige Angebot dominiert.

Praxismarketing

Das Internet läßt sich indirekt auch für das Praxismarketing zu nutzen, dazu gehört beispielsweise

- die Kenntnis von "virtuellen" Selbsthilfegruppen und Diskussionsforen für Patienten im Internet (siehe oben). Entsprechende Listen können als Service an betroffene Patienten weitergegeben oder ausgehängt werden.

- die Kenntnis von Angeboten wie Aufklärungstexte und Lernprogramme für Patienten im Internet. Auch hier kann diese Information als spezieller Service an betroffene Patienten weitergegeben oder ausgehängt werden.

- aus den vorhandenen Texten im Internet kann man auch im Handumdrehen eine kleine Patientenzeitschrift zusammenstellen.

Zum Praxismarketing gehört aber auch die aktive Präsenz im Internet - eine eigene private Homepage sollte ins Internet gestellt werden. Dabei sollte man allerdings tunlichst vermeiden, verbotene "Werbung" für die Praxis im Sinne der Berufsordnung zu machen - die Musterberufsordnung regelt genau, welche Informationen auf der Arzthomepage erlaubt sind (siehe Teil 2 dieses Kapitels).

 

Die dermatologische Bilddatenbank der Uni Erlangen

Diagnosestellung und Differentialdiagnose basieren auf der Kenntnis des klinischen Erscheinungsbildes der Krankheit, welches gerade bei Dermatosen ein viel breiteres Spektrum aufweist, als vom Bildmaterial traditioneller Lehrbücher abgedeckt werden könnte - denn diese beinhalten stets nur eine kleine Anzahl an Abbildungen von häufigen Krankheiten. Referenzbilder von selteneren Krankheitsbildern sind hingegen sehr viel schwieriger zu bekommen.

Seit 1997 wird an der Dermatologischen Universitätsklinik Erlangen im Rahmen eines Forschungsprojekts, welches vom Verein zur Förderung des Deutschen Forschungsnetzes (DFN) und dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie finanziell unterstützt wird, ein Informationssystem Dermatologie aufgebaut, deren Kernpunkt eine Bilddatenbank darstellt (Dermatologie Online Atlas - DOIA, Abb. 1 und 2). Um diese Datenbank "herum" werden zur Zeit auch Patienteninformationen aufgebaut, unter anderem ein umfangreiches Informationssystem zur Neurodermitis (NeurodermIS).

Alle Informationen sowie die Bilddatenbank sind kostenlos über das World Wide Web (WWW) abrufbar (http://www.derma.med.uni-erlangen.de/).

Ein wesentliches Ziel des Projekts ist es, ein qualitativ hochwertiges, international gepflegtes Referenzwerk dermatologischer Erkrankungen anzubieten. Ein solches Referenzwerk wird dann auch seltene Hauterkrankungen und Dermatosen auf farbiger Haut beinhalten.

### irgendwo hier Abb 1 und 2 ###

Vorteile eines elektronischen Atlas

Ärzte und Patienten haben derzeit kostenlosen Zugriff auf über 3.000 Bilder aus etwa 600 verschiedenen Diagnosen. Ein Lehrbuch mit 3.000 Farbabbildungen wäre demgegenüber kaum zu bezahlen.

Ein weiterer Vorteil ist, daß Bilder - anders, als bei einem herkömmlichen Atlas - nicht nur nach Diagnose gesucht werden können, sondern auch nach der Morphologie der sichtbaren Hautläsionen: Alle Bilder wurden dazu zunächst an der Erlanger Hautklinik von erfahrenen Dermatologen mit Schlüsselbegriffen beschrieben (z.B. Erythem, Kopf). Die Bilddatenbank bietet nun auch eine Suchfunktion, in der für die Bildauswahl nach verschiedenen Kriterien, einschließlich Lokalisation, morphologischen Merkmalen, Alter und Geschlecht gesucht werden kann (z.B. "Suche alle Bilder, die ein Erythem am Kopf zeigen"). Somit kann eine solche Datenbank auch die Differentialdiagnose erleichtern.

Weiterhin enthält die Datenbank Links zu interessanten Websites im Internet mit weitergehenden Informationen zu den einzelnen dermatologischen Erkrankungen. Über 500 Internet-Links werden beschrieben und kommentiert.

Zuletzt erlauben spezielle Links direkten und einfachen Zugang zu krankheitsbezogenen Informationen in Datenbanken wie MEDLINE, OMIM (Online Mendelian Inheritence in Man) oder PDQ (Physicians Data Query), durch einen einfachen Mausklick.

So kann der Benutzer zum Beispiel eine klinische Abbildung der "Ichthyosis congenita" aus dem Atlas auswählen, die aktuellen Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften in MEDLINE abfragen, sich über den genetischen Hintergrund der Krankheit in OMIM informieren und die entsprechende Patientenorganisation über eine kommentierte Verbindung zu deren Website kontaktieren.

Tabelle 10 stellt die Vorteile von elektronischen Bilddatenbanken konventionellen Medien gegenüber.

Medium: World Wide Web

Für die Verwendung des WWW als Benutzerschnittstelle sprachen seine graphische, benutzerfreundliche, einheitliche Oberfläche für unterschiedliche Anwendungen, der transparente Netzzugriff, die Integration verschiedener Datentypen sowie die weltweite Verfügbarkeit. Aber auch die standardisierte Beschreibungssprache und Plattformunabhängigkeit (MS Windows, MAC, OS/2 usw.) sind Vorteile.

Für den Netzwerkzugriff konnte die bei Bildern anfallende große Datenmenge durch Kompression der Daten auf etwa ein fünfunddreißigstel reduziert werden und läßt sich daher in akzeptabler Zeit selbst über internationale Computernetze transportieren. Trotzdem haben Bilder einen hohen Speicherbedarf, daher wird eine möglichst schnelle Verbindung (= Einwählpunkt beim Online-Provider sowie Modem beim Arzt) gefordert. Optimal ist eine ISDN-Verbindung, über die bis zu 8 KByte/Sekunde (=64 Kbit/s) transportiert werden können (siehe Kap. 08.01).

Zur Dekompression des Bildes, die auch während des Datentransfers erfolgen kann, werden auf einem 486-DX2 66 Prozessor etwa 5 Sekunden benötigt. Grundlage für eine qualitativ hochwertige Anzeige der Bilder ist eine Grafikkarte mit mindestens 65.356 Farben (16 bit Farbtiefe). Weiterhin muß der Gammawert von Monitor und Grafikkarte richtig eingestellt werden, denn sonst erscheinen die Bilder zu dunkel bzw. ausgewaschen. Letztlich sollte auch die Farbtemperatur des Monitors nicht zu hoch gewählt werden, um einen Blaustich zu vermeiden.

Benutzung der Bilddatenbank

Eine WWW-basierte Abfrageschnittstelle zur Datenbank bietet umfangreiche Suchmöglichkeiten. So ist es beispielsweise möglich, gleichzeitig das Alter des Patienten, die Diagnose und beschreibende Merkmale einzuschränken. Der Zugriff über die Datenbank ist sehr schnell und die Anzeige des Suchergebnisses flexibel konfigurierbar. Typischerweise wird das Ergebnis einer Anfrage als Übersicht von Kleinbildern und diagnostischen Informationen dargestellt. Per Mausklick auf ein Kleinbild läßt sich das Bild in voller Auflösung darstellen (Abb. 2). Dabei werden neben der Diagnose weitere Informationen wie Geschlecht, Alter, beschreibende Merkmale und Autor angezeigt.

Langsamer, aber dafür leichter zu benutzen, ist die Schnittstelle zur Volltextsuche. Der Arzt gibt Suchbegriffe in das Diagnosefeld ein, beispielsweise "atopisches Ekzem Hand" und erhält daraufhin Verweise auf alle Dokumente, die diese Anfrage erfüllen, sowie die Zeilen, die seine Suchbegriffe enthalten. Für den fortgeschrittenen Benutzer stehen weitere Optionen zur Verfügung, beispielsweise ob Groß-/Kleinschreibung berücksichtigt werden soll, welche Informationen über die Treffer angezeigt werden und die Verwendung von Feldern, zum Beispiel Geschlecht oder Effloreszenzen.

 

 

Ansprechpartner für DOIA

G. Eysenbach, T. L. Diepgen
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen
Dermatologische Klinik
Hartmannstr. 14
91052 Erlangen
Tel. (09131) 85-2727
Fax (09131) 85-3850
Email eysenbach@derma.med.uni-erlangen.de

 

 

Literatur

Anonym (1996): Internet: Werkzeuge und Dienste - von Archie bis World Wide Web (Online-Volltext bei http://www.ask.uni-karlsruhe.de/books/inetbuch/all.html)

 

Anonym (1996): The Internet: Your First Step onto the Information Superhighway (Online-Volltext bei http://tei-cal.tei.uq.oz.au/intronet/contents.htm#toc). Kurs in sechs Lektionen, gibt eine Einführung in Email, Usenet, FTP, gopher und WWW.

 

Dauth, S (1995): Bei der Qualitätssicherung ist Kooperation erwünscht. Deutsches Ärzteblatt 92, Heft 46, 17. Nov (9)

 

Eysenbach, G (1994): Computer-Manual für Mediziner und Biowissenschaftler. München, Wien, Baltimore: Urban & Schwarzenberg

 

Eysenbach G (1995): Computereinsatz und Computerkenntnisse unter Medizinstudenten [Computer use and computer literacy among medical students]. Informatik, Biometrie und Epidemiologie in Medizin und Biologie 26 (1): 56-66

 

Eysenbach, G (1997): Präventivmedizin und Internet - Prävention durch Information. In: Allhoff PG, Leidel J, Ollenschläger G, Voigt HP (Hrsg.): Präventivmedizin (5. Nachlieferung/6.Auflage). Berlin, Heidelberg: Springer-Verlag

 

Eysenbach G, Bauer J, Sager A, Bittorf A, Diepgen TL (1998): An international dermatological image atlas on the WWW: Practical use for undergraduate and continuing medical education, patient education and epidemiological research. MEDINFO98 (World Congress of the International Association of Medical Informatics), Seoul, Süd-Korea

 

Fittkau S, Maaß H (1997): Ergebniszusammenfassung der W3B-Umfrage April/Mai 1997, W3B Hamburg; http://www.w3b.de

 

Hograth, M (1995): An Internet Guide for the Health Professional, Sacramento, CA, 95817: UCDMC Bookstore, 2601 Stockton Blvd., 2. Aufl. (Online-Volltext bei http://NewWindPub.com/medguide/down.htm)

 

World Wide Web Consortium: Generelle Informationen über das WWW (http://www.w3.org/pub/WWW/)

 

Zusammenfassung

- Das Internet ist ein weltweites Computernetz zwischen Universitäten, staatlichen Instituten und kommerziellen Unternehmen; es ist derzeit begriffen, sich von einem rein wissenschaftlichen Datennetz zu einem Konsum- und Informationsnetz für den Endanwender zu wandeln.

- Neben Email ist der wichtigste Dienst im Internet das World-Wide Web (WWW). Im WWW werden Dokumente in der Hypertext Markup Language (HTML) beschrieben, die es erlaubt, Dokumente durch Verweise, sogenannte Hyperlinks (auch einfach nur "Links" genannt), zu verknüpfen. So entsteht eine weltweit verknüpfte Struktur von Dokumenten.

- HTML erlaubt neben Text auch die Einbindung von Grafiken, Tondokumenten, Videodateien in die Dokumente, so daß eine multimediale Oberfläche möglich wird.

- Für den medizinischen Praktiker läßt sich das Internet etwa für folgende Aufgaben nutzen: Kommunikation und Informationsaustausch mit Fachkollegen, Recherche von Fachinformation, Qualitätskontrolle des medizinischen Handelns, Informationen zu Universitäten, Unikliniken, medizinische Fakultäten und medizinische Organisationen im Internet, Weiterbildung, Stellensuche, Kontakt zu Selbsthilfegruppen für Patienten, Praxismarketing

- Der Dermatologie Online Atlas (DOIA) der Universität Erlangen ist ein Beispiel für eine sinnvolle Nutzung des Internets für die tägliche Praxis. DOIA enthält über 3.000 Bilder dermatologischer Erkrankungen und wird kontinuierlich erweitert. Ziel ist es, dem Arzt für alle dermatologischen Erkrankungen Referenzbilder zur Verfügung zu stellen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung zu unterstützen.

 

 

 

 

Bildunterschriften:

 

Abb. 1: Bilder in Kleindarstellung (Thumbnails) des Dermatologie Online Atlas (DOIA)

Abb. 2: Darstellung eines DOIA-Bildes in voller Auflösung. Zur Beschreibung des Bildes werden Hintergrundinformationen gegeben, beispielsweise Alter der Patientin, Geschlecht und Effloreszenzen.

 

 

Tab.2: Medizinische Foren im Internet

Name Homepage URL

AOL Health and Fitness http://www.aol.com/community/channels/health/

BioMedNet http://biomednet.com

Deutsches Medizin Forum http://www.medizin-forum.de/forum/

HEALTH ONLINE SERVICE http://www.hos.de/

MED-ONLINE http://www.med-online.de/

MEDI-NETZ http://www.medi-netz.com/

medworld (Boehringer Ingelheim) http://www.medworld.de

Medicus http://www.medicus.de/

Medicus Hoechst Marion Roussel (Name: Arzt, Passwort: Hoechst) http://www.hmr.de/medicus/

Medizin Online http://www.medizin.de/

MedSearch America http://www.medsearch.com/

Physician’s guide to the internet http://www.webcom.com/pgi/

Smith-Kline Beecham Online http://www.sb-online.de

 

Tab. 3: Medizinische Linklisten mit Verweisen auf biomedizinisch interessante Webserver

 

Name URL

Britische Linkliste http://www.pjbpubs.co.uk/a/emedinfo.html

CliniWeb (mit MeSH-Vokabular als Sucbegriffe) http://www.ohsu.edu/cliniweb/

HealthWeb, Abt. medizinische Informatik an der Uni Bonn (nach Fachgebieten geodnet und bewertet) http://imsdd.meb.uni-bonn.de/virtual/healthweb.de.html

Linkliste des Einet http://galaxy.einet.net/galaxy/Medicine.html

Liste medizinischer Server an der Uni Wien http://kernighan.imc.akh-wien.ac.at/stz/plattner/txt/alflst.htm

Medical Reference Section des Internetanbieters Datastore, bietet zu einer großen Menge an alphabetisch aufgelisteten Krankheiten und Gesundheitsfragen Informationstexte und Querverweise (teilweise auch in deutscher Sprache) http://www.datastore.com/MedicalReferenceFile.html

TU München http://www.imse.med.tu-muenchen.de/web/medicine.html

UK Healthcare Resources http://dspace.dial.pipex.com/town/square/aaj84/homepage.htm.

Uni Erlangen http://www.rrze.uni-erlangen.de/docs/FAU/fakultaet/med/Internet_Med.html

Uni Frankfurt http://www.klinik.uni-frankfurt.de/www.htm dar

Uni Frankfurt http://www.rz.uni-frankfurt.de/~schlarma/medizin.html

Virtual Library of Medical Resources http://www.ohsu.edu/cliniweb/wwwvl/

Yahoo's nach Fachgebieten geordnete, nach Schlüsselbegriffen durchsuchbare Liste medizinischer Server http://www.yahoo.com/Health/Medicine/

 

Tab. 4: Suchmaschinen im Internet

Name URL

Alta Vista http://altavista.digital.com/

America Online (AOL) http://www.webcrawler.com/WebCrawler/WebQuery.html

Dejanews für Newsgroups http://www.dejanews.com

Hotbot http://www.hotbot.com

Infoseek http://guide.infoseek.com

Lycos http:/www.lycos.com

Magellan http://www.mm-soft.fr/raw/mckinley/top.html

Meta-Engine http://www.albany.net/allinone

Metasucher http://www.nln.com

Open Text http://www.opentext.com:8080

Yahoo http://www.yahoo.com/

Yellow Internet http://yi.com

 

Tab. 5: Krebsinformationen im Internet

Beschreibung URL

Cancernet mit der Krebsdatenbank PDQ http://wwwicic.nci.nih.gov/clinpdq/canet.html

Deutsche Krebshilfe http://www.krebshilfe.de/krebshilfe/

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) http://www.dkfz-heidelberg.de/

International Cancer Alliance http://www2.ari.net/icare/

International Union Against Cancer http://www.uicc.ch/

M. D. Anderson Cancer Center an der University of Texas (Oncolog -- newsletter for physicians, The Cancer Bulletin, Conquest, Current Issues in Transfusion Medicine, Hereditary Colon Cancer Newsletter, Leukemia Insights Newsletter) http://utmdacc.mda.uth.tmc.edu/

Oncolink der Universität Pennsylvania http://cancer.med.upenn.edu/

US National Cancer Institute (NCI) http://wwwicic.nci.nih.gov

 

Tab. 6: AIDS-Informationen im Internet

Beschreibung URL

AIDS book review journal gopher://ucsbuxa.ucsb.edu:3001/11/.Journals/.A/.AIDS

AIDS Book Review Journal: Rezensionen von Büchern, Videos, Journalen und anderem AIDS/HIV-bezogenen Material gopher://www.library.ucsb.edu:70/11/journals/a-e/AIDS

AIDS Bytes: Multimediales Nachschlagewerk von A-Z zum Thema AIDS/HIV. Zielgruppe sind insbesondere Laien, der Inhalt ist aber durchaus auch für Professionals interessant. http://www.clients.anomtec.com/AidsBytes/

AIDS information newsletter http://www.cmpharm.ucsf.edu/~troyer/safesex/vanews/

AIDS Information Newsletter: Zweiwöchentlich erscheinender elektronischer Newsletter, erstellt am San Franicsco VA Medical Center im Auftrage des U.S. Department of Veterans Affairs AIDS Information Center; richtet sich an Ärzte, Bibliothekare und "AIDS Educators". http://www.cmpharm.ucsf.edu/~troyer/safesex/vanews/

AIDS Treatment Data Network: Non-profit Organisation in New York, die Beratung für Patienten und Ärzte zur AIDS-Behandlung bietet (u.a. Fact Sheets zu Behandlungen und Komplikationen, Artikel und Informationen aus Zeitschriften und Medien über Forschung und Behandlung von AIDS, ein Archiv des Newsletters "Treatment Review" mit neuen klinischen Studien, Artikeln über Alternativ-Behandlungen und opportunistischen Infektionen usw., ein Glossar zu Medikamenten und Behandlungen) http://health.nyam.org:8000/public_html/network/index.html

AIDS weekly http://www.holonet.net/homepage/1a.htm

Aids-Hilfe Münster http://www.uni-muenster.de/MAG3/AHMS/

Canadian HIV Trials Network: klinische und therapeutische Informationen zu AIDS/HIV http://unixg.ubc.ca:780/~fortin/Marcel.html

Canadian Medical Association: Counselling Guidelines for HIV Testing (Leitlinien für die Beratung von Patienten vor und nach HIV-Testung) http://hpb1.hwc.ca:8400/infobase/hiv/

CDC AIDS daily summaries gopher://odie.niaid.nih.gov/11/aids/cdcds

Center for AIDS Prevention Studies (CAPS): Das CAPS ist ein Institut der University of California in San Francisco, die mit über 150 Mitarbeitern epidemiologische und Verhaltens-Studien zur HIV-Prävention und Frühintervention durchführt. http://www.epibiostat.ucsf.edu/capsweb

ChronicIllnet - AIDS & HIV: Enthält u.a. eine Sammlung wissenschaftlicher Arbeiten zu ungewöhnlichen AIDS-Fällen http://www.calypte.com/AIDS/index.html

CNIDR AIDS Patents Project: Das AIDS Patents Project und die WWW-Site ist ein Gemeinschaftsprojekt von CNDIR (Center for Networked Information Discovery and Retrieval), USPTO (US Patent and Trademark Information), NSF (National Science Foundation) und der Telekommunikationsgesellschaft AT&T; ermöglicht Zugriff auf alle ca. 2.000 US-Patente, die mit AIDS zu tun haben http://patents.cnidr.org/

FTP-Server des CDC kann man z.B den aktuellen "HIV/AIDS Surveillance Report", "AHCPR's Clinical Practice Guidelines" u.a. Materialien downloaden. ftp://cdcnac.aspensys.com/pub/cdcnac

Global AIDS news http://gpawww.who.ch/ganews/ganews.htm

Harvard AIDS letter gopher://gopher.harvard.edu:70/11/.vine/providers/aids_institute/aids_letter

HIV Database: "Human Retroviruses and Aids Database"; wissenschaftliche Sequenzdatenbank, erstellt von der "Theoretical Biology and Biophysics Group" am Los Alamos National Laboratory http://hiv-web.lanl.gov

HIV-EMIR (HIV Electronic Media Information Review): aktuelle Therapieschemata sowie andere ausführliche Informationen zu AIDS für Patienten und Ärzte http://florey.biosci.uq.oz.au/hiv/AIDSinfo/AIDStreat.htm, http://florey.biosci.uq.oz.au/hiv/AIDSinfo/AIDSinfo.htm, http://florey.biosci.uq.oz.au/hiv/HIV_EMIR.html#contents

HIV/AIDS Treatment Information Service (ATIS): US Guidelines zur Behandlung von AIDS und HIV http://text.nlm.nih.gov/ahcpr/hiv/www/hivctoc.html

HIV: electronic media information review http://florey.biosci.uq.oz.au/hiv/HIV_EMIR.html

HIVNET/GENA: Enthält eine große Sammlung an Newslettern und elektronischen Journals (etwa "Bulletin of Experimental Treatment for AIDS) sowie eine riesige Menge an wissenschaftlichen Abstracts von den internationalen AIDS-Konferenzen in Berlin und Yokohama http://www.hivnet.org

Marty Howard's HIV/AIDS-Page: Homepage eines HIV-Positiven http://www.smartlink.net/~martinjh/

Medscape - AIDS: Internet-Journal für Kliniker http://www.medscape.com/Home/Medscape-AIDS/Medscape-AIDS.html

National Institute of Allergy and Infectious Disease: AIDS Related Information: Gopher-Service des US National Institute of Allergy and Infectious Disease (NIAID); enthält Pressemitteilungen, CDC Daily AIDS Summaries, Study Recruitment Information für aktuelle klinische Studien zur Behandlung von AIDS und vieles anderes. gopher://odie.niaid.nih.gov/11/aids

Pediatric AIDS newsletter gopher://gopher.hivnet.org/11/magazines/peds

Red Ribbon Net http://worldclass.com/redribbn

Sammelt, pflegt, analysiert und veröffentlicht Gen- und Proteinsequenzen von HIV und verwandten Spezies.

The Body: Ausgezeichnetes und umfangreiches Multimedia-Material und Texte zum Thema AIDS and HIV, bietet auch Zugriff auf Usenet-Diskussionsforen zum Thema AIDS, bietet eine Area "Insight", in der Experten zu aktuellen Themen, die in den Foren diskutiert werden, Stellung nehmen, bietet Informationen über AIDS-Organisationen, Textmaterial zu Behandlungschemata, politischen Aspekten uvm. Die Web-Seiten werden von privaten Firmen gesponsert. http://www.thebody.com/

UCSF University of California in San Francisco Gopher Service gopher://itsa.ucsf.edu:70/11/.i/.q/.d

UN AIDS update http://gpawww.who.ch/unaids/unaids.htm

Universität Utah: Lehrbuch zur AIDS-Pathologie downloaden kann, sowie ein AIDS-Tutorial http://www-medlib.med.utah.edu/WebPath/AIDS.html, http://www-medlib.med.utah.edu/WebPath/HIV.html

US Center for Disease Control: CDC National AIDS Clearing House: Enthält die täglich geupdateten "AIDS Daily Summary" mit Recherchemöglichkeit zurückliegender Ausgaben, Verweise auf ACTIS (AIDS Clinical Trials Information Service) mit den Informationen aus den NLM-Datenbanken AIDSTRIALS und AIDSDRUGS über laufende und abgeschlossene klinische Versuchsreihen, u.a.. http://cdcnac.aspensys.com:86

WHO: Global Programme on AIDS: Eine der umfangreichsten und besten Web-Sites zum Thema AIDS. Enthält aktuelle Daten, Tabellen und ausgezeichnete Schaubilder zur globalen Pandemie-Situation, aufgeschlüsselt nach Ländern und Kontinenten, Volltexte aller von der WHO veröffentlichten Publikationen zum Thema AIDS, Newsletter "Global AIDS News" sowie "UNAIDS" (aktuelle Informationen zu Meetings) u.a. http://gpawww.who.ch

 

 

Tab. 7: Klinische Leitfäden und andere für die Praxis nützliche Dokumente im Internet

 

Beschreibung URL

"CPG-Infobase" der Canadian Medical Association, die wohl umfangreichste Liste äußerst empfehlenswerter klinischer Guidelines (clinical practice guidelines = CPGs), die gesamte Liste ist beispielsweise alphabetisch bei http://www.hwc.ca:8400/cpgs/title.htm abrufbar. Hier finden sich zu fast jedem klinischen Problem ausführliche Texte, die größtenteils direkt online abrufbar sind. Zusätzliche Hintergrundinformationen zur Erstellung klinischer Guidelines finden sich an der kanadischen McMaster University http://hiru.mcmaster.ca/cpg/default.htm. Kurze, strukturierte Abstracts einiger Clinical Guidelines http://hiru.mcmaster.ca/cpg/sadb/acp/abstract.htm enthalten u.a. Informationen, auf welchen wissenschaftlichen Daten (auf welcher "evidence") die existierenden Leitlinien und Empfehlungen basieren. http://www.hwc.ca:8400/cpgs/

Leitlinien der US Agency for Health Care Policy and Research (AHCPR), online von der National Library of Medicine (NLM) abrufbar. Diese Website enthält exzellente Leitfäden für Ärzte und Patienten (in englisch und spanisch), zu Acute Pain Management, Urinary Incontinence, Pressure Ulcer in Adults, Cataract in Adults, Depression in Primary Care, Sickle Cell Disease, Evaluation and Management of Early HIV Infection, Benign Prostatic Hyperplasia, Management of Cancer Pain, Unstable Angina, Heart Failure, Otitis Media with Effusion in Young Children, Quality Determinants of Mammography, Acute Low Back Problems in Adults, Treatment of Pressure Ulcers, Post-Stroke Rehabilitation, Cardiac Rehabilitation http://text.nlm.nih.gov/ftrs/pick?ftrsK=0&collect=ahcpr

"Leitlinien" der US-Onkologen: Texte des National Cancer Institutes zu Diagnose, Staging und Grading und Therapie von malignen Erkrankungen (Datenbank PDQ) http://wwwicic.nci.nih.gov/clinpdq/soa.html

Interne Leitlinien des Cedars-Sinai Medical Center http://www.csmc.edu/

Klinische Guidelines des Virtual Medical Center der Uni Iowa http://indy.radiology.uiowa.edu/Providers/ClinGuide/CGType.html

Primary Care Teaching Modules der Stanford University und UCSF, bestehen teilweise aus "Review"-artigen Zusammenfassungen zu bestimmten Krankheiten, etwa Dizziness & Weakness, Health Promotion & Screening, HIV Infection: Initial Evaluation, Hypertension, Hyperthyroidism, Immunizations in Adults, Knee and Hip Pain, Sinusitis & URI, Tuberculosis, Urinary Tract Infections http://www-med.Stanford.EDU:80/MedSchool/DGIM/Teaching/

Oxford Clinical Information WWW Pages, es finden sich hier einige (wenige) Clinical Guidelines etwa zu weiblicher Inkontinenz, Einsatz von Gonadotropinen und Kataraktchirurgie. Da Oxford mehr oder minder auch das Zentrum der englischen "Evidence based medicine"-Bewegung ist, finden sich hier auch verschiedene Links und Hinweise auf Evidence-based-medicine Ressourcen im Internet, die oft auch dem Praktiker helfen können, Leitfäden im Internet zu finden http://sable.ox.ac.uk/~clnguide/gdlines.htm

Klinische Guidelines zum Umgang mit Helicobacter pylori (Eradikation durch Antibiotika bei Ulkus?) http://www.jr2.ox.ac.uk/Bandolier/bandopubs/hpyl/clinguid.html

sehr ausführliche australische Guidelines zur Behandlung von frühem Brustkrebs (auch mit Patienteninformation) beim australischen National Breast Cancer Centre, welche vom australischen National Health and Medical Research Council (NHMRC), Standing Committee on Quality of Care and Health Outcomes (QCHOC), zusammengetragen wurden http://www.nbcc.org.au/pages/nbclingd.html

klinische Guidelines - speziell für niedergelassene Hausärzte - zum akuten Herzinfarkt der englischen Birmingham Family Health Services Authority and Birmingham District Health Authorities http://www.essex-maag.org.uk/maag16/birming.htm

Guidelines zur pädiatrischen Konsultation/Überweisung an Spezialisten aus Immunologie/Allergologie bzw. Endokrinologie der Loyola University in Chicago http://www.meddean.luc.edu/lumen/DeptWebs/peds/clinguid.htm

umfangreiches Handbuch der Pathologie-Abteilung der Universiät Michigan, führt alle Laborparameter auf und enthält neben Leitlinien zur Probengewinnung auch Interpretationshilfen http://pathweb.pds.med.umich.edu/handbook/index.htm

 

Tab. 8: Präventivmedizinische Informationen für Ärzte und Patienten

Allergien, Haut, Heuschnupfen    
Allergie Dokumentations- und Informationszentrum Bad Lippspringe http://www.adiz-bad-lippspringe.de/ Ziel dieser 1991 gegründeten Institution ist, betroffenen Allergikern und Atemwegserkrankten mehr Wissen über ihre Erkrankung zu vermitteln
Allergie-Info http://www.allergie-info.de/ Gut gemachter Patienten-Service von Glaxo-Wellcome, täglich geupdatete Pollenflugvorhersage
European Pollen Information http://www.cat.at/pollen/ Übersicht über den Pollenflug in ganz Europa
Allergy online http://allergy.hno.akh-wien.ac.at/allergy/ Sehr gut gestaltete Website mit Informationen über Allergien sowohl für Patienten (auf deutsch) als auch für Mediziner (auf englisch).
Allergie Info Dienst Inzell http://www-info2.informatik.uni-wuerzburg.de/partner/aid/homepage.html Infodienst, angesiedelt an der SANITAS Alpenklinik
Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind (AAK) http://www.ukrv.de/friends/allergie/home.htm Zusammenschluß von Eltern allergiekranker Kinder
Neurodermitis InformationsSystem (NeurodermIS) http://www.derma.med.uni-erlangen.de/neurodermis/ Umfangreiches Neurodermitis-Informationssystem, entwickelt vom Autor an der dermatologischen Universitätsklinik Erlangen
Alkohol    
Anonyme Alkoholiker (AA) http://www.anonyme-alkoholiker.de/ Mehr als 3000 AA-Mitglieder nehmen an virtuellen email- und chat-Meetings im Internet teil.
DIFA http://www.difa-forum.de/ Deutsche Inititiative zur Förderung eines bewußten verantwortungsvollen Umgangs mit alkoholhaltigen Nahrungs- und Genußmitteln
Arbeitsmedizin    
Berufsgenossenschaften http://www.vbg.de/, http://www.hvbg.de/ VBG - Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (Berufsgenossenschaft der Banken, Versicherungen, Verwaltungen, freien Berufe und besonderer Unternehmen), Hauptverband gewerblicher Berufsgenossenschaften
Diabetes    
Diabetes-Forum http://www.diabetes-forum.com/ Gut gemachtes, von verschiedenen Firmen gesponsortes Forum für Diabetes-Patienten mit vielfältigen Informationen, Adressen, Produktinfos und der Zeitschrift "Diabetes-Journal".
Ernährung    
Deutsches Gesellschaft für Ernährung http://www.dainet.de/dge/ Wissenschaftliche Information, Termine, Pressemitteilungen, Verbraucherinformationen
Bundesforschungsanstalt für Ernährung (BFE), Karlsruhe http://www.dainet.de/bfe/ Die Bundesforschungsanstalt für Ernährung (BFE) hat die Aufgabe, der Bundesregierung Entscheidungshilfen in der Ernährungs- und Verbraucherpolitik zu liefern.
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Bonn http://www.zadi.de/BML/home.htm Nachrichten über Welternährung und Weltlandwirtschaft, Wirtschaftsdaten für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft, Agrarstatistik.
Deutsches Ernährungs Forum http://www.hagemann.de/def/ Stellt überwiegend Links zusammen zum Thema "Rund um die Ernährung", zu Institutionen und Verbänden im Bereich Ernährung, zu Koch-Rezepten, Produktinformationen (Maggi, Nestle, Dr. Oetker) und aktuellen Meldungen.
Fachinformationssystem Ernährung, Land- und Forstwirtschaft (FIS-ELF) http://www.dainet.de/fiself/ Informationen zu verschiedenen ernährungs- und agrarwissenschaftliche Datenbanken (z.B. ELFIS - Die deutsche agrarwissenschaftliche Literaturdatenbank).
Auswertungs- und Informationsdienst für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (aid) http://www.dainet.de/aid Broschüre "Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE" uvm.
Hörstörungen    
Abteilung für Audiologie und Phoniatrie am Universitätsklinikum Benjamin Franklin http://www.ukbf.fu-berlin.de/UKBF/WE05/AudioPhon/welcome.html Informationen für Patientinnen und Patienten zu Diagnostik und Therapie, Hinweise zu Organisationen und Verbänden u.a.
Speculum "Online Consilium" http://www.hyg.uni-heidelberg.de/hno/INDEX.HTM Angeboten wird die Möglichkeit, Fragen per Email aus dem Gebiet der gesamten HNO-Heikunde und Kopf-Halschirurgie an das Team zu richten.
Kindesmißhandlung / Sexueller Mißbrauch    
Jugend und Gewalt - Bericht der Bayerischen Staatsregierung ** http://server.stmukwk.bayern.de/jugend/bericht/ Bericht der Bayerischen Staatsregierung von September 1994 "Jugend und Gewalt - Kinder und Jugendliche als Opfer und Täter: Situation, Ursachen, Maßnahmen"
Broschüre zur Wanderausstellung "Kein sicherer Ort" http://www.padl.ac.at/luf/sexgewalt/ort01.htm Broschüre zur Wanderausstellung "(K)ein sicherer Ort" (herausgegeben vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann, Bern 1992) zur Prävention gegen sexuellen Mißbrauch
Krebs    
Früherkennung und Vorsorge von Krebserkrankungen http://www.rrze.uni-erlangen.de/docs/FAU/fakultaet/med/kle/pai/paichir/Krebs/krebs.html Das pathologische Institut der Uni Erlangen stellt die wichtigsten Fakten zur Vorbeugung und Früherkennung von Krebs zusammen (Symptome bei Krebserkrankungen, ein Selbstbeurteilungsfragebogen zu Prostatakrebs und ein Krebswörterbuch).
Krebsinfo http://www.krebsinfo.de/ Empfehlungen, Leitlinien, Standards und Daten zur Prävention, Früherkennung, Primärtherapie und Nachsorge zusammengestellt.
Rauchen    
Action on Smoking and Health (ASH) http://ash.org/ ASH ist eine amerikanische non-profit Antiraucher-Organisation, die für die Rechte der Nichtraucher kämpft.
CDC's Tobacco Information and Prevention Sourcepage http://www.cdc.gov/nccdphp/osh/tobacco.htm Wohl die umfangreichste Quelle im Internet zum Thema Rauchen, gepflegt vom Office on Smoking and Health (OSH) und dem National Center for Chronic Disease Prevention and Health Promotion (NCCDPHP).
Nichtraucher-Initiative Deutschland e.V. http://ip-service.com/nid/ Schwerpunkt der Arbeit der NID bildet der Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz und in der Gastronomie. Die Website enthält vor allem Adressen und aktuelle Termine.
Reisemedizin und Impfungen    
Deutsche Tropenmedizinische Gesellschaft (DTG) e.V. http://www.tropmed.dtg.org/ Informationen über die DTG, Tagungen und Kongresse, eine Adressliste von tropenmedizinischen Institutionen in Deutschland, Informationen zur Weiterbildung (Kurse, Zusatzbezeichnung), Empfehlungen zur Malariaprophylaxe und Empfehlungen zu Impfungen.
Yellow Book (International Travel and Health) http://jupiter.who.ch/yellow/welcome.htm Exzellente Informationen, stets up-to-date und tiefgehend, finden sich im sogenannten, regelmäßig publizierten "Yellow Book" (International Travel and Health Vaccination Requirements and Health Advice).
International Travelers Clinic des Medical College of Wisconsin http://www.intmed.mcw.edu/travel.html Enthält Informationen zu Impfungen auf englisch.
Travel Health Online http://www.tripprep.com/ Diese Site enthält unter anderem zu jedem Land ein "Country Profile", auf der die vorgeschriebenen und empfohlenen Impfungen beschrieben werden (englisch).
Rückenschule    
Informationsdatei Berufskrankheiten Wirbelsäule http://chir.meb.uni-bonn.de/uch/wsindex.htm Epidemiologie von Wirbelsäulen-Berufskrankheiten, Belastungsanalysen, Diagnostik, Gutachterliche Praxis, Rechtliche und administrative Aspekte, Konsequenzen (Prophylaxe), Gerichtsentscheidungen
Rückenschule - Broschüre der SANOFI WINTHROP GmbH http://nathan.gmd.de/persons/erich.rome/ruecken.html Eine schöne Web-Adresse, auf die man Patienten hinweisen kann - enthält allgemeine Informationen und bebilderte Übungen
Sehenstörungen/Blindheit    
Deutsche Retinitis Pigmentosa-Vereinigung e.V.-(DRPV) http://www.gsi.de/~schuell/drpv.html Selbsthilfevereinigung zur Verhütung von Blindheit
Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. http://www.c-lab.de/dvbs/ Nachrichten, Informationen, Termine für sehgeschädigte Patienten.
ELVIS Elektronisches Literaturverzeichnis & Informationssystem für Sehgeschädigte http://iis340.inf.tu-dresden.de/ Die Arbeitsgruppe Studium für Blinde und Sehbehinderte (AG SBS) an der Fakultät Informatik der TU Dresden bietet über ELVIS blinden- und sehbehindertengerechte Studienmaterialien an.
Umweltmedizin    
Umweltmedizinisches Informationsforum (UMINFO) http://www.uminfo.de/ Dokumentations- und Informationsstelle für Umweltfragen der Kinderärzte (DISU), Dokumentations- und Informationsstelle für Allergiefragen im Kindesalter (DISA). Informations und Kommunikationsverbund medizinischer und ökologischer Einrichtungen in Deutschland.
Vergiftungen    
Informationszentrale gegen Vergiftungen in Bonn http://www.meb.uni-bonn.de/giftzentrale/drogeidx.html Elektronisches Nachschlagewerk mit Atlas zu giftigen Pflanzen (Tollkirsche usw.), giftige Tiere (Schlangen, Fische) bzw. Gesundheitsgefahren durch Insekten (Spinnen, Zecken usw.), eßbare Pilze und giftige Pilze, Erste-Hilfe-Maßnahmen, Impfkalender für Kinder und Erwachsene, Informationen zu Lebensmittelzusatzstoffen und Informationen zu Drogen und aktuellen Themen.
Verkehrsunfälle    
Deutscher Verkehrssicherheitsrat http://www.bg-dvr.de/ Informationen z.B. zu Themen wie Drogen, Alkohol, Jugendliche, Technik, Verkehrsrecht usw.
Zahnheilkunde    
Forum Zahngesundheit http://www.forum-zahngesundheit.de/ Initiative der südbadischen Zahnärzteschaft. Der Büger erhält hier ein umfassendes Informationsangebot zu allen Themen der Zahngesundheit.
Gesellschaft für Präventive Zahnheilkunde (GPZ) http://www.gpz.de/ Die GPZ hat sich ausschließlich die Förderung der präventiven Zahnheilkunde zur Aufgabe gemacht.
     

 

Tab. 9: Medizinische Verbände im Internet

 

Name URL

American Association of Immunologists (AAI) http://glamdring.ucsd.edu/others/aai/AAIhome.html

American College of Rheumatology http://www.rheumatology.org/

American Medical Association(AMA) http://www.ama-assn.org/

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/

Bundesverband niedergelassener Kardiologen www.med.de

Canadian Medical Association(CMA) http://hpb1.hwc.ca:8400/index.htm

Marburger Bund http://www.medi-netz.com/marburger-bund/mb5.htm

Medical Association of South Africa (MASA) http://www.masa.co.za/

 

Tab. 10: Gegenüberstellung: Herkömmliche Medien vs. Datenbank mit digitalen Bildern

 

Kriterium Konventionelle Medien (zum Beispiel Atlas) Bilddatenbank (Online/Offline)
Benutzung gewohnt leicht zu lernen
Qualitätskontrolle Durch Verlag sichergestellt Abhängig vom Anbieter.
Kosten/Bild Im Pfennigbereich gering (zum Beispiel auf CD: weniger als 0,01 Pf pro Bild), stark fallend
Umfang 100-1000 Bilder (Kosten!) unbeschränkt (zum Beispiel mit Bildkompression derzeit bis zu ca. 100.000 Bildern pro CD)
Bearbeitung nicht möglich Vergrößerung, Kontrast, Helligkeit etc.
Suche, Such- & Zugriffszeiten Inhaltsverzeichnis, Index oder Literaturrecherche; wenige Sekunden bis Tage Beliebige Kombination von Attributen, viele Anfragen erst durch Datenbank möglich; wenige Sekunden
Nutzungskosten Beim Kauf Online: Pro Zugriff; Offline: Beim Kauf
Wartung/Aktualität Neuauflage Online jederzeit kostengünstig ergänzbar
Verfügbarkeit Oft nur in Bibliotheken Jeder Arzt mit WWW-Zugang
Verweise, externe Information Literaturangaben (Bücherei) Hyperlinks (Mausklick); direkte Einbindung möglich